Samstag, 12. Mai 2012
Feminismus 101 - Von Haaren, Selbst- und Fremdbestimmung
Radikale Selbstliebe scheint für viele Frauen ein schwieriges Konzept zu sein. Ich meine, hey, auch ich hatte so ziemlich mein gesamtes Leben >12 ein echtes Problem mit mir selber. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das geht sehr vielen Frauen so. Frauenzeitungen und Nachmittagsfernsehen befeuern diese Selbstzweifel noch. Unsere Körper sind zu einer medialen Ware geworden, die normiert, abgemessen und abgepackt wurde.
Das betrifft nicht nur unser Äußeres, auch unser Verhalten. Frauen haben ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen, sonst werden Rückschlüsse auf unser Sexualverhalten, unsere Vorlieben oder auf unseren Charakter gezogen. Gerne auch von Außenstehenden.
Und ja, dieses Problem betrifft auch Männer oder Trans*. Hell, das betrifft so gut wie alle menschlichen Untergruppen. Ich schreibe hier aber nur über Frauen, weil ich davon einfach am meisten Ahnung habe ;)
Eins der Merkmale, bei dem mir das stärksten auffällt, betrifft die Körperbehaarung. An und für sich hat das ja keinen zu interessieren, wie und ob man sich enthaart. Trotzdem ist es mehr oder weniger ein Zwang, dem frau untersteht. Ja, es ist tatsächlich ein Zwang. Ich habe es getestet, in einer Mischung aus Neugier, wie ich mich damit fühle, und Trotz. Okay, und keiner Lust auf Rasierer und Co. Also: Ich habe mir 4 Wochen nicht die Beine rasiert. Big Gasp!
Ich enthaare mich im Wesentlichen, seit ich 13 bin. Ich wurde beim Umziehen zum Sport immer gehänselt, weil ich Haare an den Beinen hatte. Meine Mama hatte mir aber verboten, mit dem Rasierer zu hantieren. Heute bin ich ihr dankbar dafür, aber damals - die Hölle. Also, 8 Jahre intensives Enthaaren. Im Sommer öfter, im Winter seltener. Irgendwann habe ich mir dann gedacht: Warum eigentlich? Warum tue ich mir das jeden zweiten Abend an, nur um dann keine 8 Stunden später wieder rumzustoppeln? Von Wachs und Epilierer mal ganz abgesehen! Ich habe einfach mal drüber nachgedacht, was ich da tue. Und Warum.
Objektiv gesehen gibt es keinen Grund dafür. Biologisch schon gleich zweimal nicht. Also bleibt: Soziale Gründe. Und ich als Expertin für das Zusammenrotten von Menschen in Gruppen sagte vorher: Meine Beinstoppeln gehen keinen was an. Selbst meinen Freund geht das nur in Teilen was an. Nachher sage ich: Menschen sind doof.
Denn ich habe mich persönlich richtig heftig unwohl gefühlt. Selbst mit bedeckten Beinen. Das ist ähnlich wie mit Unterwäsche: Wenn man schöne Unterwäsche trägt, fühlt man sich selbstbewusster. In meinem Kopf ist der Enthaarungszwang inzwischen so verankert, dass ich mich richtig unwohl gefühlt habe. Der Gipfel des Unwohlseins trat dann auf, als ein kleines Mädchen ( 7? 8?) im Schwimmbad ihre Mutti gefragt hat, was ich da an meinen Beinen habe, warum ich da Haare habe.
Argh!
Was will ich jetzt nun damit bezwecken? Dass sich keiner mehr rasiert? Ich weiß selber, dass werde ich wohl nicht hinbekommen. Bekomme ich ja nicht mal bei mir selbst hin. Aber ich will, dass ihr darüber reflektiert: Warum rasiert ihr euch? Warum findet ihr Haare unterhalb der Augenbrauen ekelig? Was denkt ihr, würdet ihr einen Monat ohne Rasierer aushalten? Und wenn nicht warum? Ich will einfach, dass man nicht unbedacht dieser Norm entspricht.
Yeah, xx
Freitag, 11. Mai 2012
Tumblr-Time!
Für die Leute, die meine heißen Titten-Bilder toll finden: Ich bin auch auf Tumblr zu finden! Mit awesomtastischen Haaren, hübschen Frauen, viele Haie und Pony-Content! Schaut mal vorbei:
http://feminismandsharks.tumblr.com/
Yeah, xx
http://feminismandsharks.tumblr.com/
Yeah, xx
Donnerstag, 10. Mai 2012
Gesetze sind jetzt auch eher so Auslegungssache - "Rache ist süß"-Tipps
Rache ist so eine Sache. Es ist definitiv eine Emotion die ich nachempfinden kann. Trotzdem sollte man sich wohl überlegen, wenn man tatsächlich....Ach was, Fuck it. Die BravoGirl-Redaktion hat zwar erheblich mehr Verantwortung als ich, macht sich aber weniger Gedanken drum. In einer Ausgabe gibt es deswegen "Saulustige Rache bei Eltern, Zicken oder Exfreund-Alarm". Solche kleineren Dinge wie Gesetze oder Regeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens sind in der Welt der Redaktion eher so ein kleines Hindernis, wenn man mal richtig fies sein will. Kihihihi!
Also, welche Tipps werden da denn so gegeben?
