Mittwoch, 26. Dezember 2012

Glücklich

Das hier ist mein Körper. Er gehört mir, und ich bestimme, was mit ihm passiert. Ich bestimme, wie ich ihn haben will, und ich bestimme, wann ich ihn wie verändere.
Ich bin nicht immer glücklich mit mir. Aber wer ist das schon?
Aber wenn ich in den Spiegel schaue und lächele, dann ist es mir vollkommen egal, was andere denken, wenn sie mich sehen.

Ich sehe andere Frauen, die wunderschön aussehen. Die glücklich sind. Und ich bin genauso glücklich.

Habt ihr das verstanden? Ich bin glücklich. Ja, ich bin glücklich, mit meinem Körper, meinem Charakter, mreinem Auftreten, meinen Erfolgen.

Und das bleibt auch so.

Meine Eltern haben mir heute angeboten, mir eine Magenoperation zu bezahlen. Gesagt, dass ich dann doch endlich gut aussehen kann. Die Weihnachtstage waren gespickt mit verletzenden Kommentaren, Blicken, und Handlungen. Aber das war der Gipfel. Der absolute Gipfel.

Es ist nicht so, dass ich krank wäre. Ich komme mühelos zu Fuß in den 5. Stock, tanze und bewege mich gerne, esse kaum Fleisch, keine Krankheit, niedriger Blutdruck, Selbstzufriedenheit.
Es ist nicht so, dass ich mich unwohl fühle. Ich fühle mich gesünder und stärker als früher, als ich magersüchtig war. Da war ich krank. Jetzt bin ichs nicht.

Natürlich habe ich schlechte Tage. Natürlich ärgere ich mich über dumme Kommentare von Teenagern. Natürlich liegen mal meine Haare nicht richtig oder mein Hintern gefällt mir nicht.

Warum sollte ich mich also operieren lassen? Damit meine Eltert ein bisschen besser mit mir angeben können? Um keine dummen Sprüche mehr zu hören? Um auf der Straße nachgepfiffen zu bekommen?

Ich bin enttäuscht von euch, liebe Eltern. Und trotzdem nehme ich etwas mit:

Ich wiege 113 Kilo. Und ich bin glücklich.




Entschuldigung, das musste dringend raus. Ich will nicht den Eindruck erwecken, das mit dem Gewicht wäre mein einziges Lebensthema, wie in den Kommentaren schonmal angesprochen wurde. Aber es bestimmt mein Leben eben nunmal auf positive und negative Weise. Außerdem, was rechtfertige ich mich, ist schließlich mein Blog. Vielleicht lösch ich den Beitrag auch wieder, weil ich ihn zu doof finde. Aber wenn ich meine Gefühle schonmal aufschreibe, dann soll man sie auch lesen können.

 Wenn ihr sehnsüchtig auf die restlichen Horrorskope wartet: Nächstes Jahr. Ich bin nämlich bei lieben Menschen in Bremen und somit gänzlich unpässlich ;)

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Horrorskope 2012: Krebse, Löwen, Jungfrauen

Und weiter gehts! Gar nicht viele Worte verlieren, auf gehts zur Jahresrückschau der astrologischen Art:


Krebs
Sonne, Venus, Mars und Pluto nehmen sie unter ihre Fittiche und bilden einen Schutzschild, hinter dem sie sich verstecken können wenn Saturn es auf sie abgesehen hat!
Liebe: Mars tritt auf dem Plan, allerdings reicht es anfangs nur für ein oder zwei Affären. Ende des Sommers schickt der Himmel ihnen einen Mann mit Sinn für Romantik!
Glücksformel: Meine Voodoo-Kraft ist so strak wie nie!
Ausprobieren: Provokant sein
Do: Alle Nieten in ihrem Leben aussortieren!
Don't: Schlechte Laune

Schlechte Laune ist out? Echt jetzt? Aber nur für die Krebsgeborenen, oder? Und die armen Krebse sind auch noch mit 5 Planteten gesegnet! Diese Schweine! Und dann sind auch noch alle Krebse Voodoo-Meister....Oh Gott, jetzt bin ich neidisch.

Jetzt wird es interessant: Es geht nämlich gleich um mich:

Löwe
Jupiter, Venus, Mars und die Sonne kreisen um ihr Sternzeichen - und bringen ihr Leben gewaltig in Fahrt!
Liebe: Löwe-Frauen geben sich nur mit dem Besten zufrieden, und verzichten deswegen eher auf einen Partner. Aber nur bis Juni - dann taucht Jupiter auf! Aber sie finden ihren Mann nicht im Internet, nur Livekontakte zählen!
Glücksformel: Fest an sich selbst glauben
Ausprobieren: Golfen
Do: Hören sie auf ihren Instinkt
Don't: Immer das letzte Wort haben

Naja: Ich bin in einer festen Beziehung, und habe meinen Freund übers Internet kennengelernt...Naja...Fast? Und Alle anderen bekommen coole Sextipps, aber ich soll Golfen gehen? Wie fies!


Jungfrau
Sparen sie sich das Pläneschmieden - durch Neptun kommt doch eh alles anders!
Liebe: Affäre im Juni, Urlaubsflirt im Juli, Liebeserklärung im August und als Krönung vielleicht eine Verlobung im September!
Glücksformel: Ihr Wille kann Berge versetzen
Ausprobieren: Imagewechsel
Do: Den Geburtstag feiern
Don't: Besserwisser

Das ist jetzt aber mal wirklich eine genaue Voraussage. Müssten nach der Logik jetzt nicht alle Jungfrauen verlobt sein, mindestens? Sehr ungewöhnlich für ein Horoskop. Auch schön: Machen sie keine Pläne - das hat schon das Universum für sie erledigt.


Montag, 17. Dezember 2012

Horrorskope 2012: Widder, Stiere, Zwillinge

Das Jahr 2012 ist fast vorbei, die Welt auch. Das Ende ist nah, im Prinzip. Man wird sich seiner Sünden bewusst, alles ist kacke. Zeit, mal zu überprüfen, warum unser Leben jetzt so ist, wie es ist. Einen schuldigen habe ich auch schon ausgemacht: Uranus, das alte Arschloch!

Ja, es hat auch seine Vorteile, jeden Mist aufzuheben: Heute möchte ich rausfinden, ob die Horoskope vom Anfang des Jahres zutreffen. Die Jolie hatte in einer früheren Ausgabe das Versprechen gemacht, mit Hilfe der Sterne unser Jahr genau vorherzusagen. Ja, dann schauen wir doch mal, was passieren sollte:

Dieses Jahr stellt unser Leben auf den Kopf. Avantgardist Uranus, der im Zeichen Widder steht, gibt uns von Mitte Juni bis Mitte September die Energie, völlig neue Wege zu wagen.

Uranus! Im Widder! Ach du Scheisse!

Manche wollen sich jetzt plötzlich binden, andere können sich abrupt trennen!

Ach was, erzählt keinen Quatsch. Manche Leute kommen mit anderen zusammen, wieder andere nicht? Wow, das ist ja echt...ähm...revolutionär und eine total präzise Voraussage!

Venus und Mars sind die Zündfunken, die bestimmen, ob wir am Ende des Jahres wissen, zu wem wir gehören - oder auch nicht.

Für diese Erkenntnis brauch ich nicht den Mars. Ich vermute auch, dem Mars geht mein Liebesleben ziemlich an der rostigen Polkappe vorbei. 

Im Folgenden werde ich kurz auf jedes Sternzeichen eingehen. Ihr könnt mir ja in den Kommentaren berichten, ob ihr euch wiedererkennt:

Widder
Sie schwirren wie ein bunter Falter von einem zum Anderen - Bis Venus sie im Herbst verhext! Freuen sie sich auf ein Jahr, das alles wird - nur nicht ereignislos.
Liebe: Treue ist für sie eine Frage der Definition - man kann ja schliesslich auch mehreren Männern treu sein!
Glücksformel: Schneller und Besser sein als alle anderen
Ausprobieren: Männer parallel daten!
Do: Termine einhalten
Don't: Zu viel versprechen

Gut, das sagt ja jetzt nicht so viel aus - Außer, dass Widder anscheinend untreue Arschlöcher sind! Schämt euch, ab in die Ecke, und vergesst bloß nicht, Termine mit euren Lovern einzuhalten!

Stier
Dass Pluto, Venus und Sonne sich verbünden, kommt äußerst selten vor - und macht sie zum Glückskind des Sommers
Liebe: Solange sie wissen, zu wem sie gehören, können Sie sich sogar das eine oder andere Abenteuer leisten - er wird es ihnen trotzdem verzeihen!
Glücksformel: Warten sie auf den richtigen Moment!
Ausprobieren: Den netten Nachbarn verführen!
Do: Mutig sein.
Don't: Eifersucht

Also...sind Stiere sind auch untreu? Oder sind das einfach mal wieder alle, zumindest im Geiste der Jolie? Auch schön die Aussage "Bescheissen sie doch einfach mal ihren Partner! Das passt schon." Und seit wann ist Pluto eigentlich wieder ein richtiger Planet?

Zwillinge
Ein Mann oder viele Verehrer, dazu ein gut gefülltes Bankkonto - dank Jupiter schwelgen sie im Glück!
Liebe: Vielleicht treffen sie ihren Traummann schon im Juni. Oder machen sie sich einen Spaß daraus, möglichst viele zu verführen.
Glücksformel: Neugierig bleiben!
Ausprobieren: Mit ihm unter freiem Himmel übernachten
Do: Zumba lernen
Don't: Keine gute Laune haben

Das ist ja tatsächlich erstaunlich...unspeziefisch. Entweder sie treffen einen Mann. Oder auch nicht. Man weiß es nicht so genau. Hier kann man sehr schön die Taktik der Astrologen sehen: Möglichst allgemeine Aussagen treffen. ODer auch das komplette Gegenteil der Vorraussage nochmal erwähnen. Für den Notfall. irgendwo zwischen "Viele" und "Keine" wird das Ergebnis schon liegen.

Bald gehts weiter mit den nächsten Sternzeichen. Stay tuned!

Freitag, 14. Dezember 2012

Warum Reclaimen? Warum ich die Worte "Fett" und "Dick" hasse

Reclaimen. Immer diese neumodischen englischen Fachbegriffe, die den Feminismus so unzugänglich machen. Reclaimen bedeutet: Zurückerobern. Es gibt allerdings auch ein deutsches Wort dafür, aber weil das keine Sau kennt und ziemlich doof klingt, nutzt das halt keiner. Moderne Zeiten. Geusenwort go home. In der Regel benutzen wir das Reclaiming, um uns Worte zurückzuerobern, die im Kontext als sehr negativ wahrgenommen werden und wurden und diese wieder positiv zu besetzen. Schillernstes Beispiel dafür ist das Wort "slut", welches mit Hilfe der Slutwalks zurückerobert werden sollte.

Das war ja jetzt eher so mittel erfolgreich. Viele Frauen hatten ein Problem mit dem Wort "Slut" und wollten es gar nicht reclaimen. Und wer könnte es ihnen verübeln? Slut, oder Schlampe, wurde jahrzehntelang mit Frauen in Verbindung gebracht, die ihre Sexualität genossen haben oder mehrere Partner hatten. Mittlerweile allerdings ist es ein Allzweck-Schimpfwort für Frauen, die man nicht leiden kann.

