Dienstag, 10. Juli 2012

Riots not Diets




Meine Geschichte steht exemplarisch für viele junge Frauen, die unter dem Druck der strukturellen Verachtung von dicken Menschen stehen und leiden. Dick zu sein ist heute nicht einfach nur ein Zustand, es ist ein Urteil. Über unsere Gesundheit, unsere Moral und unseren Trieb.

Ich war vor meiner Magersucht übergewichtig und jetzt bin ich es wieder. Man kann sagen, mein Leben war bisher von meinem Gewicht geprägt. In der Schulzeit als Mobbingopfer aufgrund meines Gewichts, danach als magersüchtige Studentin und jetzt als Dickenaktivistin. Ich will mich dafür einsetzen, dass "Du bist ja fett" nicht mehr zu den schlimmsten Beleidigungen zählt, die man zu hören bekommt.

Dickenaktivismus, der vor allem von Blogs und Internetinitiativen ausgeht (wie z.B. der ARGE Dicke Weiber), ist eine großartige Sache. Es geht darum, Menschen ein positives Selbstbild zu vermitteln, anstatt sie zu verurteilen. Dass man nicht mehr als abnormal und krank abgestempelt wird und man sich nicht mehr traut, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Um es klar zu machen: Dicke Menschen sind einer Vielzahl von Abgriffen ausgesetzt, die in keinster Weise begründet sind. Nachteile im Berufsleben, Gesundheitsvorschriften, "Schönheits"-Operationen,  Schönheitsidealpropaganda, Scham und Hemmungen. Viele Vorurteile über dicke Menschen basieren auf falschen Tatsachen und dem unbändigen Willen der Menschheit, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie man zu leben hat.



Ich habe es als Teenager nicht ausgehalten, dass ich aufgrund meines Aussehens beschimpft wurde, und auch heute, um ein vielfaches stärker, traue ich mich kaum, in der Öffentlichkeit zu essen. Ich traue mich kaum, zum Arzt zu gehen, weil selbst bei einem Schnupfen der wohlgemeinte Ratschlag kommt, ich könne doch ein bisschen abnehmen.

Dieser Vorschlag kommt nicht nur von Ärzten, sondern gerne auch von Leuten, die sich einfach nur "Sorgen um meine Gesundheit machen". Ich meine...was? Nur indem man mich anschaut, kann man keine Rückschlüsse auf meine Gesundheit ziehen! Solchen Menschen geht es natürlich nicht um die Gesundheit. Einer wildfremden Person ist meine Gesundheit vermutlich relativ egal. Solche Personen wollen sich selbst besser fühlen. Und wer ist dazu besser geeignet als ein vermeintlich disziplinloser, haltloser, ungesunder dicker Mensch?

Allgemein leben wir einer Kultur der Schnelligkeit und der Kontrolle. Wir müssen immer perfekter werden, immer kontrollierter, immer fitter, immer gesünder. Immer produktiver. Max Weber war der Ansicht, die Kultur des Protestantismus, die Zügellosigkeit bestraft und Sparsamkeit, Fleiss und  Selbstkontrolle fördert, hat den Kapitalismus erst möglich gemacht. Nur durch diese Wertevorstellungen - und Menschen, die sich daran gehalten haben - war es möglich, dass der Kapitalimus einen Boden hatte, auf dem er gedeihen konnte. Denn die Maschinen wären wohl kaum gelaufen, wenn nicht jeden Tag um 4 Uhr fleissige, sparsame und produktive Menschen die Arbeit vollrichtet hätten. Heute ist es immernoch ganz genauso. Der dicke Mensch als vermeintliches Zeichen von Genuss und Ruhe ist der natürliche Feind. Unproduktiv. Faul.


Ich bin Dick. Und das ist gut so.


Kommentare:

  1. Und - ganz nebenbei- was geht all diese Menschen eigentlich meine Gesundheit an? Wenn ich rauche, sagt ja auch niemand was.

    Toller Artikel, wunderbar. Kenne ich, erkenne ich mich zu Teilen wieder. Auch als ich das erste Mal davon hörte, dass es Frauen gibt, die dazu stehen, dass sie dick sind, dachte ich das erste Mal: Stimmt, wieso auch nicht? Wieso sollte ich mich so nicht auch wohlfühlen dürfen?
    Schade, dass es dazu erst Blogs geben musste, dass ich nicht von selbst drauf kam.