Verfasse einen Aufsatz und spicke ihn mit lauter fiesen Hinweisen auf die blöde Zicke! Dann melde dich und lies deinen Aufsatz laut vor! Die Klasse wird sich kaputtmachen.
Ja. Über dich. In welcher Welt lebt der Autor eigentlich, in der man in der Schule einfach so irgendeinen selbstgeschrieben Mist aufsagen darf?
Wenn du Zugang zu ihrem Handy hast, tausche doch einfach mal ein paar Nummern aus, zum Beispiel die von ihrem Freund gegen die von ihrer Oma! Die wird sich über die komischen SMSen wundern und du hast deinen Spaß. Sooooooo lustig!
Wie sollst du das denn bitte merken und deinen "Spaß" daran haben? Und um an das Handy einer anderen Person zu kommen, muss man es doch...klauen, oder? Rufen die hier zum Diebstahl auf? oO
Aber auch die eigenen Erzeuger dürfen nicht zu kurz kommen!
Verstecke MINDESTENS 3 Wecker im Schlafzimmer deiner Eltern und stelle sie auf unterschiedliche Weckzeiten ein! Am besten am Wochenende!
Und das führt...wozu? Lebe ich in einer Realität, wo solche Tipps tatsächlich in Zeitungen gedruckt werden?
Klebe eine Tür, die nach innen aufgeht. von außen mit Zeitungspapier zu! Wenn Mama oder Papa sie öffnen, stehe sie vor einer Zeitungswand. Durchkommen unmöglich!
Klar. Total unmöglich. Und immernoch, welchen Effekt soll das haben? Dass die Eltern den Paragraphen verfluchen, dass man Kinder nicht verhauen darf? Ernsthaft. Ich finde das nicht wirklich befriedigend.
Schicke deinen Eltern doch mal liebe Grüße übers Auto! Schreibe einfach mit einem knallroten Lippenstift auf Scheiben und Türen!
Dazu fällt mir echt nix mehr ein. Ernsthaft.
Aber auch der bösi-böse Exfreund darf nicht ungeschoren davonkommen:
Manipuliere seine Neue! Das wird ihn wahnsinnig machen. Erzähl seiner neuen, dass er in der Nase popelt. Ekel-Alarm!
Wow. Das ist echt großartiges soziales Verhalten, was den jungen Damen da beigebracht wird.
Aber naja, Gesetze oder soziale Regeln scheinen der Bravo-Redaktion eh verhältnismäßig wurscht zu sein. So zum Beispiel auch bei dieser Leser-Frage aus der aktuellen Ausgabe:
Wo können wir Sex haben?
Mein Freund und ich haben schon miteinander geschlafen. Doch wir sind so gut wie nie ungestört, das nervt total! (Marielle, 16)
Den Luxus einer sturmfreien Bude haben die wenigsten Paare in eurem Alter. Nutzt jede Gelegenheit! Wenn ihr abends ausgeht. Oder sucht nach Ausweichmöglichkeiten wie die Scheune beim Bauern (o.O), der Schrebergarten von der Oma (O.o) oder bietet an, die Blumen von Bekannten zu gießen und habt dann dort Sex! (O.O)
Alter...Ernsthaft? Ernsthaft.
Yeah, xx
Donnerstag, 3. Mai 2012
Feminismus 101 - Was mir unsagbar auf den Sack geht
Es ist faktisch nicht möglich, am feministischen Thema zu diskutieren. Zumindest nicht, wenn man tatsächlich irgendetwas erreichen will und keine Lust hat, dass sich an jedem Wort hochgezogen wird. Für mich sieht es immer so aus: "Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns." Und zwar von allen Seiten. Beispiel? Gerne.
Elitemedium hat sich den Text von Anarchie und Lihbe vorgenommen. Es geht, kurz zusammengefasst, darum, dass Männer sich gefälligst scheiße zu fühlen haben:
“Wenn du ein Mann* bist, muss es sich scheiße anfühlen, wenn dir die nichtmännlichen Leute um dich rum erklären, welche Privilegien du besitzt. Wenn du breitbeinig dasitzt und mit deiner Stimme einen Raum beherrschst, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere dir schildern, wie ohnmächtig und verloren sie deine Dominanz machen kann.”
Das ist eine ziemlich extreme Meinung und meiner Ansicht nach auch nicht so wahnsinnig zielführend:
Aber dieser Kommentar hat eine kleine Entrüstungswelle durch die Kommentarspalte geschickt:
Elitemedium hat vollkommen Recht: Bestimmte Gruppen können bestimmte Art von Diskriminierung nicht nachvollziehen. Das ist ein Teil des vielzitierten "männlichen Privilegs", dass ja schon bei der bloßen Erwähnung körperliche Schmerzen bei manchen Leuten auszulösen scheint.
- Nein, Männer können nicht nachfühlen, wie es sich anfühlt, als Frau nachts Angst zu haben eine dunkle Straße langzugehen.
- Nein, Männer können nicht nachfühlen, wenn man als Frau im Vorstellungsgespräch abgelehnt wird, weil man ja Kinder bekommen könnte.
- Nein, viele schlanke Menschen (und viele Männer) können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man sich nicht traut, in der Öffentlichkeit zu essen, weil man sonst ausgelacht wird.
- Nein, Heterosexuelle können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man als Homosexueller seinen Lebenspartner verstecken muss.
- Nein, Cismenschen können nicht nachempfinden, wie es ist, wenn man in seinem Körper nicht zuhause ist.