So ähnlich geht es mir mit den Worten "dick" und "fett". Sie sollen für die Körperakzeptanzbewegung (Himmel, wie blöd das auf deutsch klingt) reclaimt werden. Und für viele Frauen und andere Menschen scheint das super zu funktionieren: Es gibt einen Haufen Tumblr-Seiten, mit "fat" oder "thick" im Namen. Und das finde ich auch wirklich schön. Denn die meisten von uns besetzen furchtbare Erinnerungen mit diesen Wörtern. Ich auch. Aber ich kann nicht über meinen Schatten springen.

Ich zucke innerlich beim Klang von "Fett" immer zusammen. Bei "dick" genauso. Ich mag es nicht, mich als "Dickenaktivistin" zu bezeichnen. Aber irgendwie muss man das Kind ja beim Namen nennen. Was ich an mir selbst doof finde, ist mein blumiges "wie ich eben aussehe, du weisst schon", wenn's in Gesprächen um meine Körperform geht. Das verschleiert meine Körperform, und da gibts eigentlich nix zu verschleiern. Ich bin eben dick. Was auch doof ist: "Übergewichtig". Also im Sinne von "über dem heiligen Normalgewicht". Und Normalgewicht ist sowieso schon eine schwammige Angelegenheit. Ich bin doch normal und habe Gewicht, also habe ich Normalgewicht. Und bevor jetzt jemand den heiligen BMI auspackt: Der BMI sagt, wieviel ich im Vergleich zu meiner Körpergröße wiege. Nicht, wie gesund ich bin, oder wo sich mein Blutdruck befindet, oder wie es meinen Gelenken so geht. "Fett" ist für mich indiskutabel". Zuviel Schmerz, zuviel Beleidigung, zuviel Erinnerung an dieses Wort, welches jahrelang als Ausrede benutzt wurde, um mich zu verletzen ("Aber die ist doch fett, ist doch klar, dass wir die ärgern!").

Bleibt irgendwie nur noch dick übrig. Und damit mag ich mich auch nicht so recht anfreunden.


Samstag, 8. Dezember 2012

Täter und Opfer

Triggerwarnung: Gewalt, und ein Arschloch.




Definitiv nicht Lieber Täter,

Gestern war ich im Krankenhaus.
Ich wurde ins Gesicht geschlagen, gegen ein Auto geschubst und ins Knie getreten. Du hast es damit begründet, dass ich fett und hässlich bin.

Klar, man könnte jetzt sagen, du warst betrunken, sauer, weil du aus der Tanzbar geflogen bist. Das sind aber keine Argumente. Du bist eine erbärmliche, feige Sau, die weggerannt ist, als ich um Hilfe gerufen habe. Die den ganzen Abend versucht hat, meinen Freund zu provozieren, immer wieder zu ihm hingegangen ist und ihm ins Ohr geflüstert hast, wie scheisse hässlich ich bin. Wie fett. Und ob es „Spaß macht, im Bett dieses Fettie zum Quiecken zu bringen“. Der uns auf dem Heimweg aufgelauert hat, meinen Freund verprügelt und zu Boden geschlagen hat.

Als ich dazwischen gehen wollte, hast du dich zu mir umgedreht, ausgeholt und mich mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann hast du mich gegen ein parkendes Auto geschubst, und mir dann ans Knie getreten. Mein Freund hat einige Schrammen und einen kaputten Finger, ich einen Meniskusriss im linken Knie, und blaue Flecken im Gesicht, an den Armen und am Po.

Was sich nicht in Worte fassen lässt, ist meine Angst. Ich bin seit 6 Jahren kein Gewaltopfer mehr gewesen, habe langsam angefangen, mich wieder unter Leute zu trauen und nicht immer nur das Böse in Menschen zu sehen. Ich saß gestern in der Notaufnahme und habe mich nicht getraut, sie zu verlassen. So wie früher, als ich mich auf dem Schulklo versteckt habe, um nicht geschlagen, getreten und gedemütigt zu werden. So wie früher, als ein paar Idioten mir komplett die Freiheit und die Leichtigkeit genommen haben, für Jahre, so habe ich jetzt Angst, dass meine Panikattacken wieder anfangen. Dass ich das Haus nicht mehr verlassen werde. So wie früher.

Ich kann es nicht verstehen. Ist Alkohol die einzige Erklärung? Warum schlägt man einer Person, die man nicht kennt, ins Gesicht und tritt dann noch nach? Weil ich fett bin? Weil ich grade da war?
Hast du eine kleine Vorstellung, was du mir angetan hast? Mein Knie wird wieder heile, die blauen Flecken verschwinden, aber die Angst, mein ständiger Begleiter seit 10 Jahren – sie ist wieder da. Ich werde nicht mehr tanzen gehen. Ich werde mich nicht mehr alleine nach draußen trauen. Alles nur, weil du deine Aggressionen an mir und meine Freund auslassen musstest.

Wir haben dich angezeigt. Aber die Polizei macht uns keine Hoffnungen, dass du gefunden wirst.

Ich liege jetzt hier, und weiß nicht, was ich schreiben soll. Deswegen beende ich diesen Post mit einem deftigen FICK DICH.

Grüße,
Carolin,
dein Opfer.

Montag, 19. November 2012

Du warst ein guter Hamster

Zweieinhalb Jahre. Mein erstes Haustier. Sleep well, old lady!


Kind oder Karriere? Oder was?

Das die Medien nicht immer unbedingt die Wahrheit abbilden und auch mal zugespitzt arbeiten müssen, ist mir bewusst. Trotzdem ist mir gerade in der Betreuungsgelddebatte ein erschreckend starrer Dualismus aufgefallen:

Kind oder Karriere. Übermutter oder Vorstandsvorsitzende. Heimchen am Herd oder Europaabgeordnete.

Als gäbe es keine Grauzone.

Klar, Grauzonen in einer Diskussion sind unbequem. So lässt sich ein Konflikt schön auf zwei Pole zuspitzen, was journalistisch natürlich ein sehr schönes Bild ergibt. Aber was ist mit den anderen? Den Frauen, die nicht in den Vorstand drängen oder die Kinder einfach doof finden? Nehmen wir, aus naheliegenden Gründen, einfach mal mich.

Ich finde Kinder doof.
Ich habe nicht vor, jeden Tag 8-12 Stunden zu arbeiten.

Und jetzt? Welche Art von Lebenslauf soll ich denn nun wählen? Bei den Teilzeitarbeitsmodellen wird selten mitgedacht, dass es auch Frauen gibt, die ohne Kinder und umfangreichem Haushalt weniger arbeiten wollen, und ebenso, dass es auch Männer gibt, die, ob nun mit Kind oder ohne, diesen Weg gehen wollen. Mein Idealbild wäre: Beide Partner in einer Beziehung arbeiten Teilzeit. Allerdings ist das in einer Leistungsgesellschaft gar nicht so einfach:

In unserer Gesellschaft definiert man sich über Leistung. Sei das Arbeitsleistung in einer Form von Lohnarbeit, Erziehungsleistung (auch wenn diese weniger gut anerkannt wird) oder Leistung aus selbstständiger Tätigkeit. Intellektuelle Leistung oder persönliches Glück ist in der Regel kein wirklicher Maßstab, an dem eine Person gemessen wird.

Wenn ich jetzt also sage "Okay, ich mag keine Kinder", dann wird automatisch mitgedacht, dass ich mich vollkommen meiner "Karriere" widme. Haha, Karriere, als Soziologin. Dabei will ich doch einfach nur glücklich sein, Zeit mit meinem Partner geniessen, viel Lernen, und eine Menge Sex haben. Aber dafür gibts nunmal keine Leistungsgesellschaftspunkte.

Muss ich wohl mit leben. Oder?




Sonntag, 18. November 2012

Ihr seid ja immernoch da!

...und das, obwohl ich schon ewig nichts mehr geschrieben habe!

Einige mögen vielleicht mitbekommen haben, dass der Blog letzte Woche ein paar Tage lang offline war. Ich hatte Panik wegen der aktuellen Abmahnwelle, deswegen sind auch alle Bilder verschwunden. Tut mir Leid, aber wir alle wissen, wie teuer soetwas enden kann.


Aber, verzagt nicht, liebe Leser! Auch wenn es hier eher still ist (mit fallen, ganz ehrlich gesagt, keine Themen zum Schreiben ein, die nicht als Endaussage haben "Boah, sind Billigzeitschriften doof!"), gibt es noch einen zweiten Blog von mir. Einen, von dem ich lange überlegt habe, ob ich ihn überhaupt anfangen soll, von hier verlinken ganz abgesehen: Schliesslichen kennen mich auch einige meiner Leser persönlich, und meine Eltern lesen hier auch sporadisch mit.

Deswegen: liebe Eltern, und liebe Leute, die mein Sexualleben nicht interessiert: Bitte nicht anklicken. Ehrlich. Danke.

Alle anderen können hier von meinen Abenteuern lesen:

Grottenpool



Freitag, 12. Oktober 2012

Must-Have diesen Herbst?: Bad Boys!


Ich muss mal ein Geständnis machen: So merkwürdig das auch klingen mag - Ich stehe nicht auf Bad Boys. Die Älteren werden sich vielleicht fragen: "Häh? Warum zur Hölle sollte man denn auch auf schlechte Jungs stehen?" Ist es denn nicht grade das Optimum, einen Partner zu finden, der, mh...NICHT schlecht ist? Aber für uns Unwissende hat das Pubertäts-Fachblatt "BravoGIRL!" den großen "Player und Bad Boy-Check" im Angebot. Na, ein Glück!

Also, welche Art von Supermännern macht den jungen Damen von heute denn ganz wuschig und die Tangas in Kindergrößen ganz feucht? Eine wirkliche Definition gibts nicht, aber interviewt wurden 4 wahre Super-Männer der Güteklasse eins als Beispiel für diesen Männertypen, wahre Frauen- und auch Männerträume, besser als alle meine Wünsche es je formulieren könnten...


...Oh, es sind die Typen von "Party Bruder".

Party Bruder. Ihr wisst schon, 5 Ruhrpöttler, die sich beim Saufen filmen lassen und mit Frauen so umgehen wie mit Vieh. Im Prinzip wie Jersey Shore auf Deutsch, nur mit noch mehr Sexismus. Okay, vielleicht bin ich alt, aber sollte eine Teeniezeitschrift nicht vielleicht eher davor warnen, sich mit solchen Typen einzulassen, statt so ein Verhalten noch zu glorifizieren und Ratschläge zu erteilen, wie man "das softe Herz der harten Machos" erobert? Und ja, genau das passiert in diesem...ähm...Bericht.



Es wird zwar mal kurz in die Runde gefragt, ob "wir sein Herz erobern oder lieber die Finger von dieser Spezies lassen" sollten, aber wirklich befriedigt mich das nicht. Meine grundsätzliche Frage, warum solche selbsternannten "Player" trotzdem so viele Mädchen anziehen, ist damit auch nicht beantwortet. Ehrlich, ich habe es schon als Teenie nicht verstanden, und verstehe es immernoch nicht: Was macht solche sonnenbankgeschädigten, offen frauenverachtenden, angeberischen Männer und Macker wie die "Party Bruder"-Besatzung so anziehend? So anziehend, dass sich Zeitschriften dem Thema widmen, wie man sie "zähmen" kann. Soll das irgendwelche Kümmerinstinkte in den Frauen ansprechen? "Oh, schaut mal, dieser tief im Inneren sicher verletzte Junge, den kann ich sicher reparieren und monogam und liebevoll machen!"? Ich verstehs nicht. Erklärt es mir.