    Anyways: Danke! :-)

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  2. Ich kenne das Fühl.

    Habe selber 140 kg bei 187 cm gewogen und war mein ganzes Leben lang zu dick. Mittlerweile 25 kg abgenommen und bin laut BMI (der ja total aussagekräftig ist) bald nicht mehr adipös, sondern nur noch dick, und fühle mich damit echt wohl und werde auch weitermachen. Laut BMI wär >=90 kg in Ordnung, wäre also nochmal das gleiche abnehmen.
    140 kg ist viel, und tatsächlich ernsthaft ungesund. Da möchte ich nie wieder hin.

    Die Argumentation hinterm Drangsalieren von Übergewichtigen ist "ja die haben sich das ja ausgesucht". Deswegen ist das ja komplett anders als andere Unterdrückung wie Rassismus oder Sexismus und deswegen wird es nicht so eng gesehen, im Zweifelsfall hilft es ja den dicken sogar dabei, abzunehmen, wenn man sie nur oft genug darauf anspricht! Denn sie können ja etwas gegen das Dicksein tun, wenn sie nicht so faul und zügellos wären.

    Übergewichtig sein ist ein riesiges soziales Hindernis, unabhänig davon ob es meine Schuld, die Schuld meiner Eltern, der Gesellschaft oder schlichtweg "schlechtes Erbgut" ist.

    Das ist direkt und indirekt der Grund, warum ich mit 22 immer noch keine Beziehung hatte. Auf der einen Seite bin ich dadurch unattraktiv und dadurch eh für viele letzte Wahl, was zur Normalität wird. Mittlerweile weiß ich von mehreren Fällen, wo ich durchaus Chancen gehabt hätte und auch selbst nicht uninteressiert war, nur aufgrund von fehlender Erfahrung, der Erwartung dass ich ja eh keine Chancen habe und dementsprechend keine Initiative von mir aus (was für einen Kerl doppelt schlecht ist, da Männer ja geschlechterrollenmäßig die offensiven sein müssen) gabs da auch nichts.

    Deswegen bin ich in diesem Gebiet auch unerfahren und schüchtern. Wird besser, mal gucken wie das weitergeht.

    Ich mag deinen letzten Absatz zum Kapitalismus. Ergänzt gut das was ich vom ekelias gelernt habe: http://ekelias.soup.io/post/259858902/ (Reaktionen aufklappen :3 )

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    1. Du sprichst mir aus der Seele, deine Erlebnisse decken sich fast 1:1 mit meinen.
      Natürlich ist Übergewicht ab einem gewissen Punkt eindeutig schädlich und ich denke die meisten Leute, wenn sie es denn nicht böse meinen, wollen einem nur helfen und sind sich gar nicht des Schadens bewusst, den sie auch nur mit dem immer wieder darauf hinweisen auslösen können.

      Das schlimmste daran ist wie du selbst schon sagst die Gewöhnung an den Zustand/den Gedanken des nicht begehrenswert seins. Man rechnet gar nicht mehr damit für irgendjemanden als begehrenswert oder gar attraktiv zu gelten.
      Das ist vermutlich die größte Ursache für das in der Regel sehr geringe Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl von Übergewichtigen.

      Also nicht verzweifeln du bist nicht allein.

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  3. Finde ich sehr unterstützenswert. Mir geht es schon sehr auf die Nerven, wie selbstverständlich Dicksein in Gesellschaft und Medien verurteilt und verachtet wird.

    Hatte gestern erst wieder so ein Erlebnis: Eine dieser lächerlichen Doku-Soups, in deren Mittelpunkt eine dicke Frau war, die von ihrem Freund wegen ihrem Gewicht psychisch misshandelt wird. Sie bekam schließlich HIlfe — beim Abnehmen. Es ist zum kotzen, wie selbstverständlich inszeniert wird, dass man dicke Menschen psychisch misshandeln darf; dass das eine berechtigte Reaktion wäre, die auch noch in ihrem eigenen Interesse wäre, da sie einen Ansporn liefert, dünn zu werden.

    Ich würde mir sehr wünschen, wenn es auch hier eine größere Lobby geben würde. Ich habe den Eindruck, das Thema wird auch im Feminismus nicht wirklich behandelt. Zumindest bekomme ich davon kaum etwas mit.