- Nein, weiße können nicht verstehen, wie Andersfarbige mit Vorurteilen überhäuft werden.
Was soll jetzt also diese pseudogrammatische Auslegung meines Textes? Einfach absichtliches Falschverstehen? "Mimimimimi, da fehlt ein Adjektiv!" Ein Einzelfall ist es zumindest nicht, das hat Methode. Es nervt. Und ganz ehrlich: Ihr nervt. Ernsthaft, ihr habt es geschafft. Eine Feministin, die halbwegs daran interessiert war, in Diskurs zu treten, die mit euch "Männerrechtlern" reden wollte, hat keinen Bock mehr.
Ich verstehe mittlerweile, warum viele feministische Blogs keine Böcke haben, in Diskurs zu treten und in ihrer eigenen Sphäre schweben.
Da ich das aber auch reichlich bescheuert finde, allerdings aber auch ziemlich abgepisst bin, muss ich mich wohl zusammenreissen. Muss ich das? Will ich das? Ich meine, hey, ich könnte auch bis zum Ende meiner Blogger-Tage Bravos lesen und harmlose Texte schreiben. Aber damit wird man nicht gehört. Man wird nur gehört, wenn man trollt.
Kann mir da jemand Nachhilfe geben?
Yeah, xx
Mittwoch, 25. April 2012
Ehetipps für die moderne Frau von gestern
Da die liebe Skye grade exzessiv Kingdom Hearts spielt, bin ich, ihr Freund, JennyDreck, dran!
Letztens beim Einkaufen ist uns ein wahres Prachtexemplar von Printmedium in die Hände gefallen, ein Blatt welches so aufwendig, fundiert und... speziell ist, dass sich der Verlag für einen wahrlich unheimlichen Preis entschied! Ganze...95 Cent! Die Zeitschrift nennt sich "Von Frau zu Frau" - aber in meinen Augen sollten sie das Ganze vielleicht umbennen in "Von Frau zu Klo". Denn genau da gehört diese Zeitschrift hin, wenn sie auf Diäten (mit Erdbeeren), Aliens und Verhaltenstipps für die moderne Frau von gestern aufbaut.
Besonders aufgeregt haben mich persönlich allerdings die Verhaltenstipps für ein glückliches Eheleben bzw. nichtmals richtig aufgeregt... sie haben mich eher zum Schmunzeln gebracht und ein wenig zum Fremdschämen.
Der Schlüssel zum Eheglück
"Es gab Zeiten, da ging es im Leben einer Frau hauptsächlich darum, ihre Familie glücklich zu machen. Der Mann verließ morgens das Haus, um Geld zu verdienen. Die Gemahlin versorgte in dieser Zeit die Kinder, putzte und bereitete sich auf die Rückkehr ihres Gatten vor - natürlich stand das Abendessen pünktlich auf dem Tisch. Gab es mal Streit, zählte nur eine Meinung: Seine! Für uns klingt das heute unvorstellbar. Doch offenbar hat diese Art der Partnerschaft gut geklappt: Die Scheidungsrate lag in den 50er Jahren bei etwa 12 Prozent, während heute fast jede zweite Ehe in der Trennung endet."
Nur weil etwas die Zeit überdauert, heißt das nicht, dass es gut ist oder funktioniert. Vergleichen wir das lieber mit einer Dose Surströmming. Nur weil die Dose die Zeit überdauert und nach außen hin noch in Ordnung aussieht, muss das gleiche nicht für den Inhalt gelten... got it?
"Lag es daran, dass Paare kaum eine Chance hatten, etwas zu ändern? Oder kannten unsere Mütter Tricks, von denen wir heute lernen können? Wie so oft liegt die Wahrheit wohl in der Mitte."
Die einzigen beiden Tricks, die Hausfrauen von damals wohl hatten, war erstens die Abhängigkeit ihrer Person und zweitens eisernes Durchhaltevermögen bei steter Betrachtung von Punkt 1.
Die damalige weibliche Bevölkerung hatte keine so große Wahl wenn es um Lebensverwirklichung ging.
"Deshalb lohnt es sich, die alten Eheregeln noch einmal anzuschauen - natürlich unter modernem Blickwinkel!"
Den es im übrigen hier nicht gibt.
Es folgt eine kleine, aber in meinen Augen repräsentative Stichprobe.
Oder diese unlustigen Witze die er manchmal reißt... ach... Moment. Mir fehlt hier persönlich irgendwie die klare Linie. An den Humor hat sie sich zu gewöhnen, aber Rauchen und Feinripp geht nicht.
Was denn nun? Sich an den Kerl gewöhnen oder ihn verändern bis zum geht nich mehr? Mal davon abgesehen, ist diese Art der...Erziehung...mehr als zweifelhaft
Letztens beim Einkaufen ist uns ein wahres Prachtexemplar von Printmedium in die Hände gefallen, ein Blatt welches so aufwendig, fundiert und... speziell ist, dass sich der Verlag für einen wahrlich unheimlichen Preis entschied! Ganze...95 Cent! Die Zeitschrift nennt sich "Von Frau zu Frau" - aber in meinen Augen sollten sie das Ganze vielleicht umbennen in "Von Frau zu Klo". Denn genau da gehört diese Zeitschrift hin, wenn sie auf Diäten (mit Erdbeeren), Aliens und Verhaltenstipps für die moderne Frau von gestern aufbaut.