Zurück zum Thema: Wie angelt sich die geneigte 14-Jährige Leserin denn nun so einen Traumtypen?
Steven (20) erklärt es uns: "Ein Mädchen, das ernsthafte Chancen hätte, muss wie mein Homie sein und viele Facetten haben. Sie soll den Player einfach zappeln lassen!" Und Schin (17) ergänzt: "Denn wenn sie ein braves Mädchen ist und keine One-Night-Stands mitmacht, hat sie eine Chance."

What the actual fuck? Mädels, die gerne Sex haben -> Scheisse. Männer, die gerne Sex haben -> "Player". Das gute alte Muster, verpackt in kuschelig pinke Seitengestaltung und nette Worte. Man möchte brechen.

Und zum Thema Treue gibts auch was zu sagen. Und zwar vom Checker (19). Ja, der heißt so. Ja, der Typ von DSDS. Erzählt uns was über Treue:
"Und Fremdgehen darfst du als Player auch nur dann, wenn es sich wirklich lohnt"

Na, da bin ich aber beruhigt.





Montag, 13. August 2012

Mhh, gibs mir du Strumpf! - Reloaded

Autor: Rechts im Bild


Nachdem ich (also nicht Skye, sondern der Typ, der bei ihr wohnt) im März bereits einen Blogpost über einen aufschlussreichen Artikel in der Jolie schrieb, musste ich zu meinem Leidwesen, in der neusten Ausgabe eine Fortsetzung finden...

Macht euch gefasst auf ziemlich perverse und (hoffentlich) gelogene Storys.
Vorneweg, das Erste was mir ins Auge fiel war der Satz
"In der April-Ausgabe lüfteten wir ja schon einige skurrile MÄNNERGEHEIMNISSE."
Das entspricht nicht den Tatsachen, da ich den Artikel darüber am 25. März geschrieben habe... die Jolie weiß selbst nicht wann sie ihre Artikel veröffentlicht...



Planwirtschaft

"Männer messen ihre Virilität nicht an der Häufigkeit der Fitnessclub-Besuche oder daran, wie lange sie die Luft anhalten können - bei uns zählt einzig die Wichsquote.
Eine WQ von 2/7 bedeutet zum Beispiel: zweimal täglich, jeden Tag die Woche (sehr gesund!).
1/2: einmal an zwei Tagen in der Woche (kränklich). Männer fragen einander also nicht: "Wie geht's [sic!]?" sondern "Wie steht's [sic!] und wie oft?"

Nein. Gott verdammt, nein. Also... vielleicht... ich hoffe nein.
Ich für meinen Teil habe es nie getan und werde es auch nie tun. Genauso wenig kenne ich andere Männer/Jungs die sowas jemals irgendjemanden gefragt haben. Dafür schämen sich die meisten sowieso viel zu viel.

Zusätzlich finde ich allerdings sehr interessant wie hier gleich konsequent festgelegt wird, dass der notorische Dauergeile, der es sich 2 mal am Tag, jeden Tag die Woche machen muss/will kerngesund und auch voll männlich ist. Wer sich aber nur zweimal die Woche befriedigt, ist krank und ein Schlappschwanz...Großartige Logik.



Das Maß der Dinge

"Ein Mann hat nicht nur zahlreiche Begriffe für seinen Penis, sondern auch für sein Sperma: Klött, Spucke, Ött, Rotz. Damit werden gleichzeitig Konsistenz und Menge bestimmt. Wenn man lange nicht mehr __________ (o.g. Bezeichnungen mit Partizip II kombinieren und einsetzen) hat, ist es puddingähnlich und eher wenig. Wenn man aber jeden Tag onaniert, vielleicht sogar mehrere Male, dann wird es mehr flüssig. Was ein Problem darstellt. Denn wir wissen oft nicht, wohin damit."

Bei ihm vermutlich in die Socke...

"Die ekeligen Entsorgungsmethoden möchte ich euch ersparen. Wie wär's [sic!] stattdessen mit etwas Kuriosem?"

Oh Gott ja, kurios ist... nett formuliert.

"Ich kenne Vertreter meiner Spezies, die versuchen, die Vorhaut über die Eichel zu ziehen, während sie kommen. Um so, wie bei einem Kondom, ein natürliches Reservoir zu bilden, das Sperma hält, bis es über einer Toilette/ leerem Latte-Macchiato-Becher/ saugfähigem Untergrund geleert werden kann. Genial oder?"

Nein, abartig und widerlich.

"Da sage noch einer, wir wären nicht reinlich."

Das ist nicht reinlich, davon bekommt man, und darauf verwette ich ganz viel Zeugs was wertvoll ist, eine perfekte Grundlage für reinstes Smegma.
Zudem bezweifel ich, dass das funktioniert... und ich sollte es wissen. Immerhin habe ich mehrere Jahre mit einer Vorhautverengung masturbiert. Also entweder man drückt sich die Vorhaut so fest zu, dass es weh tut oder... keine Ahnung was man da macht, ernsthaft.



Gemeinsamen

"Mit 15 hatten die meisten von uns noch keine Freundin, dafür aber viele Pornos. Die wurden natürlich zusammen angesehen."
Wait, what?

"Irgendwann saßen also vier oder fünf Jungs im elterlichen Wohnzimmer, alle mit einer riesigen Erektion."

Nein, hör auf zu schreiben... bitte (und so riesig kann die Erektion bei 15 Jährigen nun auch wieder nicht sein).

"Anfänglich verließ man die gute Stube, später onanierten wir unverholen nebeneinander. Wir nannten das praktisch, aber eigentlich war es unsere homoerotische Phase (offiziell zugeben würde das natürlich niemand, also bitte bloß nicht drauf ansprechen!)."

Weil als Mann zuzugeben, dass man Penisse eigentlich ziemlich geil findet, ist gar nicht okay. Man wäre dann ja schwul und schwul sein ist unter Männer ja sowieso voll das Stigma.


"Während dieses Masturbationsmarathons wurden auch absurde Spiele entwickelt"
"Wie oft pro Szene? Wer kommt am häufigsten auf den ganzen Film? Wann ist der erste Penis wund?"

...ich stelle mir gerade vier Jugendliche vor die sich auf einen Film mit Dolly Buster ganz heftig den Penis reiben... und zwar solange bis einer "Aua!" schreit weil sich die erste Hautschicht abschält...

"Was wir nie gespielt haben und nur in Benjamin Leberts Buch Crazy vorkommt: Kekswichsen. Warum auch? Wer will schon das Sperma seiner Freunde essen? Die erwachsene Version von Pimmelspielen ist im Übrigen die WQ (siehe Planwirtschaft).

Ich kenne das Buch nicht, aber bei Kekswichsen klingelt in meinem Kopf eine Assoziation.


Ersatzbefriedigung

"Die Welt ist ungerecht: Euch steht ein überragendes Sortiment zur Verfügung, um autonome Orgasmen zu bekommen. Wir haben eigentlich nur unsere Hand. Denn alles, was Männer in einem Sexshop kaufen können, ist erbärmlich. Luftmatratzen mit Mund und Anus oder einzelne Silikongenitalien sind einfach sowas von ungeil. Und irgendwie hat es auch immer etwas Absurdes, sich eine künstliche Vagina über den Penis zu stülpen. "

Nicht weniger absurd als das, was der gute Mann gleich vorschlagen wird...

"Deswegen suchen wir uns Alternativen, die nicht auffallen.
Der Klassiker, die Socke (die aber mehr Auffangbehältnis als Lustobjekt ist). Fortgeschrittene bumsen eine Klopapierrolle (okay, auch nicht besonders erotisch), Profis höhlen Gurken aus und legen sie kurz in den Ofen, um sie auf Körpertemperatur zu bekommen."

Aber klar, Gummipuppen sind absurd.

"Und wirklich perverse Profis füllen Thermoskannen mit handwarmen Hackfleisch, landläufig bekannt unter dem Namen "Fernfahrermuschi". Eklig, nicht?"

Fassen wir zusammen... Gummipuppen und andere Onanierhilfen für Männer sind ungeil und total absurd... aber wenn man eine ausgehölte Gurke oder mit Hackfleisch gefüllte Thermoskanne fickt ist das... eklig... aber geil und normal? Alter...

"Mittlerweile gibt es zum Glück eine kaufbare, künstliche, nicht perverse Alternative: die Travelpussy. So charmant wie ein Kondom, aus hautfreundlichem Material, wird sie mit warmem Wasser gefüllt und kann dann zum einmaligen Onanieren verwendet werden. Gibt es an jeder Tankstelle. Und das Beste ist: Sie funktioniert."

Und ist in keinster Weise so ungeil und absurd wie diese ganzen künstlichen Onanierhilfen die aus dem Sexshop kommen... moment... halt.
Ob da jemand für seine, vollkommen unabhängige und ähm... professionelle Meinung bezahlt wurde?

Und, liebe männliche Leser: Erkennt ihr euch in diesen gut gehüteten Männergeheimnissen wieder? Und liebe Leser allgemein: Werdet ihr je wieder ein Wesen mit Penis in eure Wohnung lassen?


Donnerstag, 9. August 2012

Der Mensch als großes, haariges Tier



Es gibt ja ganz besondere Spezialisten. Leute, die immer wieder unter irgendeinem Stein hervorkommen und ihre (oftmals verblüffend ähnlichen!) Gedanken in den Cyberspace pusten. Unter meinem letzten Beitrag entstand eine Diskussion mit genau diesen Teilnehmern.

Der Punkt, den ich mit meinem Post über die Diskriminierung von Dicken treffen wollte war, dass es riesige, müffelnde Biberkacke ist, Menschen nach ihrem Aussehen zu beurteilen und ihnen dementsprechend Nachteile aufzuerlegen. Anscheinend ist die Diskussion über Diskriminierung immer eine Sache, bei der man den Finger in die Wunde legt - anders kann ich mir manchen aggressiven Kommentar nicht erklären.

Der Ausgangspunkt, von dem die meisten anonymen Kommentatoren ausgehen ist ein biologischer Determinismus. Das bedeutet, dass der Mensch als großes, haariges Tier mehr oder weniger allein seinen Instinkten folgt, jegliches gesellschaftliches Verhalten also nur aus biologischem Trieb heraus erfolgt. Als Soziologin steigen mir da die Tränchen in die Augen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Schönheitsideale so ziemlich das unpassendste Thema sind, um mit schnödem Biologismus ums Eck zu kommen, ist das alles halb so wild.

Schönheitsideale sind eine Sache, die extrem kulturell bedingt ist. Die einzige Sache, die sich durch die Zeit hindurch als halbwegs konsistent erwiesen hat, ist eine Bevorzugung von Frauen mit breiten Hüften. Es überwiegten sogar die Zeiten, in denen eher üppige Formen  bevorzugt wurden. Jetzt gibt es natürlich Leute, die das mit einem Mangel, bzw. einem Überangebot an Nahrungsmitteln erklären wollen. Wenn es einen Mangel an Lebensmitteln gibt, bevorzuge mensch üppige Formen, und wenn es ein Überangebot gibt, sind eher schlankere Formen im Rennen. Das widerspricht zwar der "Logik" davon, dass wir alle komplett triebgesteuert sind, aber das wird schon keiner merken.