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  4. Man sollte schon unterscheiden zwischen dick und adipös. Ersteres ist okay, letzteres wirklich Gesundheitsschädlich.

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    1. Nein, sollte man nicht. Ist es okay, adipöse Leute zu beleidigen? Was geht es denn andere Leute an, ob man "gesundheitsschädlich" lebt oder nicht? Rauchen ist gesundheitsschädlich, Wandern auch, beim Autofahren kann man sterben, Hähnchenfleisch enthält Antibiotika, die dich killen können, Sex ist auch nicht gut, Kinder und Haustiere sollte man sich auch nicht anschaffen (Ansteckungsgefahr!) und ich hab gehört, Stadtluft soll auch schädlich sein.

      Inwiefern beeinflusst dich es denn, ob jemand dick ist?

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    2. Ganz einfach, ich muss über meine Krankenkassenbeiträge für sie mit zahlen, wenn sie ihrer Knie wegen Überbelastung ersetzt bekommen.
      Sry, aber es ist einfach mal erwiesen, dass zu viel Übergewicht zu Diabetes, Herzkreislauferkrankungen und Schäden am Bewegungsaperat führt. Es stimmt aber auch, dass dies erst bei richtig starkem Übergewicht eintritt. Deswegen meine Unterscheidung von dick und adipös.

      BTW, ich beleidige auch gerne Raucher, weil sie mich mit vergiften.

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    3. Argh, ich dachte mir schon, dass irgendwann jemand mit dem blöden Krankenkassen-Argument ums Eck kommt. Dir ist das System der "Solidarität" schon bekannt, oder? Genauso könnte man sagen, dass Extremskifahrer, Leute die viel Sex haben oder Leute mit Erbanlagen für Krebs verachtenswert ist und ruhig beleidigt werden dürfen. Es geht nicht um die gesundheitliche Belastung, die ist ebennunmal Privatsache.

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    4. Solidarität verspüre ich mit Leuten die unverschuldet Krank werden oder einen Unfall bauen, nicht mit Leuten, welche einen riskanten Lebensstiel wählen. Dazu zählen in meinen Augen Adipöse und Raucher. Ich möchte noch einmal betonen, dass ich damit nicht Dicke meine , wo der Unterschied zwischen Krank machend Dick und "normal" Dick liegt, sollen die Mediziner entscheiden.
      Gesundheitliche Belastung ist dank allgemeinen Krankenkassenbeiträgen nun mal keine Privatsache. Deine Argumente hinken auch, da Extremsportler meist gesünder leben, als wir Normalos, da sie sich auf ihren Körper verlassen können müssen. Außerdem sind die Kosten, welche Knochenbrüche verursachen Penuts gegenüber Diabetes, Krebs und Herzkreislauferkrankungen. Viel Sex ist sogar eine ziemlich gesunde Sachen, wenn man sich schützt. Und für seine Erbanlagen kann keiner was, also ist das auch unverschuldet.
      Außerdem frage ich mich, wo ich Beleidigungen erwähnt habe? Nur dass man solchen Lebensstiel nicht einfach akzeptieren muss.

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    5. Und was heißt das in letzter Logik? Wenn du den "Lebensstil" nicht akzeptierst, wirst du das ja vermutlich auch in irgendeiner Form äußern. Seien das Seitenblicke, Bemerkungen oder eben Sachen, die andere Leute beleidigend auffassen. Und das geht eben nicht.

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    6. Es geht eben doch. Wenn er nicht offensiv und offensichtlich beleidigt, was ein Straftatsbestand wäre, dann darf er das im Zuge der allgemeinen Meinungsfreiheit. Moralisch steht das auf einem ganz anderen Blatt, da ist er in meinen Augen sehr hart.
      Aber @Skye genauso wenig ist es ok wenn du ihm vorschreibst wie er sich gegenüber anderen zu Verhalten hat. Wenn er keine Gesetze übertritt darf er es eben. Das ist das Problem mit demokratischen Gesellschaften. Andere Sichtweisen sind explizit erlaubt auch wenn Sie gegen die Massenmeinung oder die Moral laufen.
      Ich schätze Anonym nicht als mir sympatische Person ein und bin selber übergewichtig, aber er bezieht eine streitbare und durchaus bedenkenswerte Position.
      In einer Demokratie hat jeder Mensch das Recht auf Glück und darauf zu tun was er will solange er sich im Rahmen der Gesetze verhält. Aber man hat eben auch Pflichten der Gesellschaft gegenüber eben WEIL sie solidarisch ist.
      Und sein Argument man sollte unnötiges Risiko vermeiden um die Gesellschaft nicht zu belasten ist in meinen Augen genauso bedenkenswert wie freie Selbstverwirklichung und Entscheidungsfreiheit.