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| Ich gebs zu, wir haben die Zeitung nur wegen den niedlichen Tierstickern gekauft |
Besonders aufgeregt haben mich persönlich allerdings die Verhaltenstipps für ein glückliches Eheleben bzw. nichtmals richtig aufgeregt... sie haben mich eher zum Schmunzeln gebracht und ein wenig zum Fremdschämen.
Der Schlüssel zum Eheglück
"Es gab Zeiten, da ging es im Leben einer Frau hauptsächlich darum, ihre Familie glücklich zu machen. Der Mann verließ morgens das Haus, um Geld zu verdienen. Die Gemahlin versorgte in dieser Zeit die Kinder, putzte und bereitete sich auf die Rückkehr ihres Gatten vor - natürlich stand das Abendessen pünktlich auf dem Tisch. Gab es mal Streit, zählte nur eine Meinung: Seine! Für uns klingt das heute unvorstellbar. Doch offenbar hat diese Art der Partnerschaft gut geklappt: Die Scheidungsrate lag in den 50er Jahren bei etwa 12 Prozent, während heute fast jede zweite Ehe in der Trennung endet."
Nur weil etwas die Zeit überdauert, heißt das nicht, dass es gut ist oder funktioniert. Vergleichen wir das lieber mit einer Dose Surströmming. Nur weil die Dose die Zeit überdauert und nach außen hin noch in Ordnung aussieht, muss das gleiche nicht für den Inhalt gelten... got it?
"Lag es daran, dass Paare kaum eine Chance hatten, etwas zu ändern? Oder kannten unsere Mütter Tricks, von denen wir heute lernen können? Wie so oft liegt die Wahrheit wohl in der Mitte."
Die einzigen beiden Tricks, die Hausfrauen von damals wohl hatten, war erstens die Abhängigkeit ihrer Person und zweitens eisernes Durchhaltevermögen bei steter Betrachtung von Punkt 1.
Die damalige weibliche Bevölkerung hatte keine so große Wahl wenn es um Lebensverwirklichung ging.
"Deshalb lohnt es sich, die alten Eheregeln noch einmal anzuschauen - natürlich unter modernem Blickwinkel!"
Den es im übrigen hier nicht gibt.
Es folgt eine kleine, aber in meinen Augen repräsentative Stichprobe.
Zwerchfell statt Nervenkitzel
"Lachen verbindet! Sollten Ihre Geschmäcker in Sachen Humor auseinander gehen, können Sie seine Art der Komik mit der Zeit "erlernen". Schließlich ist es oft schon lustig genug, ihm dabei zuzusehen, wie er sich über seine eigenen Witze schlapplacht."
Mal davon abgesehen, dass Humor, soweit wie ich das beurteilen kann, eine der wichtigsten Komponenten für eine Beziehung ist... wieso sollte Frau anfangen zu lernen über Dinge zu lachen, die sie überhaupt nicht komisch findet? Mal davon abgesehen... wenn ich über meine Witze lache dann klinge ich nicht nur wie ein Walross welches an einem gigantischen Schnurrbart erstickt, ich sehe auch so aus... und das ist weniger lustig als es klingt.
"Übrigens: Mit einem Lachen lassen sich auch schwierige Phasen in der Partnerschaft viel besser überwinden. Bevor aus einer Meinungsverschiedenheit ein handfester Streit wird, sollten Sie öfter mal mit einem Scherz darüber hinwegsehen."
"Ach Honey, ist doch voll okay, dass du es scheiße findest dein Geschirr abzuwaschen. Solange der Sex noch schön dreckig ist!" Badumm-tss.
Bevor man sich also mal ausspricht und darin vielleicht einen Konsens findet und gestärkt aus dem "Dilemma" hervorgeht, sollte man es unter den Teppich kehren und warten bis es erneut aufkommt damit es dann richtig kracht?
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| Ja, das ist das Bild für den Artikel. Shame on you. |
Männer lieben Lob über alles
"Funktioniert beim Partner so gut wie bei Kindern: loben, loben, loben! Und zwar alles, was Sie an ihm mögen. So fühlt er sich geliebt und hält sich für Supermann. Weil er möchte, dass das weiter so bleibt, wird er sich negative Dinge wie Rauchen oder die scheußlichen Feinripp-Unterhosen mit der Zeit abgewöhnen."Oder diese unlustigen Witze die er manchmal reißt... ach... Moment. Mir fehlt hier persönlich irgendwie die klare Linie. An den Humor hat sie sich zu gewöhnen, aber Rauchen und Feinripp geht nicht.
Was denn nun? Sich an den Kerl gewöhnen oder ihn verändern bis zum geht nich mehr? Mal davon abgesehen, ist diese Art der...Erziehung...mehr als zweifelhaft
Versteckte Kontrolle
Auch wenn es auf den ersten Blick anders wirkt: Schon damals hatten Frauen die Kontrolle über Finanzen und Papierkram - allerdings ließen sie es ihre Männer nicht wissen. Denn die Herren mögen das Gefühl, alles im Griff zu haben. Deshalb sollten Sie die Steuererklärung und Abheften von wichtigen Unterlagen erledigen, ihm die Arbeit aber nicht unter die Nase reiben. Damit behalten Sie den Überblick - und er sein gutes Gefühl.
Warum sollte man das tun? Ich fänds voll geil wenn meine Lebensgefährtin mir gerade diese Arbeit abnehmen würde. Freiwillig.