Tatsache ist aber, dass Schönheitsideale geformt werden. Kulturell und gesellschaftlich. Persönliche Attraktivität ist allerdings eine ganz andere Geschichte. Man könnte alles, was ist sagen wollte, eigentlich nicht besser zusammenfassen, als Kinch es schon mit diesem wunderbaren Kommentar getan hat:



Vielen Dank.

Mittwoch, 1. August 2012

Sollte man nicht zwischen "mollig" und "fett" unterscheiden?



Zu meinem Beitrag über meinen Weg zum Dickenaktivismus habe ich viele Kommentare erhalten (Danke dafür!), und einige davon haben sich mit der Frage beschäftigt, ob man nicht zwischen "ein bisschen mollig" und "richtig gesundheitsgefährdend fett" unterscheiden sollte. Meine Antwort: Warum? Ist es denn okay, jemanden geistig zu verurteilen, oder schlimmer noch, zu beleidigen und zu benachteiligen, weil er oder sie eine bestimmte Grenze überschreitet? Wer setzt diese Grenze? Und wohin wird sie gesetzt?

Im Endeffekt sind das alles Fragen, die man sich nicht stellen braucht. Denn beeinflusst es jemanden ganz persönlich, wie jemand anderes aussieht, oder welchen Lebensstil jemand wählt?

Oft liest man dann irgendwas in die Richtung: "Aber MEINE Krankenkassenbeiträge sind ja deswegen so hoch, weil andere Menschen sich vollfressen, Buhuhuhu". Das ist, klar ausgedrückt, riesiger Bullshit. Das hat mehrere Gründe, aber auf zwei will ich hier genauer eingehen. Zum einen: Solidarprinzip. Es besagt, dass sich der Leistungsanspruch nach der Bedürftigkeit und nicht nach dem individuellen Risiko der Versicherten richtet. Darauf baut unsere Krankenversicherung auf. Und darauf baut unsere Freiheit auf, zu tun, was man selbst für richtig hält.




Das ist eng verbunden mit dem zweiten Punkt, den ich dazu ansprechen will: Was geht es denn andere Leute an, ob man "gesundheitsschädlich" lebt oder nicht? Rauchen ist gesundheitsschädlich, Wandern auch, beim Autofahren kann man sterben, Hähnchenfleisch enthält Antibiotika, die dich killen können, Sex ist auch nicht gut, Kinder und Haustiere sollte man sich auch nicht anschaffen (Ansteckungsgefahr!) und ich hab gehört, Stadtluft soll auch schädlich sein. Wenn man damit anfängt, dicken Menschen z.B. höhere Beiträge aufzuzwingen - wann wird das bei allen anderen Menschen auch passieren? Das widerspricht dem Prinzip der Solidarität.

Natürlich kann ich mich jetzt nicht hinstellen und anderen Leuten ihre schön gezüchteten Vorurteile verbieten. Deswegen kann ich nur aktiv etwas gegen faktische Benachteiligung tun und dagegen sprechen. Ich kann hoffen, vielleicht ein paar Leute zum Nachdenken zu überreden, und vielleicht ändern dann ein paar Leute ihre Einstellung.

Sonntag, 29. Juli 2012

Flattr this!



Ihr habt ja bestimmt schon ganz oft die kleinen Flattr-Buttons auf Internetseiten gesehen. Hiermit will ich euch kurz darüber aufklären, was es damit auf sich hat, und warum ich auch dabei mitmache.

Flattr ist eine Möglichkeit, im Internet Texte oder Beiträge zu würdigen. Und zwar mit Geld. Klar, sicher, ich schreibe meinen Blog, weil ich gerne schreibe, aber genau genommen erbringe ich ja eine Dienstleistung. Jedes Kreative erbringt eine Dienstleistung. Deswegen finde ich die Idee des freiwilligen Bezahlens extrem cool, und fände es toll, wenn noch viel mehr Leute mitmachen. Der Dienst wurde von einem Mitbegründer von The Pirate Bay gegründet und hat mit der taz und Twitter zwei große Unterstützer.



Wenn man sich bei Flattr anmeldet, kann man beliebig viel Geld auf sein Konto dort laden, im Prinzip wie bei Paypal. Dann kann man sich entscheiden, wieviel Geld pro Monat man verteilen will. Das können 3 Euro, 5 Euro, 7 Euro oder mehr sein. Jedesmal, wenn man nun auf einen Flattr-Button klickt, wird dieser Betrag aufgeteilt. Angenommen, man hat 16 supermegageile Seiten angeschaut oder Texte gelesen und jeden geflattert. Dann werden deine 5 Euro durch 16 geteilt und jeder Autor bekommt 31 Cent.

Viel zu oft lese ich tolle Texte und kann nichts zurückgeben. Also, überlegt euch, wenn ihr kreativ im Internet unterwegs seid, ob Flattr etwas für euch ist. 


Freitag, 27. Juli 2012

Gerhard auf großer Fahrt

Nachdem Gerhard gestern Abend langsam anfing Luft zu verlieren, haben wir uns entschieden ihn als glückliches Einhorn in die Freiheit zu entlassen. Im Gepäck hatte er einen Zettel mit meiner Email-Adresse, auch wenn ich nicht so wirklich damit gerechnet habe, eine Antwort zu bekommen. Nicht schlecht habe ich allerdings gestaunt, als ich heute eine Email mit Bildanhang bekommen habe:




Gerhard wurde gefunden In Prag, im Gebüsch, hihi. Und Alter, thats one fast unicorn! Wir haben ihn gestern Abend erst in die Freiheit entlassen, und heute ist er schon auf dem Weg zu Koks und Nutten gefunden worden. Dankeschön, lieber Jiri, das ist echt extrem cool (Auch wenn ich nicht Gerhard heiße ;) )





Achja, und falls ihr euch wundert, warum ich immernoch hier was schreibe und nicht endlich in meinen Urlaub fahre: Ich muss auf meinen Zug warten.

Außerdem habe ich für meine Abwesenheit noch zwei Beiträge vorbereitet, an denen ihr euch erfreuen könnt!

Bis dahin:
Ciao!

Donnerstag, 26. Juli 2012

Sie sind unter uns!



Mein Sommerurlaubsversprechen hat ja lange gehalten :D Aber in der aktuellen MÄDCHEN ist ein SO abstruser Artikel, den kann ich euch nicht vorenthalten. Achja, für die Interessierten: Meine Prüfungen sind ziemlich gut gelaufen, jetzt steht nur noch eine Hausarbeit zum Thema "Geschlecht und Schulerfolg" an. Aber, zurück zum Thema:

Magie. Ich weiß nicht, ob ich von der Wissenschaftlichkeit korrumpiert wurde, aber ich finde Magie eine nette Fantasiespielerei. Ich glaube nicht an höhere Wesen, Engel, Magie, Zaubersprüche und Dämonen. Ich respektiere Religionen und deren Wertekanon, aber wenn ich AstroTV schaue oder spirituelle Seiten im Internet ansurfe, verliere ich schon so ein bisschen meinen Glauben in die Menschheit. Wenn jetzt noch schlechte Jugendzeitschriften in die Gleichung kommen, wirds dann langsam sehr merkwürdig.

Die aktuelle MÄDCHEN hat sich an journalistische Arbeit gewagt und ist dabei eher so...mittelerfolgreich. Worum geht es? Hexen und schwarze Magie, yay!

Ja, Hexen und schwarze Magie


Die Hexen sind unter uns



Wooooho, spooky! Als schlechte Reportage getarnt schreibt Caroline DeClair (Autorin dieses literarischen Meisterwerks) über ein Mädchen aus einer Familie von Hexen und ihrer Ausbildung zur weißen Meisterin. Dabei wird mit keinem Wort darauf eingegangen, dass "Magie" maximal etwas mit psychologischen Effekten zu tun hat. Keinerlei Kritik, mit keiner Silbe. Ich meine, hey, Esoterik und Spiritualität schön und gut, aber ist kritisches Denken nicht universell nützlicher als ein weiterer fraglos zahlender Kunde der Sternen-Industrie? Oh. Wait....



Im Folgenden zitiere ich wild aus dem zweiseitigen Artikel.


"Wir sind Hexen", verrät Leona der Astrologin und Journalistin Caroline DeClaire, die Leonie für die MÄDCHEN Zuhause besucht hat. In einem verschlafenem Örtchen in Norddeutschland, nicht weit vom Brocken im Harz entfernt...
Warte...der Brocken? Seit wann ist der denn in Norddeutschland? Und total magisch, wie Leona innerhalb von einem Satz den Namen wechselt. Großartig! (Nein, dass ist kein Tippfehler von mir. Da steht wirklich "Leona" und "Leonie"...)


Und die hübsche Junghexe warnt uns eindringlich, dass dies [Magie kann böse enden, Anmerkung von mir] auch für Schulnoten und alle anderen Vorteile gilt, die man durch Zaubersprüche und Rituale erzwingen kann.
Stimmt, weil Schulnoten oder andere messbare Sachen zeigen würden, dass der Schmu einfach mal gar nix bringt. Es wird übrigens insgesamt fünfmal im Artikel darauf hingewiesen, wie hübsch Leona/Leonie ist. Klasse. Sie besucht btw. keine Schule mehr und macht auch keine Ausbildung, sondern lernt von ihrer Mutter das "Hexenhandwerk". Ähm. Ja.


Wir verstehen nur Bahnhof und haken nach wie das gemeint ist. Daraufhin weiht uns Leonas Mutter mit einem Beispiel aus ihrem langjährigen Berufsleben als Hexe ein:
Ihr Berufsleben als Hexe? Warum studiere ich eigentlich nochmal genau?

"Um einer jungen Frau zu helfen, die massive familiäre Probleme hatte, schickte ich eine Freundin zu ihr nach Hause. Der Weg mit dem Auto führte durch einen dunklen Wald und weil sie sich ängstigte, begleitete ich sie mental von Zuhause aus, in dem ich Kerzenmagie anwendete. So wurde sie auf der ganzen Fahrt über von einem weißen Lichtstrahl begleitet, der ihr den Weg wies." Eine Story, die uns beeindruckt und uns nicht mehr stutzig macht.
Ähm? Was? Warum macht uns das nicht mehr stutzig? Weil eine Frau, die Geld damit verdient, Leute zu verarschen, euch eine Geschichte erzählt hat? Ich meine...ernsthaft? Mentale Unterstützung via Kerzenmagie und weiße Lichtstrahlen? Und ihr glaubt das? Klar. Klingt plausibel.

Ist schwarze Magie denn wirklich gefährlich? Eindeutig ja! In dem Moment, in dem eine Person - ob Hexe, Magier oder einfach Spinner - jemandem schaden möchte, entsteht durch die Macht der Gedanken eine negative Energie. Das äußert sich durch Depressionen, bis hin zu Psychosen mit Wahnvorstellungen.
Achso, ich dachte immer, Depressionen wären eine Krankheit. Muss mich wohl mal jemand verhext haben. War ich wohl irgendwann mal böse. Ich meine, was soll der Scheiss? Klar, negative Gedanken sind blöd und scheisse, aber die haben doch mit schwarzer Magie, wohooohoooo, nichts zu tun? 