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    7. @BaWo: Ich habe nichts dagegen, wenn man einen riskanten Lebensstil wählt. Nur will ich nicht dazu herangezogen werden, dann die medizinische Versorgung zu bezahlen. Mann könnte z.B. höhere Krankenkassenbeiträge für solche Risikofaktoren einführen.

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    8. Das Argument, "höhere Krankenkassenbeiträge für solche Risikofaktoren" einführen zu wollen, finde ich anmaßend und bedenklich. Ebenso anmaßend finde ich, diese Menschen mit "Faktor" zu bezeichnen.

      Wozu dient denn eine Krankenkasse? Müssen Hypochonder dann auch mehr bezahlen? Herzkranke? Krebskranke? Schwangere? Erblich vorbelastete Menschen aller Art? Und was ist mit den Magersüchtigen oder Bulemikern, die, vielleicht auch unter anderem wegen solchen Kommentaren oder Kommentaren, sie seien selbst schuld in die Magersucht geraten, ständige Klinikaufenthalte, Psychotherapien etc. bezahlt bekommen?
      Und Adipositas heißt nicht, dass man bei einer Größe von 1,50m 170Kg oder sowas in der Art wiegen muss. Ich bin mir sicher, dass viele Leute, die adipöse Leute sehen, denken, dass sie dick sind, aber niemand würde sie als fettleibig bezeichnen. Und ich kenne mehrere Leute, die Übergewicht haben und wahrscheinlich NIE zum Arzt gehen. Unter anderem auch deswegen, weil sie vielleicht nicht die ganze Zeit auf ihr Gewicht achten und ständig an die Waage denken und deshalb auch psychisch weitaus ausgeglichener sind als manche Leute, die ständig Diät machen und deshalb -wer kann's ihnen verdenken- gereizt und erschöpft sind.

      @Skye: du schreibst, dass du magersüchtig warst. Darf ich fragen, ob du es überwunden hast oder soetwas in der Art? Ich beschäftige mich aus persönlichen Gründen sehr viel mit diesem Thema und weiß, dass es sehr schwer ist, da herauszukommen, falls es überhaupt möglich ist. Ich hoffe, das war nicht zu persönlich. Ich finde es gut, dass du, wie du schreibst, auch mit Übergewicht, zufrieden bist.

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    9. Ich war 3 Jahre lang magersüchtig, wobei ich das letzte Jahr damit verbracht habe, gesund zu werden. Ich habe ein Jahr gebraucht, bis ich komplett mit dem Erbrechen aufgehört habe. Allerdings war ich auch nie in Behandlung und habe versucht, mich da selber rauszuwurschteln (was von meiner heutigen Ansicht heraus ein Fehler war, aber ich hab mich einfach nicht zum Arzt getraut.).
      Ich bin mit 19 ins Krankenhaus gekommen, weil ich bei einer Party zusammengebrochen bin, und von da an hab ich beschlossen, mit dem Mist aufzuhören. Ich habe wieder was gegessen und versucht, nichtmehr 3mal am Tag zu kotzen. Wie gesagt, ich habe ein Jahr gebraucht, aber inzwischen mache ich es nur noch ganz, ganz selten (Einmal im Vierteljahr, würde ich schätzen).

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  5. Hi, ich bin selbst auch dick. Habe aber eher selten den Eindruck, deswegen irgendwie nicht gut anzukommen... Im Gegenteil, ich hatte früher viel weniger Selbstbewusstsein (was sich durch meinen Nebenjob als Kellnerin geändert hat) und obwohl ich schlanker war, kam ich um einiges weniger gut an als heute.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meistens vom Charakter und Selbstbewusstsein abhängt, wie man bei anderen ankommt und nicht von der Körperfülle! Nur leider lassen sich vermutlich viele übergewichtige Menschen einreden, dass sie nicht attraktiv o.ä. sind, wie auch schon ein Kommentar weiter vorne zeigt...