Ich finde es ausserdem sehr fragwürdig was hier weitergegeben wird "Machen sie ruhig die Arbeit, aber erwähnen sie nie das sie es getan haben! Nachher könnte er glauben, dass er nicht alles kann und getan hat oder noch schlimmer... er muss erkennen, dass sie auch was drauf haben!!!11elf!".
Nicht besonders modern, so in meinen Augen.
Schwäche macht stark
Hin und wieder möchte jeder Mann unser Fels in der Brandung sein. Und mal ehrlich: Auch heute erlebt jede Frau Momente, in denen sie sich schwach und verletzlich fühlt. Wenn Sie dann die Worte "Ich brauche dich" aussprechen, wird das jedes Männerherz zum Schmelzen bringen. Und weil gemeinsam bewältigte Probleme die Partnerschaft stärken, profitieren Sie beide von Ihrer Schwäche."
Wie war das nochmal mit dem modernen Blickwinkel? Vor allem... dass so ein Verhalten förderlich für die Beziehung ist, wage ich stark zu bezweifeln, das dient mehr oder weniger nur der Stärkung vom Ego des Kerls, nicht mehr, nicht weniger.
Und letztlich... sind übergroße Egos nicht sogar schadhaft? Ich fänds als Frau nicht so geil wenn ich nach Jahren des "Mimimi, ich bin so schwach, ich brauch dich!" plötzlich feststelle, dass mein Kerl ein Egomane ist, der glaubt alles besser zu können und ich in Wahrheit sein dreckiges Geschirr abwasche und seine beknackte Steuererklärung schreibe.
60 Jahre Emanzipation werden hier echt das Klo runtergespült... ich mach mir jetzt nen Kakao :(.
Yay, xx
Donnerstag, 19. April 2012
100 Tipps zum Liebesglück 14-Jähriger Mädchen
Wenn wir uns mal kurz an unsere Teenager-Zeit zurückerinnern: Beziehungen zwischen 14-Jährigen sind äusserst stabil und zukunftsträchtig. Klar doch! Und wie man immer wieder bei mir oder Klopfer lesen kann, muss da der geneigte Teenager schon subtiler agieren, als dem Wunschlebenspartner einen mit der Keule überzuziehen (Aber auch nicht wesentlich).
Regelmäßig gibt die BravoGIRL! ihren Leserinnen 100 Tipps auf den Weg, wie man den Partner bekommt, hält und wieder los wird. Heute sogar alles zusammen. Und wie immer: Wenns nach der Redaktion geht, sollte ich mich gleich erschiessen. Ich finds nämlich nicht so gut, mich für Typen zu verstellen und mch klein und süß zu machen. Aber anscheinend ist das notwendig:
5) Be touchy. Wenn du einen Jungen umarmst (z.B. zur Begrüßung), halte ihn fest. Es tut auch nicht weh, mal deinen Kopf an seine Brust zu lehnen.
"Ähm...da hängt ein komisches Mädel an meiner Brust...Hilfe?"
11) Weck seine Beschützerinstinkte! Kuschele dich bei einem Gruselfilm, im Dunkeln oder auf einer Bank ganz fest an ihn. Das gibt ihm das Gefühl, dass du ihn brauchst!
Ja, sicher, Zeig ihm erst bei der Begrüßung, wie gruselig du bist, und verstärke diesen Eindruck dann auch noch, während ihr auf einer Bank sitzt! Bombensicherer Plan! Warum sollte man sich als Mädchen eigentlich so untergeben und klein und hilfsbedürftig zeigen?
18) Höre zu! Jungs lieben es, wenn du Interesse an ihnen und ihren Hobbys (sic.) zeigst!
NO SHIT SHERLOCK! Menschen mögen es, wenn man sich in kleinen Teilen für sie interessiert?
31) Zeig ihm, dass du für witzige Aktionen jederzeit zu haben bist: Springe ihm bei einem Spaziergang einfach mal auf dem Rücken oder nimm seine Hand und renne über eine Wiese und spritze ihn mit Wasser aus dem kleinen Bach nass!
Es gibt Menschen, die finden es nicht toll, Wasser in die Fresse zu bekommen. Irgendwie gibts da einen mit Fetisch in der Girl-Redaktion.
36) Übertreib es nicht. Nur weil ihr mal kurz auf dem Schulhof gequatscht habt, seid ihr noch lange kein Paar. Deshalb solltest du deinen Facebook-Status nicht sofort auf "vergeben" ändern!
Allein, dass das erwähnt werden muss, macht mir Angst. Aber okay. Wenn die Tipps geben, wie man in drei Tagen einen Freund bekommt, müssen sie auch mit den Folgen kämpfen.
46) Wenn er dir Schmuck kauft, trage ihn, wenn du mit ihm unterwegs bist - auch wenn er dir nicht gefällt.
Warum sollte man das tun? Wäre Ehrlichkeit nicht...hilfreicher? Nur so als Idee oO
50) Sei ein Teamplayer! Denn als Päarchen seid ihr automatisch ein Team. Das heißt: Sei ihm gegenüber loyal und lästere vor deinen Freundinnen nicht über ihn - auch wenn er dich manchmal furchtbar nervt.
Und auch wenn er dich irgendwann verprügelt, sag bloss nichts, du könntest sonst deine Liebeverlieren!
60) Pflege dich! Benutze Deo, achte auf frische Haare und saubere Nägel. Denn Jungs stehen auf Hygiene!