Was kannst du gegen schwarze Magie unternehmen? Hole dir zunächst Rat und Unterstützung bei einer Vertrauensperson. Zum Beispiel bei Eltern, Lehrern, Geistlichen, oder weißen Hexen, zur Not auch bei einer qualifizierten Jugendpsychologin. (Ja, da steht wirklich und ernsthaft "zur Not")
Ich finde keine Worte dafür, das da steht. Ich meine, hey, ich bin froh, dass man sich an seine Eltern wenden soll, wenn man sich schlecht fühlt, aber der Rest? Ehrlich? Bullshit! Riesiger, gewaltiger, stinkender Bullshit.

Esoterik und Spiritualität, auch Glauben können wunderbare Sachen sein. Sie können einem im Leben helfen oder Trost spenden. Aber sie sind keine Handlungsanweisung und erst recht keine Methode.

Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Was haltet ihr davon? Sollten 14-jährige MÄDCHEN lernen, sich ihres Verstandes zu bedienen? Ist diese Art von redaktioneller Kompetenz nicht erstaunlich? Warum mach ich mir Gedanken, ob ich je einen Job finden werde? Sollte ich endlich in den Urlaub? Was sagt ihr?

(So und ich bin jetzt wirklich weg! :D)


Dienstag, 24. Juli 2012

Sagt Hallo zu Gerhard!



...und tschüss zu mir. Also, für die nächsten ein, zwei Wochen zumindest. Ich bin grade dabei viele böse Prüfungen zu schreiben, und außerdem fahre ich nächste Woche nach Bremen und allgemein ist jetzt Urlaub.

Deswegen habe ich hier Gerhard für euch. Gerhard Glitzerstern ist ein Heliumballon aus dem Zoo und wohnt jetzt hier. Momentan chillt er in der Küche ab:



Mit diesem wunderschönen Bild verabschiede ich mich. Bis später :D

(Auf Twitter könnt ihr mir übrigens trotzdem weiterhin folgen. Unter @SkyesBride bin ich auch im Sommer erreichbar!)

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ich gehe unter die Schminktussiblogger

...nicht, dass ihr je meine Befähigung dazu in Frage gestellt hättet, aber jahaaa, auch ich wage mich in die ultramegacoole Welt der Schminkblogs vor! Ich hab zwar weder Talent, noch Bock mein Gesicht jeden Tag die Kamera zu halten und mein mittelmäßig unspektakuläres Make-up (Im Fachjargon auch AMU, bei mir einmal mit dem Finger in den Lidschatten gepatscht und übers Lid geschmiert) zu zeigen. Deswegen war ich geradezu entgeistert, als ich die neue BravoGirl in den Händen hielt...denn als großes Mega-Super-Sommer-Extra gibts diesesmal Lidschatten \o/



Ich war gierig und hab das Päckchen schon vorm Fotografieren aufgerissen

Meine beiden großen Leidenschaften, schlechte Mädchenzeitschriften und Schminktussikram, zusammen, verbunden, in Liebe vereint. \o/

Okay, man sollte sich das Zeug wohl besser nicht auf die Augen schmieren:

Wenn man es nicht erkennt, bitte vergrößern!
Ein Warnhinweis, dass man den Lidschatten besser nicht in der Nähe der Augen benutzen sollte. Classic. Dazu gibt es auch noch einen Applikator von geradezu monströsen Ausmaßen:

Und nein, ich trage nichtmal Nagellack. Ich wäre eine echt schlechte "Beautybloggerin"



Nach diesen Grundangaben, jetzt gehts zur Sache! Swatches! Das Auftragegefühl ist in etwa so, als würde man mit trockenen Fingern in einen Wasserfarbkasten greifen. So ähnlich ist auch das Ergebnis:



Das war, nachdem ich zweimal kräftig in die Farbe gedrückt habe. Das Grau kann man wenigstens noch erkennen, das Lila hat sich gar nicht erst blicken lassen, und vor dem orangenem Lipgloss habe ich ernsthaft Angst.

Und? Habe ich euch "angefixt". Rennt ihr gleich in den nächsten Zeitschriftenladen, für einen "Haul"? Und bin ich nicht offensichtlich eine richtig schlechte Schminktussibloggerin?

Dienstag, 10. Juli 2012

Riots not Diets




Meine Geschichte steht exemplarisch für viele junge Frauen, die unter dem Druck der strukturellen Verachtung von dicken Menschen stehen und leiden. Dick zu sein ist heute nicht einfach nur ein Zustand, es ist ein Urteil. Über unsere Gesundheit, unsere Moral und unseren Trieb.

Ich war vor meiner Magersucht übergewichtig und jetzt bin ich es wieder. Man kann sagen, mein Leben war bisher von meinem Gewicht geprägt. In der Schulzeit als Mobbingopfer aufgrund meines Gewichts, danach als magersüchtige Studentin und jetzt als Dickenaktivistin. Ich will mich dafür einsetzen, dass "Du bist ja fett" nicht mehr zu den schlimmsten Beleidigungen zählt, die man zu hören bekommt.

Dickenaktivismus, der vor allem von Blogs und Internetinitiativen ausgeht (wie z.B. der ARGE Dicke Weiber), ist eine großartige Sache. Es geht darum, Menschen ein positives Selbstbild zu vermitteln, anstatt sie zu verurteilen. Dass man nicht mehr als abnormal und krank abgestempelt wird und man sich nicht mehr traut, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Um es klar zu machen: Dicke Menschen sind einer Vielzahl von Abgriffen ausgesetzt, die in keinster Weise begründet sind. Nachteile im Berufsleben, Gesundheitsvorschriften, "Schönheits"-Operationen,  Schönheitsidealpropaganda, Scham und Hemmungen. Viele Vorurteile über dicke Menschen basieren auf falschen Tatsachen und dem unbändigen Willen der Menschheit, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie man zu leben hat.



Ich habe es als Teenager nicht ausgehalten, dass ich aufgrund meines Aussehens beschimpft wurde, und auch heute, um ein vielfaches stärker, traue ich mich kaum, in der Öffentlichkeit zu essen. Ich traue mich kaum, zum Arzt zu gehen, weil selbst bei einem Schnupfen der wohlgemeinte Ratschlag kommt, ich könne doch ein bisschen abnehmen.

Dieser Vorschlag kommt nicht nur von Ärzten, sondern gerne auch von Leuten, die sich einfach nur "Sorgen um meine Gesundheit machen". Ich meine...was? Nur indem man mich anschaut, kann man keine Rückschlüsse auf meine Gesundheit ziehen! Solchen Menschen geht es natürlich nicht um die Gesundheit. Einer wildfremden Person ist meine Gesundheit vermutlich relativ egal. Solche Personen wollen sich selbst besser fühlen. Und wer ist dazu besser geeignet als ein vermeintlich disziplinloser, haltloser, ungesunder dicker Mensch?

Allgemein leben wir einer Kultur der Schnelligkeit und der Kontrolle. Wir müssen immer perfekter werden, immer kontrollierter, immer fitter, immer gesünder. Immer produktiver. Max Weber war der Ansicht, die Kultur des Protestantismus, die Zügellosigkeit bestraft und Sparsamkeit, Fleiss und  Selbstkontrolle fördert, hat den Kapitalismus erst möglich gemacht. Nur durch diese Wertevorstellungen - und Menschen, die sich daran gehalten haben - war es möglich, dass der Kapitalimus einen Boden hatte, auf dem er gedeihen konnte. Denn die Maschinen wären wohl kaum gelaufen, wenn nicht jeden Tag um 4 Uhr fleissige, sparsame und produktive Menschen die Arbeit vollrichtet hätten. Heute ist es immernoch ganz genauso. Der dicke Mensch als vermeintliches Zeichen von Genuss und Ruhe ist der natürliche Feind. Unproduktiv. Faul.


Ich bin Dick. Und das ist gut so.


Google-Suchergebnisse. Oh Humanity.



Was gibt es Besseres als Suchergebnisse? Suchergebnisse sind so ein bisschen das Frauentausch oder Bauer sucht Frau der Bloggerwelt - sich mal so richtig über andere lustig machen! Aber ernsthaft, Leute suchen solche Sachen über GOOGLE? Ernsthaft?
Die ganze ProAna-Scheisse (Das gibts noch?), Suchanfragen für Sex mit Minderjährigen (Shame on you!) und Fäkelsprache lass ich mal weg. Bin ja nett.

auf kacken einige tage verzichten
Uhhhh, keine gute Idee? Warum eigentlich? Campingausflug?

nazis find ich persönlich ja doch eher uncool
Sehr gut!

ich spritz dir in die fresse
Was auch immer die Person gesucht hat...sie hat es auf meiner Seite gefunden. Das macht mir Angst.

wann es ok ist scheisse zu sagen
Wenn etwas scheisse ist?

rollatoren treffen
Treffen sich zwei Rollatoren. Sagt der eine:..

bulimie yoga
Naja, wenn man sich so verbiegt, dass der Magen rebelliert....

beziehung hat keiner die hosen an
DAS ist der Idealzustand :D



bravo girl so sieht deine zukunft aus
Du wirst hübsch zurechtgemacht neben deinem Ehemann sitzen und verwundete Hundebabys pflegen.

was muss man machen um kacken zu können
...Okaaaaaay...

aus versehen jemanden beleidigt
Passiert mir auch immer wieder.

beleidigung auf sexueller grundlage socken
...Was? Wie?

dinge die wie hitler aussehen
Katzen, Wolken, Charlie Chaplin, Hitler...

haie beim kacken
Oh Neiiiin ;_____;

hoden und penis braten
oO

tief unter der erde in niederösterreich
Ja, Östereicher sind schon komisch, aber doch keine Maulwürfe oO

welche nagellackfarben soll eine 11 jährige benutzen damit es nicht zu tussig wirkt
Welche, die ihr gefallen?


Ich freue mich übrigens immer total, wenn Leute irgendeinen Artikel von mir mit Zitat oder meinem Namen suchen. Das ist voll toll, wenn jemand explizit mein Geschreibsel sucht :)


Sonntag, 8. Juli 2012

"Erschrocken schrie ich, doch dann wurde ich unter Wasser gezogen..."



Okay, okay, ich bin unromantisch. Ich finde nicht viel an Kerzen (habe eh Angst vor Feuer), diese Ernsthaftigkeit geht mir auf den Nerv, und ich bin einfach zu ungeduldig für solche Sachen. Aber zumindest so ein bisschen Traumwelt, so ein bisschen Romantik, das verstehe sogar ich. Bei den Autoren der romantischen Liebesstorys von der Bravo sieht das da schon anders aus. Dass Romantik nicht gerade deren größte Stärke ist, wissen wir ja. Das hält mich aber nicht davon ab, auch über die Stories aus dem aktuellen Heft zu lästern!

"Ein salziger Kuss" (angeblich von Laura, 15)


Juhuuuuu, endlich für eine Woche allein in den Urlaub!
Wie? Was? Mit 15?