    Ich selber möchte gerne abnehmen, aber nicht unbedingt aufgrund von Aussehen - nein, ich find mich ehrlich ziemlich attraktiv, wenn ich in den Spiegel gucke :)
    Ich möchte abnehmen aus rein praktischen Gründen: Ich bin ein sehr sportlicher Mensch, gehe gerne laufen, radfahren, schwimmen, wandern und bei manchen dieser Tätigkeiten ist mein Übergewicht hinderlich, wenn z.B. beim Radfahren die Oberschenkel die ganze Zeit am Sattel schaben und dies bei 50 oder mehr Kilometern gerne mal zu rauhen schmerzhaften stellen wird oder mein Bauch beim laufen umherschwabbelt ist das einfach nicht angenehm.

    Es ist gut zu sich und seinem Körper zu stehen und sich damit wohlzufühlen, wenn man das ausstrahlt, kommt man auch ganz anders bei anderen an egal, ob man 50kg oder über 100kg wiegt.

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  6. Darf ich mal eine Frage zu den Bildern stellen? Sind die bewußt zum Thema gewählt? Ich sehe dort lediglich leichten Bauchansatz, aber "dick" ist für mich was anderes. Ok, schlank sind sie auch nicht, aber ich find es toll, wenn verdeutlicht wird, dass auch Menschen mit kräftiger Figur nicht per se häßlich sind. Was ja leider meist die erste Assoziation ist. Völlig unberechtigt, wie man sieht.
    Besonders das zweite Bild finde ich sehr erotisch und ästhetisch. Tolle weibliche Hüfte und sehr schöne Taille. Dazu die Strümpfe, sehr schön.

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    1. Ehrlich gesagt, ich habe den Text gestern relativ spontan geschrieben und habe dann die ersten paar Bilder genommen, die mir spontan in meinem unerschöpflichen Bilderordner entgegengeflattert sind...Also nicht wirklich durchdacht. Zu meiner Verteidung: Ich bin krank und war müde :D

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  7. Gleich mal vorweg: ich gehöre auch nicht zu den Schlankesten, und ich bin durchaus dafür, dass die Menschen lernen, sich nicht von der Gesellschaft vorschreiben lassen, wie sehr sie mit sich und ihrem Körper zufrieden sein sollen.

    Aber - ja, jetzt kommt ein aber - dieser "Dicken-Aktivismus" hat meiner Wahrnehmung nach ein deutliches Problem: er unterschlägt zu 99% die Grenze zwischen "dick" und "fett". Was zu einem echten Problem wird, sobald es um gesundheitliche Fragen geht. Der Punkt ist nämlich: man kann von seinem biologischen Idealgewicht ein gutes Stück abweichen (nach oben wie nach unten), ohne dass es extreme gesundheitliche Folgen hätte... aber irgendwann ist halt auch da der Punkt erreicht, wo es eben zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem wird. Egal ob man 50 oder 200 Kilo wiegt: irgendwann ist der Körper nicht mehr in der Lage, mit alldem vernünftig klarzukommen. Und dann ist es vollkommen egal wie gut man selbst damit klarkommt: es ist einfach nicht mehr gesund. Und ich finde es falsch, einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken.

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    1. Das Gesundheitsargument ist meistens doch nur eine Rationalisierung persönlicher Aversion.

      1. Es wird kaum ernsthaft der Eindruck geweckt, dass krankhafte Adipositats gesund wäre. Nur, darf jeder Mensch eben auch ungesund leben, wenn er dies möchte. Da hat niemand etwas reinzureden oder zu verurteilen. Das geht schlicht nur jene Menschen etwas an, die damit leben müssen bzw. wollen.

      2. Die meisten dicken Menschen sind eben nicht krankhaft Fettleibig und werden dennoch in dieser Gesellschaft auf inakzeptable Weise angegangen. Es ist mehr als rechtens auf diesen Missstand hinzuweisen, bzw. dagegen vorzugehen; Dicksein hier dann auf Extremfälle zu reduzieren, dient doch letzendlich nur dazu einer solchen Bewegung Steine in den Weg zu legen.