Sagen die grade, man soll sich Duschen, damit Jungs einen gut finden? oO
65) Mach dich schön für ihn! Klar hat es jeder Junge gern, seine Freundin in hohen Schuhen, engen Hosen und süßen Shirts zu sehen!
Ernsthaft? Muss ich dazu was sagen? Zeitung für 14-Jährige. Thats it.
Ich hab das wohl wirklich nicht begriffen mit dem Weiblich-Sein :L
Yeah, xx
Samstag, 14. April 2012
242 Tipps für sexuell Fortgeschrittene - Anleitung zum Fremdgehen
Ja, Sextipps! Da mein Artikel "101 Tipps für verzweifelte Hausfrauen" ein großer Erfolg war, gibt es jetzt endlich eine Fortsetzung. Dieses Mal überbietet sich die Joy selbst, ganze 242 Tipps gibt sie ihren Leserinnen auf den Weg. Doch nicht irgendwelche Tipps, sonder "Sex-Tipps für Fortgeschrittene von Sex-Päpstin Anne West"
Sex-Päpstin? Srsly? Papst ist nun nicht wirklich der erste Begriff, der mir bei sexueller Expertise in die Gedanken kommt. Und wenn ich mir die Tipps anschaue...Öhm...auf 50% wäre ich vermutlich auch selber gekommen (beim Analsex entspannen, vorher den Mann mal fragen, ob der auch Sex will, Verhüten...). Und der Einsatzbereich für den Rest ist jetzt eher...begrenzt. Zumindest hoff ich das, denn ganz nonchalant widmet sich diese Broschüre über 4 Seiten hinweg der Frage, wie man am besten eine Affäre führt und was dabei zu beachten ist. Also, bilden wir uns doch mal weiter
Nimm zwei: So regeln sie jede Affäre - Alibiplanung, Codes und Tarnung: Die 10 Gebote des Fremdgehens.
Wo wir grade von Geboten sprechen, war da nicht irgendwas mit "nicht ehebrechen"?
1) Analysieren sie, wann ihr Partner nachvollziehen kann, wo sie sind. Am besten bauen sie Alibis, indem sie Realität und Affärenzeit mischen.Verlassen sie z.B. Konzerte, um sich in der Pause mit IHM zu treffen.
2) Schlafen sie weiter mit ihrem Partner, auch wenn sie eigentlich ausgelastet sind
8) Vermeiden sie Kratzer! Und: Nicht duschen - denn wer kommt schon geduscht aus dem Büro. Besser: Gehen sie in einen China-Imbiss - der "Duft" dort erschlägt ALLES.
9) Verhüten sie mit Kondom. Oder wie sollen sie sonst abwiegeln, wenn ihr Partner heute Abend Cunnilingus auf dem Menü hat, sie aber heute schon Sex hatten?
10) Wenn sie ihren Eigentlich-Liebsten als jenen sehen, mit dem sie ihr Leben verbringen wollen, dann tun sie auch! Gönnen sie sich aufregende Ausflüge und Sexperimente nicht nur mit ihrer Affäre!
Normalerweise fällt mir ja zu allem irgendein dummer Spruch ein. Aber das kann ich einfach nicht kommentieren. Wirklich, kann ich nicht. Ich lasse das einfach so stehen als lebendiges Beispiel für die Schlechtigkeit der Welt.
Aber - wen soll man denn nun zur Affäre auserwählen? Auf jeden Fall nicht den eigenen Chef. Wow, das sind ja wirklich Tipps für Fortgeschrittene.
Sondern:
Der Ex: Erstens, weil er schon weiß, wo bei ihnen oben und unten ist. Zweitens, weil es sich nicht wie Fremdgehen anfühlt. Und drittens: weil er sie vermutlich genug liebt, um sie auch wieder gehen zu lassen
1) Sollte jeder Mensch
2) Öhm...Doch.
3) Was ist das denn bitte für Logik? oO
So, nachdem wir jetzt die Basics und das Personal geklärt hätten, kommen wir zum "Wie".
1. Szenario: Abgefahren im Zug
Ich trage gerne Röcke beim Reisen, und darunter gerne eine nicht allzu teure Strumpfhose.Ein bisschen, weil ich davon träume, dass ein aufregender Fremde sie mir zerreißt! Sie können vor einen Liebhaber ihrer Wahl ja mal so tun, als ob sie einschlafen. und dabei ihre Beine öffnen.
Und dann...was? Denkt diese Frau, Männer können nicht an sich halten? Ist ihr bewusst, dass das von Vergewaltigung nicht allzu weit entfernt ist? Wie kommt man auf solche Ideen?
2. Szenario: Sex in Traumlage - am Strand
Legen sie ein Handtuch unter seinen Po. Jetzt überdecken sie seinen Körper mit Sand, bis nur noch Lenden und Leuchtturm rausschauen. Dann lassen sie sich in der Hocke auf ihm nieder...Er darf sich nicht bewegen.
Das klingt schon beim Lesen unangenehm. Sandig. In Öffnungen. Meh. Und da sind sie wieder, die schönsten Umschreibungen für Genitalien. Hier meine Top 5 aus diesem Heft:
5) Sein Dickmann
4) Ihre senkrechten Lippen
3) Sein fester Mitarbeiter
2) Sein Biber
1) Seine Wasserschlange
Ich bin begeistert. So, und ich verzweifle jetzt ein bisschen. Ich habe nämlich keinen Ex, den ich als Liebhaber haben möchte. Eigentlich möchte ich gar keinen Liebhaber. Vielleicht bin ich aber einfach nur komisch. Warum sollte man denn auch einen Liebhaber haben wollen?