Lange hatten wir das schon geplant, ich und meine drei besten Freundinnen!
Nur der Esel nennt sich selbst zuerst! :O

Es ging nach Mallorca! Der Partyinsel überhaupt! Und das ganz ohne Eltern
Ich wiederhole es nochmal: 15! Darf man da überhaupt schon alleine fliegen, von Hotelzimmer mieten und Party machen mal ganz abgesehen?

Wir hatten uns vorgenommen, ordentlich zu feiern und viele süße Typen kennenzulernen.
Klar, was sonst. Klingt genau nach der Art vernünftigem Teenager, den ich als Elternteil beruhigt nach Mallorca schicken würde.

Als wir ankamen, wurden unsere Erwartungen bestätigt! Schnell lernten wir eine Gruppe Jungs kennen, ebenfalls aus Deutschland, und verstanden uns direkt super!
Go on.

Als ich zwei Tage später im Meer badete, kniff mich plötzlich jemand unter Wasser.
Und jetzt wirds gruselig.

Erschrocken schrie ich, wurde dann heruntergezogen und sanfte Lippen drückten mir einen salzigen Kuss auf die Lippen.
Ähm...ich will ja nichts sagen, aber das hat erschreckende Ähnlichkeit mit "surprise buttsex" und ist ganz und gar nicht romantisch, sondern ziemlich übergriffig. Und ekelig.

Als ich wieder auftauchte, erkannte ich Tobi, einen der Jungs.
"...und haute ihm volle Kanne eine runter." Sorry, Wunschdenken. Das ist übrigens die einzige Beschreibung, die wir von diesem göttergleichen Wesen je bekommen werden.

Ohne ein Wort zu sagen, küssten wir uns wieder.Es fühlte sich an,wie in einem Liebesfilm
Ähm...nein, es klingt wie zwei nasse Teenager im Meer, die noch nie ein Wort miteinander gesprochen haben.

Von diesem Moment an waren wir unzertrennlich! Am letzten Tag tauschten wir Nummern und telefonierten in Deutschland regelmäßig.. Seit einigen Monaten sind wir jetzt ein Paar. Was daraus wird, weiß ich nicht...aber ich bin schon sehr verliebt ihn....
Eieieieiei....


Freitag, 6. Juli 2012

"Die Minirock-Lüge" - Warum ich kurze Röcke trage

Eigentlich liegt es mir fern, aus Versehen irgendwelche Statements zu treffen. Genauer liegt es mir fern, mit meiner Kleidung ausdrückliche Zeichen zu setzen, wie "verfügbar ich bin". Ich trage, was mir gefällt, und worin ich mich wohlfühle. Alles Schwachsinn! Wenn Frauen sich bestimmte Sachen anziehen, dann nur und ausschliesslich für Männer! Ihr denkt, solche Geisteshaltungen existieren nicht mehr. Pah!




Der Quotenmann von Clack fragt sich, wie weit man schön zurecht gemachten Frauen vertrauen kann, wenn sie behaupten, sie wollten nur sich selber gefallen.


Diese Hinterlistigen Biester! Behaupten diese Weiber einfach, sich nicht für uns Männer anzuziehen, sondern sich selber wohl fühlen wollen! Kurz was zum Autor dieser Kolumne? Réda Phillipe El Arbi ist der "Quotenmann" bei einem schweizer Lifestylemagazin, zumindest seit letztem Monat. Dort schreibt er über den "großen unterschied in kleinen Geschlechterfragen. Sein Lebensmotto ist "Arrogant. Und das zurecht."

Lassen wir die Studien, die belegen, dass Frauen während ihres Eisprungs mehr Haut zeigen, mal beiseite und nehmen nur den gesellschaftspsychologischen Aspekt des «Wohlfühlens»: Wenns ums Wohlfühlen ginge, würden dann diese Damen nicht im Schlabberpulli und Trainerhosen in die Öffentlichkeit?

Weil...sie sich in der Öffentlichkeit mit Schlabberpulli nicht wohlfühlen würden, nur so als Idee? Und diese Studien, die er da anspricht sind ziemlicher Schwachsinn, was Reliabilität und Validität angeht, sie erklären in keinster Weise irgendeinen angeblichen Zusammenhang zwischen Zyklus und Kleidungsstil. Just say'in

«Aber ich fühl mich auch gerne für mich selbst attraktiv! Das muss nicht immer an Männer gerichtet sein», werden einige Frauen widersprechen.Mein Frage wäre dann: Wie oft sie sich abends im Minirock alleine vor dem TV einkuscheln, Mövenpick-Eis reinschaufeln, ein Kissen auf den Bauch drücken, während sie kitschige Filme schauen?

Meint dieser Typ ernsthaft, Frauen ziehen sich nur schick an, um Männern zu gefallen,weil sie im Umkehrschluss ja sonst auch zuhause im Minirock rumlaufen würden? Das ist nicht so - ich zum Beispiel wähle meine Kleidung anhand der Bequemlichkeit, meiner Laune und meinem Geschmack aus. Zuhause laufe ich meistens nackt rum, weil ich es angenehmer finde. Ich trage gerne Stoff-Miniröcke, obwohl ich das wegen meiner Figur laut diversen Frauenzeitschriften eigentlich gar nicht sollte. Es gefällt mir, es ist bequem, man kann sich gefahrlos hinsetzen, rumspringen und auch mal dem Bus nachrennen. Was ich damit NICHT will, ist blöd angemacht oder angegegafft werden.

Zudem scheinen die Minirockträgerinnen oft zuhause nicht einschätzen zu können, wie kurz das Teil wirklich ist: Sie zupfen alle paar Sekunden den Rocksaum nach unten. Sie setzen sich verkrampft hin, sie nerven sich über die männliche Aufmerksamkeit (ausser natürlich über die Aufmerksamkeit von charmanten, gutaussehenden Männern).

Schnuppelpups, es ist so: charmante Männer sind vielleicht einfach charmant, wenn sie einen anlächeln? Nicht aufdringlich, laut, beschämend, gaffend, ekelig? Ich fühle mich auch unwohl und zupfe an meinen Lieblingsröcken rum, wenn ich mich beobachtet fühle. Manche Leute nesteln an ihren Handys, schauen sich um oder hören Musik. Das heisst nicht, dass die bösen Frauen erst die Männerwelt anregen und sich dann unwohl fühlen,weil sie doof sind und ihren Traumprinzen suchen - sie wollen nur einfach nicht begafft werden.

Klar gibts Ausnahmen, Frauen, die sich in kurzen Röckchen durchaus wohlfühlen, die es auch geniessen, wenn ihnen Aufmerksamkeit zuteil wird. Die haben auch kein Problem mit den Männern.

Das sind zwei verschiedene Aspekte! Ich fühle mich in kurzen Röcken toll - aber ich stehe nicht ungeteilt auf jede Form von blöder Anmache. Ebenso trage ich keinen BH, weil ich mich ohne wohler fühle. Das Einzige, was mich nervt, ist die "Aufmerksamkeit", die meinen Nippeln geschenkt wird. Ich hab kein Problem mit Männern - mit Gaffern aber schon.




Donnerstag, 5. Juli 2012

IQ-Test über die WIRKLICH wichtigen Themen



Wie man "Intelligenz" misst, ist umstritten. Grade in den empirischen Wissenschaften geht man davon aus, dass sich komplexe Systeme nicht einfach so mit einem einfach Test prüfen kann. Das System "Intelligenz" besteht aus so vielen Teilen, mathematischem, sprachlichem, emotionalen Punkten...Aaaach, Fuck it. Das klingt doch viel zu sehr nach Schule, igittigittigitt. Da ist die BravoGirl mit ihrem "Großen IQ-Test" schon einen Schritt weiter.

"Vergiss alle anderen IQ-Berechnungen - jetzt machst du hier den ultimativen Test! Hier dreht sich alles um die ECHT wichtigen Themen: Wie fit bist du in den Themen Internet, Beauty, Jungs, Mode und Fitness?"


Klar. Die trauen in ihrem Heft keine 40 Seiten vorher jungen Mädchen zu, sich problemlos die aktuellen Trends 2012 zu merken und im Schlaf 14 verschiedene Handtaschenformen Bildern zuordnen zu können, aber Mathematik und Logik sind Teufelswerk. Und noch schlimmer: Langweilig.

Ich habe mich diesem Test gestellt. Macht doch mal mit und testet euren "Jungs-IQ".

Was ist Jungs bei Mädchen wichtig?
A) Attraktives Aussehen
B) Tolle Persönlichkeit
This is a hard one! Vermutlich ist Antwort B die erwartete Antwort zum Sieg. Allerdings kann man sich da auch streiten...Schliesslich spielt das Aussehen immer auch eine gewisse Rolle. Stellt sich nur noch die Frage, wie man "attraktiv" interpretiert. Und, anderer Punkt: Wenn eine "tolle Persönlichkeit" so wichtig ist - warum gibt die Zeitung dann immer nur Tipps für ein tolles Aussehen?

Wie wollen Boys am liebsten angeflirtet werden?
A) Mit einer Einladung ins Kino
B) Indem man sie immer wieder anlächelt.
Gute Frage. Sieht vermutlich jeder "Boy" anders. Übrigens ist auch hier Antwort B wichtig. Weil das Mädchen muss sich ja auch immer brav passiv verhalten.


Was macht Jungs besonders eifersüchtig?
A) Wenn das Mädchen einen anderen küsst
B) Wenn das Mädchen auf Facebook mit einem anderen Jungen flirtet
Öhm...ich schätze ja mal...Beides?

Was wollen viele Jungs gerne an sich verändern?
A) Größere Nase
B) Mehr Muskeln
Ist "größere Nase" ein Euphemismus für einen anderen Körperteil? Dann könnte man sich streiten :D

Mit welchem von diesen Sets kann man sich Smokey Eyes schminken?
Es sind vier Lidschatten abgebildet. Auf einem steht "essence Smokey Eyes Kit". Halten die ihre Leser für bescheuert?

Hast du in deiner Facebook-Freundes-Liste mehr als 50 Jungs?
Das wirkt sich...inwiefern auf meinen IQ aus?

Wofür steht der Begriff "Wingman"?
A) Einen Kumpel, der beim Flirten hilft
B) Einen Comic-Superhelden
Muss ein 14-Jähriger das wissen? HIMYM ist keine Handlungsanweisung.


Achja: Da sind ja noch die "Technik- und Internetfragen!:

Wofür steht die Abkürzung "WWW"?
A) Willi wills wissen
B) Wunderwelt Wissen
C) World Wide Web

Welcher Laden hat keinen Onlineshop?
A) Primark
B) H&M
C)Deichmann
Mein IQ! Er schiesst durch die Decke!


Und, wie schlau seid ihr? Haut euch dieser empirische IQ-Test der neuen Generation nicht auch vollkommen von den Socken?

Montag, 18. Juni 2012

Die Sache mit der Freiwilligkeit

Der Artikel von Mariam Lau auf Zeit.de hat schon genug Wellen geschlagen. Hier könnt ihr die Antworten von den fuckermothers und von der Mädchenmannschaft dazu lesen.