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    2. 1. In der Debatte um die Diskriminierung hat das Gesundheitsargument mal gar nichts verloren. Denn wie Andere schon angemerkt haben: Wenn es danach geht könnte man auch Raucher, Trinker etc. kritisieren. Mit Dicken fällt es nur leichter, weil man ihnen ihr Problem ansieht.
      2. Grundsätzlich Zustimmung, aber die abschließende Folgerung sehe ich genau andersherum: Wenn die Dicken-Aktivisten mittels Pauschalisierungen und mangelndem Mut zur Abgrenzung auch die extremeren Fälle mit einbeziehen, könnten sie sich selbst ihrer Glaubwürdigkeit berauben. Wenn man sagt "Jede Form von Übergewicht ist toll, muss man sich nicht schlecht fühlen, soll man stolz drauf sein.", dann schließt das nicht nur 100-Kilo-Patienten ein, sondern auch solche mit 200 Kilo oder gar mehr.
      Irgendwo hört Dick-sein auf, ein Lebensstil zu sein und wird zu einem ernsten Problem. Und ich finde es falsch, in einem Verständnis-Overkill jetzt so zu tun, als sollte man das mit "normal" Übergewichtigen auf eine Stufe stellen.

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    3. Und diese Unterscheidung zwischen "dick" und "fett" brauchen die Leute, damit sie ihre Vorurteile weiter pflegen können und halt nur auf die "richtige" Gruppe richten, wie?

      Hier, guck dir mal ein Bild von einer olympischen Leistungssportlerin an:
      http://www.blogger.com/profile/10665557648340012143

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    4. Gegenfrage: Warum unterscheidet man zwischen "schlank", "dünn" und "anorexisch"?

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  8. Ich steh total hinter dem was du in diesem post ansprichst. besonders frauen werden ja gern komplett aus der gesellschaft ausgeschlossen, wenn sie nicht dem gängigen schönheitsideal entsprechen.

    immer wenn mir jemand erzählt, dass er oder sie dicke menschen eklig findet, würd ich der person am liebsten vor die füße kotzen. ich kenne einige dicke menschen und die sind genauso wunderbar (oder eben nicht) wie alle anderen.
    ich versteh beim besten willen nicht, wie man ein urteil über einen menschen fällen kann auf grundlage von etwas, was einen selbst ja wohl am allerwenigsten betrifft.
    wenn man eine person nicht leiden kann, weil sie nervt, weil sie unfreundlich ist, oder sonst was, ist das verständlich. weil es einen in dem moment betrifft. aber in welcher weise betrifft es andere, ob jemand dick ist? absolut gar nicht.

    wie du gesagt hast, alles nur, um sich selbst besser zu fühlen.

    genauso schlimm finde ich an diesem abartigen schönheitswahn, dass einem eingeredet wird, dass im grunde niemand mehr zufrieden mit sich selbst sein darf. besonders nicht, wenn du eine frau bist. wenn ich meine fast 50-jährige mutter über ihren (nichtvorhandenen) bauchansatz jammern höre (meine mutter ist 1,67m und wiegt knapp über 40kg...) kann ich immer nur den kopf schütteln. ich hab angst, wo das mal hinführt.
    ich hoffe einfach, dass die ganzen body positive bewegungen was ausrichten können, damit sich alle leute einfach wohl fühlen können in ihren eigenen körpern.

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  10. Ich danke dir für diesen Artikel. Und ich bewundere dich für deine innere Stärke.
    Ich habe in der Schule selber die Erfahrung machen müssen, für mein damaliges Aussehen gemobbt zu werden. Ich war nie wirklich "dick", aber eben mollig und bin auf dem Gymnasium auf Menschen getroffen, die das nicht einfach akzeptieren konnten.
    Ich weiß nicht, ob es nur das war oder noch andere Aspekte, aber ich wurde Magersüchtig mit 13 Jahren. Dann hatte ich es einige Jahre einigermaßen unter Kontrolle, dann kam es wieder, dann wieder weniger- ein ewiger Kreislauf. Und nun mehr, 9 Jahre später (wenn ich mir das klar mache, 9 Jahre!) kämpfe ich immer noch damit.
    Ich habe ein total verschobenes Selbstbild, finde mich eigentlich immer zu dick, es sein denn, ich habe Untergewicht und alle Menschen um mich herum finden mich zu dünn.
    Ich hasse es, dass es so ist und ich wünsche mir so sehr, irgendwann einmal dieses Bild in meinem Kopf los werden zu können und vielleicht auch endlich mal wieder wirklich das zu essen, worauf ich wirklich Lust habe.
    Und ich kenne viele tolle, intelligente, junge Frauen, denen es ähnlich geht wie mir.
    Und ich hoffe und glaube, dass Frauen wie du uns helfen können, dies vielleicht irgendwann endlich zu überwinden.