Es ist das (noch!) distanzierte zwischen Mann und Frau, was es so verboten aufregend macht. Sie zeigt ihm alles. Es weiß nicht, ob er alles haben kann. Vertraute Paare wissen das doch längst.
Fick dich, Joy.
Yeah, xx
Donnerstag, 12. April 2012
Zwischen zwei Welten
Ostern ist vorbei. Und damit wieder ein Familientreffen. Zugegeben, das heisst bei mir nicht viel. Drei Großeltern, zwei Elternteile, mein Freund und ich. Trotzdem gab es großes Drama. Und wie jedes mal, wenn ich daheim war in der provinziellen Kleinstadt irgendwo in der sächsischen Pampa, fühle ich mich ausgesaugt, schwach und leer.
Und das liegt nicht nur daran, dass mein Selbstbewusstsein nach vier Tagen "Heimat" tief auf dem Boden ist. Es ist ja auch nicht so, als würde meine Familie es wirklich böse meinen. Aber ich merke: Mein Leben in der Universitätsstadt, mein Leben im Internet, in sozialen Netzwerken, mein Studium, meine Ziele und meine Ansichten von der Zukunft lassen sich einfach nicht vereinbaren mit den Besuchen daheim.
Es ist so: Ich stamme aus der Arbeiterschicht. Geringe formelle Bildung, konservative Werte, NPD-nahe politische Einstellung, Rassismus, Sexismus, das volle Programm. Das klingt schlimmer als es ist. Es steht nur in krassem Gegensatz zu der Umgebung, in der ich mich sonst bewege.
Aber auch in dieser fühle ich mich nicht heimisch. Ich bewege mich nicht mit derselben Selbstverständlichkeit wie meine Kommilitonen aus Akademikerfamilien zwischen Modulbeschreibungen, Seminaren und Hausarbeiten. Ich fühle mich nicht heimisch, ich bin unsicher, und meine Eltern könnten mir im Zweifel nicht mal helfen. Die wissen nicht mal, was ich studiere.
Ich sitze zwischen den Welten. Daheim werde ich nicht ernstgenommen. Ständig werden mir Stellenanzeigen für Hilfsarbeiterjobs unter die Nase gehalten, "damit ich endlich auch mal Geld verdiene". Ich muss mich für alles, was ich tue rechtfertigen, und alles erklären.Zugehört wird mir trotzdem nicht. Das schlaucht, emotional. Ostern hatte ich einen anständigen Zusammenbruch, weil ich diese Art der Gesellschaft einfach nicht gewohnt bin.
In der Uni bin ich aber auch nicht daheim. Ich weiß nicht, wie man Hausarbeiten und Essays schreibt, und wo da der Unterschied liegt. Wie man sich in Seminaren verhält. Netzwerkt. Ich habe eine riesige Angst vor meinen Professoren. Und die meisten meiner Kommilitonen mag ich nicht, und sie mich nicht.
Ich muss mir meinen Weg dazwischen suchen, zwischen Großraumdisko und Metalclub, alten Frauenbildern und meinem eigenen Anspruch, kompletter Internetablehnung und Online-Fame, Handwerklicher Ausbildung und Hauptseminar, dem Wunsch meiner Eltern mich selber zu versorgen und meinem Wunsch Master zu machen.
Ich stehe da, und weiß nicht weiter.
Yeah, xx
Samstag, 7. April 2012
Feminismus 101 - Beleidigungen, aus Versehen.
Auf diese Idee hat mich eigentlich der kleine Disput mit zweisatz gebracht. Ich persönlich erwarte ja eigentlich schon länger einen viel größeren Streit, beziehungsweise war ich überrascht, wie verhalten die Reaktionen auf meine Blogtexte sind. Zweisatz nun hat mir und der Welt erklärt, warum sie nicht bei mir kommentieren will und wird (was ihr gutes Recht ist.)
Es geht im Prinzip darum, dass ein Kommentator bei mir sie als "Uschi" bezeichnet hat.
Ein großes Anliegen, welches ich auch prinzipiell gut finde, ist es, dass Schimpfwörter, welche auf bestimmte Menschengruppen und Klischees von ihnen abzielen, geächtet werden sollten. Mal davon abgesehen, dass Schimpfwörter und das Heruntermachen von Personen eh grundsätzlich doof ist, reproduzieren diese nämlich auch noch Stereotype, Klischees und, ganz weit gegriffen, verletzten sie auch die Gruppe, von denen diese Worte abgeleitet werden.
Die Sache ist jetzt die: Zweisatz und viele andere werden jetzt nicht bei Blogs kommentieren und mitdiskutieren, wo solche Worte genutzt werden, oder, wie in meinem Fall, "in den Kommentaren geduldet werden".
Oder:
Achso, mir persönlich wildfremde Twitternutzerin - auf meinem Blog wird deswegen nicht diskutiert, weil hier jeder alle beleidigt. Mal davon abgesehen, dass nichtmal ich das Wort gebraucht habe, sondern es in einem Kommentar genutzt wurde. Hätte ich den ganzen, ellenlangen und ziemlich guten Kommentar löschen sollen? Nebenbei, warum wird sich eigentlich an einzelnen Wörtern hochgezogen? Längere Textpassagen oder das Lächerlichmachen ganz ohne sexistische oder rassistische Begriffe tut auch weh.