Auf den ganzen Quatsch, der da drin steht, will ich gar nicht so dringend eingehen. Die Frage, mit der ich mich beschäftigen will, ist folgende:


“Der Feminismus hat, wie die Studentenbewegung, aus der er hervorging, ein Problem mit der Freiwilligkeit der angeblich Unterdrückten. [...] Im Fall der Frauen heißt es nun: Sie kennen eben immer noch nicht ihre wahren Wünsche [...] Frauen haben ein großes Stück der Macht erobert. Was wollen sie nun damit machen? Warum schrecken sie so oft davor zurück, durch Türen, die sie selber aufgestoßen haben, hindurchzugehen?”


Ja, das kann man schon fragen - warum fügen sich Frauen immer noch in die traditionelle Mutterrolle, rasieren sich die Beine, kaufen pinke Lockenstäbe und werden Kindergärtnerin statt Ingenieurin? Muss der Feminismus nicht endlich sein Versagen eingestehen?

Nö.



Klar könnte ich jetzt damit kommen, dass die Frauen immer noch von den Medien einer Gehirnwäsche unterzogen werden - und ich hätte damit zu einem gewissen Teil auch Recht.Wie man am Beispiel meines letzten Artikels sieht, sind vor allem junge Frauen einem Medienbombardement mit Botschaften ausgesetzt, wie sie aussehen, sich verhalten und kleiden sollen. Das färbt auch auf das öffentlich wahrgenommene Bild ab. Es entsteht eine Spirale aus individuellem Verhalten und öffentlicher Wahrnehmung. Ist es dann noch wirklich freiwillig, ob eine junge Frau sich die Unterschenkel rasiert? Oder wird sie von Aussen dazu gedrängt, wie subtil auch immer? Man kann niemandem daran aktiv die Schuld geben. Aber das ist nicht der Punkt.




Niemand behauptet, Frauen dürften keine Kindergärtnerin werden, sich die Beine nicht rasieren oder ihr Glück nicht als Hausfrau und Mutter finden. Nichtmal der Feminismus. Die Frage ist nur:

Sind wirklich alle Entscheidungen, die von Frauen getroffen werden, absolut freiwillig?

Werden manche Frauen nicht vielleicht deswegen Erzieherin, weil sie sich nicht zutrauen zu studieren oder eine eventuelle mathematische Begabung vorliegt, die nie gefördert wurde?
Werden manche Frauen nicht deswegen Hausfrauen,  weil sie denken, ihr Mann will das so oder sie Sanktionen ála "Rabenmutter" aus ihrem Umfeld befürchten?
Rasieren sich manche Mädchen die Beine, nicht weil sie es mögen, sondern weil sie sonst gemobbt werden?

DAS ist die entscheidende Frage. Der Feminismus ist für alle da - und will Wahlfreiheit schaffen. Niemand behauptet, es würde nicht auch Frauen geben, die einfach Kinderlieb sind, oder die ihr Leben komplett der Kindererziehung widmen wollen. Oder das manche Frauen Haare nicht einfach blöd finden. Manche. Aber nicht alle. Wir müssen daran arbeiten, dass alle so leben können, wie sie wollen.

Der Feminismus versagt nicht. Die mediale Berichterstattung manchmal schon.




(Und dieser Zeit-Artikel ist wirklich FURCHTBAR zu lesen.)

Freitag, 15. Juni 2012

Haare sind das Schlimmste auf der Welt

Es gab eine Zeit, in der hatten Frauen Haare. Nein, nicht nur auf der Kopfhaut, sondern auch an Armen, Beinen, und, man mag es kaum glauben, sogar unter den Armen.

Es soll jetzt nicht um das Für und Wider der modernen Haarentfernung gehen, sondern darum, welches Bild inzwischen an Heranwachsende vermittelt wird. Denn die BravoGirl hat ihr allsommerliches Haarentfernungs-Special in die neueste Ausgabe gepackt. Die Frage dort ist gar nicht erst das OB - sondern einfach nur noch das WIE.

Natürlich!
Dabei spielt die Intention der Redakteure für mich gar keine Rolle. Klar, die Peergroup spielt unter Heranwachsenden eine sehr wichtige Rolle, gerade bei solchen Entscheidungen. Da wird gelästert, beleidigt und sozial ausgeschlossen, wer den Haarentfernungstrend nicht mitmacht. Dass sich viele junge Mädchen deswegen entschließen, sich ihre zart sprießenden Häarchen zu entfernen, ist kein großes Geheimnis. Allerdings sollte ein Jugendmedium meiner Ansicht nach auch zeigen, dass es nicht so sein MUSS. Dass man sich nicht rasieren MUSS.




So sehen Pressebilder von Veet aus. 
Aber da der 6-seitige Bericht von Veet gesponsert wird...was mache ich mir da Hoffnungen? Nicht, dass da irgendwo was von Werbung stehen würde...Das sind doch alles nur Produktempfehlungen. Natürlich.

Bei der Lektüre einer bebilderten, 5-teiligen Anleitung fürs Schamhaarwaxing bei 15-Jährigen kam in mir dann doch die Frage auf: Warum? Und, Polemik: Wächst da eine Generation von Jugendlichen heran, die nicht wissen, dass menschliche Behaarung keine abscheuliche Monstrosität ist? Es ist eine Mode. Ja, es ist derzeit soziale Norm, aber es ist keine verdammte PFLICHT. Es gibt Menschen, die mögen glatte Haut. Es gibt Menschen, die finden den Aufwand zu mühselig oder Behaarung einfach schöner. Das ist keine Charakterschwäche. Klar, die Zeitschrift wird vermutlich eine Menge Geld bekommen haben, die ganzen schönen bunten Haarentfernungsmittelchen bewerben zu dürfen - aber die Redaktion hat auch eine Verantwortung.



Die Verantwortung, zu vermitteln, dass man sich wohlfühlen sollte. Im eigenen Körper, mit Haaren, ohne Haare, als Jungfrau, vielleicht auch als Homosexuelle. Teenagerprobleme begrenzen sich nicht nur auf BOYS, Romantik,Schminken und Schamhaarentfernung. Sie sollten Mädchen, die sich nicht rasieren könnten, wollen oder dürfen, nicht noch ein schlechtes Gewissen einreden und mit dem symbolischen "Iiiehhh, ekelig"-Finger auf sie zeigen.


Und da in dem Bericht empfohlen wird, seine Arm- und Gesichtbehaarung chemisch zu bleichen, hat sie Redaktion auch eine gesundheitliche Verantwortung.





Und mal davon abgesehen, dass in dem Bericht auch mit keinem Wort erwähnt wird, dass Wachsen und Epilieren ziemlich weh tut, kann das auch sehr unschön enden, wie eine Frage aus der Cosmopolitan 6/12 sehr schön illustriert:

Nach dem Waxing bildet sich bei mir eine Kruste auf der Haut. Wie kann ich das verhindern?

Sie reißt sich sprichwörtlich die Haut vom Körper - und statt mit dem Quatsch aufzuhören, wird ihr empfohlen, AloeVera draufzuklatschen.

Weil Haare das Schlimmste auf der Welt sind.


(Fast genauso schlimm,wie eine Bloggerin die drei Wochen nichts geschrieben hat - Shame on me!)

Mittwoch, 23. Mai 2012

Feminismus 101 - Privilegientheorie



Ja, heute wirds theoretisch, deswegen schnell einen strengen Dutt gemacht und die Brille zurechtgerückt, und los gehts.

Dass ich die Privilegientheorie anschneide, werde ich vermutlich noch bereuen. Warum? Es ist ein sehr emotionales Thema, wenn man sich die Diskussionen anschaut. Wenn man gezwungen ist, über seine eigenen Privilegien nachzudenken, kann das schmerzhaft und erkenntnisreich sein.

Eigentlich ist die Erkenntnis ja keine Große: Wir hier in Deutschland sind priviligiert gegenüber Menschen in Afrika, Weiße sind in unserer Gesellschaft priviligiert gegenüber People of Colour (Selbstbezeichnung, hat sich bei mir so eingebürgert, und ich finde den Begriff gut.), und ja: So, wie es momentan aussieht, sind Männern zu großem Teil Frauen gegenüber priviligiert.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass alle (weißen) Männer in Deutschland in einer fröhlichen pinken Zuckerwattewolke rumschweben und nie Probleme haben. Männer können genau so in furchtbare Situationen kommen wie Frauen und werden in bestimmten Gebieten auch benachteiligt, z.B. Unterhaltsrecht oder Familienzeit. Ebenso unterliegen auch Männer einem gewissen Zwang, was das Verhalten angeht, und werden sozial bestraft, wenn sie aus der männlichen Rolle fallen.



Worum es bei der Privilegientheorie geht, ist das Problem der Diskriminierung. Und nein, Gruppen, die mehr "Macht" oder mehr Privilegien in einer Gesellschaft haben, können nicht strukturell diskriminiert werden. Punkt. Sie können bestimmte Nachteile haben, aber en gros liegt eben keine Diskriminierung vor. Und da kommen Feminismus und Privilegientheorie zusammen.

Der Feminismus (oder, besser ausgedrückt, mein Feminismus) geht davon aus, dass Frauen in Deutschland strukturell benachteiligt sind. Wir unterliegen einer viel stärkeren Kontrolle unseres Aussehens. Das heißt nicht, dass das bei Männern nicht auch so ist. Männer unterliegen z.B. einer viel stärkeren Beschränkung, was Kleidung angeht. Allerdings wird bei Frauen viel stärker auf ihr Äußeres geachtet, und es wird viel schneller Rückschlüsse auf den Charakter geschlossen. Ebenso wird uns Frauen einfach global unterstellt, dass wir nur Shoppen, Schuhe und Diäten halbwegs spannend finden.

Und wer bestreitet, dass dem so ist, dem empfehle ich, als Frau Informatik zu studieren. Das sitzt du in einem Raum mit 80 Männern und wirst als Putzfrau angesehen. Weil Frauen "sich doch für so was schweres nicht interessieren". Ebenso wird bei einem Fehler nicht gleich aufs ganze Geschlecht geschlossen - "Frauen und Technik" eben.



Niemand sagt, dass die gemeine Feministin vorhat, Männer vom Gender-Siegertreppchen zu schubsen, und sich selber an die Spitze zu stellen. Wir wollen das Siegertreppchen anrempeln und anzünden, damit sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen können.

Und dazu ist es wichtig, dass man sich seiner Privilegien bewusst wird. Und auch, dass man sich seines eigenen, unbewussten Sexismus bewusst wird und sich selbst beobachtet. Und das hat nix mit "Tittenbonus" oder "Penenbonus" zu tun, sondern, dass man von der beliebten Auffassung abkommt, Frauen und Männer haben eben gewisse bestimmte Macken. Alle. Immer.

Yeah, xx


Samstag, 12. Mai 2012

Feminismus 101 - Von Haaren, Selbst- und Fremdbestimmung



Radikale Selbstliebe scheint für viele Frauen ein schwieriges Konzept zu sein. Ich meine, hey, auch ich hatte so ziemlich mein gesamtes Leben >12 ein echtes Problem mit mir selber. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das geht sehr vielen Frauen so. Frauenzeitungen und Nachmittagsfernsehen befeuern diese Selbstzweifel noch.  Unsere Körper sind zu einer medialen Ware geworden, die normiert, abgemessen und abgepackt wurde.