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  11. W.o.w. Dein Post hat mir gerade klar gemacht, wie doof es von mir selber ist, mir darum Gedanken zu machen, ob ich nun ein bißchen Speck um die Hüften habe oder nicht. Und die Bilder sind extrem sexy. Wenn man schon als Kind auf Diät gesetzt wurde, muss man wohl froh sein, wenn alles noch im Rahmen bleibt. Verschobenes Selbstbild? Mit Sicherheit.

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  12. Gegen "dick sein" haben die wenigsten Menschen ja auch was bzw beleidigen deswegen ja nicht. Schlimm wirds nur, wenn sich welche echt den Hals vollstopfen und krankhaft übergewichtig sind, sich schlecht ernähren und das auf die Gesundheit geht. Da wird ein "Ich bin dick, na und?!" in ein paar Jahren zu "ich habe Diabetese, Herzprobleme und kann kaum noch laufen, na und?!"

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  13. So blöd es sich vielleicht anhört, eine sehr gute Freundin von mir ist gerade deswegen leicht übergewichtig (mensch sieht es schon, aber ich finde, es passt auch zu ihrem Inneren), damit sie nicht in die andere Richtung mehr abrutscht. Quasi als Sicherheit, dass sie nicht mehr anorektisch wird, weil (O-Ton von ihr)sie "weiß, dass ich von einem kleinen Apfel pro Tag leben könnte, und wenn ich ihn in tausend Stücke zerschneide."
    Es gibt so viele Facetten und Beweggründe dick/fett whatever zu sein- und nur sinnlos zu beleidigen ist schon unterste Schiene.

    Vor allem: gegen ein fundiertes, sachliches Gespräch mit der Betonung dass es die eigene empfundene Wirklichkeit ist (!) haben die meisten Betroffenen nichts einzuwenden.

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  14. Weder in meiner Schulzeit, noch in meinem Arbeitsleben habe ich erlebt, dass dickere Menschen ausgestoßen oder gemobbt wurden. Nein, da waren es eher die Dünnen, Schlaksigen da die mit "Trotteligkeit" und "Tollpatschigkeit" in Verbindung gebracht wurden. Dick ist nicht gleich dick und dünn ist nicht gleich dünn. Manchmal gerät man an die falschen Leute, manchmal gilt aber auch der Spruch: "Wie du kommst gegangen, so wirst du auch emfpangen"!

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  15. Ich habe auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich war immer recht schlank, überhaupt während des Wachstumsschubes, und war dadurch das Ziel des Spotts. Besonders von fülligeren Mädchen in meiner Klasse. Später kamen zu dem obligatorischen "Zombie", "Hungerhaken", etc. auch noch Motzereien wie "Du gehst jetzt sicher gleich wieder kotzen" wann immer ich etwas aß dazu.
    Scheinbar kann man es als Frau schwer allen recht machen. Nicht mal den Geschlechtsgenossinnen T.T

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  16. Dabei ist das Problem ja gar nicht das Gewicht - egal, ob hoch oder niedrig. Schließlich sind auch "normalgewichtige" Personen permanent der Kritik ausgesetzt. Dann ist das Haar nicht gut genug, die Haut zu grobporig, die Oberschenkel zu rund oder die Beine zu kurz. Natürlich wird man für solche Sachen nicht so schnell diskriminiert für das Gewicht (sehr beliebt ist auch die Körpergröße).

    Letztendlich geht es darum, dafür zu sorgen, dass Leute sich ungenügend fühlen, weil sie dann eher Sachen kaufen. Oder Kurse buchen. Oder sich nicht um wichtigere Dinge kümmern. Und, wie Anonym da oben so schön sagt, andere Frauen sind gaaaanz vorne dabei, auf den "Abweichlern" herumzuhacken, weil sie damit demonstrieren können, dass sie ja nicht so "schlecht" sind wie die anderen.

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