Man muss einen Zwischenweg finden. Einfach zu sagen "Meine Güte, get over it!" wäre falsch und löst das Problem nicht. Zumindest nicht befriedigend. Schimpfwörter sind doof, deswegen sollte man drauf verzichten, und die Gesellschaft sollte sich auch in diese Richtung entwickeln. Aber tut sie das, indem man als Blogschreiber Kommentare wortlos löscht (Erziehung durch Liebesentzug?) und als scharfer Kritiker einfach gar nicht erst mitdiskutiert?
Aber wir sollten auch Bedenken, dass man in der "realen Welt" oder eben der neutralen Internetwelt nicht davon ausgehen kann, dass das so schnell passiert. Wie viele Leute, sind denn überhaupt sensibilisiert, dass Schimpfworte sexistisch, rassistisch etc. gelesen werden? Hell, ich habe kürzlich gelesen, selbst der Smiley "^^" ist rassistisch (weil er das Klischee über das Aussehen von Asiaten aufgreift). Wie soll man da von alleine draufkommen?
Wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, um überhaupt mitreden zu können, entsteht keine brauchbare Diskussion. Darauf haben nämlich schlicht und ergreifend die meisten Menschen keinen Bock. "Dann kann man auf sie in der Diskussion verzichten", höre ich da jetzt rufen. Schön und gut, aber ihr verpisst euch aus der Diskussion, die Leute, welche diese Worte nutzen, bleiben und suchen sich Blogs, wo sich nicht an jedem Wort hochgezogen wird. Und damit werden deren Stimmen gehört. Eure nicht.
Ist das jetzt meine Verantwortung als Moderatorin? Die Verantwortung jedes einzelnen, sich zu sensibilisieren? Oder eure, daran aktiv zu arbeiten, damit auch außerhalb eurer Bubble die Menschen verstehen und sich ändern?
Yeah, xx
Es geht im Prinzip darum, dass ein Kommentator bei mir sie als "Uschi" bezeichnet hat.
Ein großes Anliegen, welches ich auch prinzipiell gut finde, ist es, dass Schimpfwörter, welche auf bestimmte Menschengruppen und Klischees von ihnen abzielen, geächtet werden sollten. Mal davon abgesehen, dass Schimpfwörter und das Heruntermachen von Personen eh grundsätzlich doof ist, reproduzieren diese nämlich auch noch Stereotype, Klischees und, ganz weit gegriffen, verletzten sie auch die Gruppe, von denen diese Worte abgeleitet werden.
Die Sache ist jetzt die: Zweisatz und viele andere werden jetzt nicht bei Blogs kommentieren und mitdiskutieren, wo solche Worte genutzt werden, oder, wie in meinem Fall, "in den Kommentaren geduldet werden".
Oder:
Achso, mir persönlich wildfremde Twitternutzerin - auf meinem Blog wird deswegen nicht diskutiert, weil hier jeder alle beleidigt. Mal davon abgesehen, dass nichtmal ich das Wort gebraucht habe, sondern es in einem Kommentar genutzt wurde. Hätte ich den ganzen, ellenlangen und ziemlich guten Kommentar löschen sollen? Nebenbei, warum wird sich eigentlich an einzelnen Wörtern hochgezogen? Längere Textpassagen oder das Lächerlichmachen ganz ohne sexistische oder rassistische Begriffe tut auch weh.
Man muss einen Zwischenweg finden. Einfach zu sagen "Meine Güte, get over it!" wäre falsch und löst das Problem nicht. Zumindest nicht befriedigend. Schimpfwörter sind doof, deswegen sollte man drauf verzichten, und die Gesellschaft sollte sich auch in diese Richtung entwickeln. Aber tut sie das, indem man als Blogschreiber Kommentare wortlos löscht (Erziehung durch Liebesentzug?) und als scharfer Kritiker einfach gar nicht erst mitdiskutiert?
Aber wir sollten auch Bedenken, dass man in der "realen Welt" oder eben der neutralen Internetwelt nicht davon ausgehen kann, dass das so schnell passiert. Wie viele Leute, sind denn überhaupt sensibilisiert, dass Schimpfworte sexistisch, rassistisch etc. gelesen werden? Hell, ich habe kürzlich gelesen, selbst der Smiley "^^" ist rassistisch (weil er das Klischee über das Aussehen von Asiaten aufgreift). Wie soll man da von alleine draufkommen?
Wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, um überhaupt mitreden zu können, entsteht keine brauchbare Diskussion. Darauf haben nämlich schlicht und ergreifend die meisten Menschen keinen Bock. "Dann kann man auf sie in der Diskussion verzichten", höre ich da jetzt rufen. Schön und gut, aber ihr verpisst euch aus der Diskussion, die Leute, welche diese Worte nutzen, bleiben und suchen sich Blogs, wo sich nicht an jedem Wort hochgezogen wird. Und damit werden deren Stimmen gehört. Eure nicht.
Ist das jetzt meine Verantwortung als Moderatorin? Die Verantwortung jedes einzelnen, sich zu sensibilisieren? Oder eure, daran aktiv zu arbeiten, damit auch außerhalb eurer Bubble die Menschen verstehen und sich ändern?
Yeah, xx
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