Das betrifft nicht nur unser Äußeres, auch unser Verhalten. Frauen haben ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen, sonst werden Rückschlüsse auf unser Sexualverhalten, unsere Vorlieben oder auf unseren Charakter gezogen. Gerne auch von Außenstehenden.
Und ja, dieses Problem betrifft auch Männer oder Trans*. Hell, das betrifft so gut wie alle menschlichen Untergruppen. Ich schreibe hier aber nur über Frauen, weil ich davon einfach am meisten Ahnung habe ;)

Eins der Merkmale, bei dem mir das stärksten auffällt, betrifft die Körperbehaarung. An und für sich hat das ja keinen zu interessieren, wie und ob man sich enthaart. Trotzdem ist es mehr oder weniger ein Zwang, dem frau untersteht. Ja, es ist tatsächlich ein Zwang. Ich habe es getestet, in einer Mischung aus Neugier, wie ich mich damit fühle, und Trotz. Okay, und keiner Lust auf Rasierer und Co. Also: Ich habe mir 4 Wochen nicht die Beine rasiert. Big Gasp!



Ich enthaare mich im Wesentlichen, seit ich 13 bin. Ich wurde beim Umziehen zum Sport immer gehänselt, weil ich Haare an den Beinen hatte. Meine Mama hatte mir aber verboten, mit dem Rasierer zu hantieren. Heute bin ich ihr dankbar dafür, aber damals - die Hölle. Also, 8 Jahre intensives Enthaaren. Im Sommer öfter, im Winter seltener. Irgendwann habe ich mir dann gedacht: Warum eigentlich? Warum tue ich mir das jeden zweiten Abend an, nur um dann keine 8 Stunden später wieder rumzustoppeln? Von Wachs und Epilierer mal ganz abgesehen! Ich habe einfach mal drüber nachgedacht, was ich da tue. Und Warum.

Objektiv gesehen gibt es keinen Grund dafür. Biologisch schon gleich zweimal nicht. Also bleibt: Soziale Gründe. Und ich als Expertin für das Zusammenrotten von Menschen in Gruppen sagte vorher: Meine Beinstoppeln gehen keinen was an. Selbst meinen Freund geht das nur in Teilen was an. Nachher sage ich: Menschen sind doof.

Denn ich habe mich persönlich richtig heftig unwohl gefühlt. Selbst mit bedeckten Beinen. Das ist ähnlich wie mit Unterwäsche: Wenn man schöne Unterwäsche trägt, fühlt man sich selbstbewusster. In meinem Kopf ist der Enthaarungszwang inzwischen so verankert, dass ich mich richtig unwohl gefühlt habe. Der Gipfel des Unwohlseins trat dann auf, als ein kleines Mädchen ( 7? 8?) im Schwimmbad ihre Mutti gefragt hat, was ich da an meinen Beinen habe, warum ich da Haare habe.

Argh!

Was will ich jetzt nun damit bezwecken? Dass sich keiner mehr rasiert? Ich weiß selber, dass werde ich wohl nicht hinbekommen. Bekomme ich ja nicht mal bei mir selbst hin. Aber ich will, dass ihr darüber reflektiert: Warum rasiert ihr euch? Warum findet ihr Haare unterhalb der Augenbrauen ekelig? Was denkt ihr, würdet ihr einen Monat ohne Rasierer aushalten? Und wenn nicht warum? Ich will einfach, dass man nicht unbedacht dieser Norm entspricht.

Yeah, xx

Freitag, 11. Mai 2012

Tumblr-Time!

Für die Leute, die meine heißen Titten-Bilder toll finden: Ich bin auch auf Tumblr zu finden! Mit awesomtastischen Haaren, hübschen Frauen, viele Haie und Pony-Content! Schaut mal vorbei:



http://feminismandsharks.tumblr.com/

Yeah, xx

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gesetze sind jetzt auch eher so Auslegungssache - "Rache ist süß"-Tipps



Rache ist so eine Sache. Es ist definitiv eine Emotion die ich nachempfinden kann. Trotzdem sollte man sich wohl überlegen, wenn man tatsächlich....Ach was, Fuck it. Die BravoGirl-Redaktion hat zwar erheblich mehr Verantwortung als ich, macht sich aber weniger Gedanken drum. In einer Ausgabe gibt es deswegen "Saulustige Rache bei Eltern, Zicken oder Exfreund-Alarm". Solche kleineren Dinge wie Gesetze oder Regeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens sind in der Welt der Redaktion eher so ein kleines Hindernis, wenn man mal richtig fies sein will. Kihihihi!

Also, welche Tipps werden da denn so gegeben?

Verfasse einen Aufsatz und spicke ihn mit lauter fiesen Hinweisen auf die blöde Zicke! Dann melde dich und lies deinen Aufsatz laut vor! Die Klasse wird sich kaputtmachen.
Ja. Über dich. In welcher Welt lebt der Autor eigentlich,  in der man in der Schule einfach so irgendeinen selbstgeschrieben Mist aufsagen darf?

Wenn du Zugang zu ihrem Handy hast, tausche doch einfach mal ein paar Nummern aus, zum Beispiel die von ihrem Freund gegen die von ihrer Oma! Die wird sich über die komischen SMSen wundern und du hast deinen Spaß. Sooooooo lustig!
Wie sollst du das denn bitte merken und deinen "Spaß" daran haben? Und um an das Handy einer anderen Person zu kommen, muss man es doch...klauen, oder? Rufen die hier zum Diebstahl auf? oO

Aber auch die eigenen Erzeuger dürfen nicht zu kurz kommen!

Verstecke MINDESTENS 3 Wecker im Schlafzimmer deiner Eltern und stelle sie auf unterschiedliche Weckzeiten ein! Am besten am Wochenende!
Und das führt...wozu? Lebe ich in einer Realität, wo solche Tipps tatsächlich in Zeitungen gedruckt werden?

Klebe eine Tür, die nach innen aufgeht. von außen mit Zeitungspapier zu! Wenn Mama oder Papa sie öffnen, stehe sie vor einer Zeitungswand. Durchkommen unmöglich!
Klar. Total unmöglich. Und immernoch, welchen Effekt soll das haben? Dass die Eltern den Paragraphen verfluchen, dass man Kinder nicht verhauen darf? Ernsthaft. Ich finde das nicht wirklich befriedigend.

Schicke deinen Eltern doch mal liebe Grüße übers Auto! Schreibe einfach mit einem knallroten Lippenstift auf Scheiben und Türen!
Dazu fällt mir echt nix mehr ein. Ernsthaft.

Aber auch der bösi-böse Exfreund darf nicht ungeschoren davonkommen:

Manipuliere seine Neue! Das wird ihn wahnsinnig machen. Erzähl seiner neuen, dass er in der Nase popelt. Ekel-Alarm!
Wow. Das ist echt großartiges soziales Verhalten, was den jungen Damen da beigebracht wird.



Aber naja, Gesetze oder soziale Regeln scheinen der Bravo-Redaktion eh verhältnismäßig wurscht zu sein. So zum Beispiel auch bei dieser Leser-Frage aus der aktuellen Ausgabe:

Wo können wir Sex haben?
Mein Freund und ich haben schon miteinander geschlafen. Doch wir sind so gut wie nie ungestört, das nervt total! (Marielle, 16)

Den Luxus einer sturmfreien Bude haben die wenigsten Paare in eurem Alter. Nutzt jede Gelegenheit! Wenn ihr abends ausgeht. Oder sucht nach Ausweichmöglichkeiten wie die Scheune beim Bauern (o.O), der Schrebergarten von der Oma (O.o) oder bietet an, die Blumen von Bekannten zu gießen und habt dann dort Sex! (O.O)

Alter...Ernsthaft? Ernsthaft.

Yeah, xx

Donnerstag, 3. Mai 2012

Feminismus 101 - Was mir unsagbar auf den Sack geht



Es ist faktisch nicht möglich, am feministischen Thema zu diskutieren. Zumindest nicht, wenn man tatsächlich irgendetwas erreichen will und keine Lust hat, dass sich an jedem Wort hochgezogen wird. Für mich sieht es immer so aus: "Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns." Und zwar von allen Seiten.  Beispiel? Gerne.

Elitemedium hat sich den Text von Anarchie und Lihbe vorgenommen. Es geht, kurz zusammengefasst, darum, dass Männer sich gefälligst scheiße zu fühlen haben: 

“Wenn du ein Mann* bist, muss es sich scheiße anfühlen, wenn dir die nichtmännlichen Leute um dich rum erklären, welche Privilegien du besitzt. Wenn du breitbeinig dasitzt und mit deiner Stimme einen Raum beherrschst, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere dir schildern, wie ohnmächtig und verloren sie deine Dominanz machen kann.”

Das ist eine ziemlich extreme Meinung und meiner Ansicht nach auch nicht so wahnsinnig zielführend:










Aber dieser Kommentar hat eine kleine Entrüstungswelle durch die Kommentarspalte geschickt:










Elitemedium hat vollkommen Recht: Bestimmte Gruppen können bestimmte Art von Diskriminierung nicht nachvollziehen. Das ist ein Teil des vielzitierten "männlichen Privilegs", dass ja schon bei der bloßen Erwähnung körperliche Schmerzen bei manchen Leuten auszulösen scheint. 

  • Nein, Männer können nicht nachfühlen, wie es sich anfühlt, als Frau nachts Angst zu haben eine dunkle Straße langzugehen.
  • Nein, Männer können nicht nachfühlen, wenn man als Frau im Vorstellungsgespräch abgelehnt wird, weil man ja Kinder bekommen könnte.
  • Nein, viele schlanke Menschen (und viele Männer) können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man sich nicht traut, in der Öffentlichkeit zu essen, weil man sonst ausgelacht wird.
  • Nein, Heterosexuelle können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man als Homosexueller seinen Lebenspartner verstecken muss.
  • Nein, Cismenschen können nicht nachempfinden, wie es ist, wenn man in seinem Körper nicht zuhause ist.
(Cismenschen: Gegenteil von Transmenschen, also Menschen, bei denen biologisches und empfundenes Geschlecht zusammenpasst, aka. "Die Meisten")
  • Nein, weiße können nicht verstehen, wie Andersfarbige mit Vorurteilen überhäuft werden.

Was soll jetzt also diese pseudogrammatische Auslegung meines Textes? Einfach absichtliches Falschverstehen? "Mimimimimi, da fehlt ein Adjektiv!" Ein Einzelfall ist es zumindest nicht, das hat Methode. Es nervt. Und ganz ehrlich: Ihr nervt. Ernsthaft, ihr habt es geschafft. Eine Feministin, die halbwegs daran interessiert war, in Diskurs zu treten, die mit euch "Männerrechtlern" reden wollte, hat keinen Bock mehr.

Ich verstehe mittlerweile, warum viele feministische Blogs keine Böcke haben, in Diskurs zu treten und in ihrer eigenen Sphäre schweben.

Da ich das aber auch reichlich bescheuert finde, allerdings aber auch ziemlich abgepisst bin, muss ich mich wohl zusammenreissen. Muss ich das? Will ich das? Ich meine, hey, ich könnte auch bis zum Ende meiner Blogger-Tage Bravos lesen und harmlose Texte schreiben. Aber damit wird man nicht gehört. Man wird nur gehört, wenn man trollt. 

Kann mir da jemand Nachhilfe geben?

Yeah, xx

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