Freitag, 12. Oktober 2012

Must-Have diesen Herbst?: Bad Boys!


Ich muss mal ein Geständnis machen: So merkwürdig das auch klingen mag - Ich stehe nicht auf Bad Boys. Die Älteren werden sich vielleicht fragen: "Häh? Warum zur Hölle sollte man denn auch auf schlechte Jungs stehen?" Ist es denn nicht grade das Optimum, einen Partner zu finden, der, mh...NICHT schlecht ist? Aber für uns Unwissende hat das Pubertäts-Fachblatt "BravoGIRL!" den großen "Player und Bad Boy-Check" im Angebot. Na, ein Glück!

Also, welche Art von Supermännern macht den jungen Damen von heute denn ganz wuschig und die Tangas in Kindergrößen ganz feucht? Eine wirkliche Definition gibts nicht, aber interviewt wurden 4 wahre Super-Männer der Güteklasse eins als Beispiel für diesen Männertypen, wahre Frauen- und auch Männerträume, besser als alle meine Wünsche es je formulieren könnten...


...Oh, es sind die Typen von "Party Bruder".

Party Bruder. Ihr wisst schon, 5 Ruhrpöttler, die sich beim Saufen filmen lassen und mit Frauen so umgehen wie mit Vieh. Im Prinzip wie Jersey Shore auf Deutsch, nur mit noch mehr Sexismus. Okay, vielleicht bin ich alt, aber sollte eine Teeniezeitschrift nicht vielleicht eher davor warnen, sich mit solchen Typen einzulassen, statt so ein Verhalten noch zu glorifizieren und Ratschläge zu erteilen, wie man "das softe Herz der harten Machos" erobert? Und ja, genau das passiert in diesem...ähm...Bericht.



Es wird zwar mal kurz in die Runde gefragt, ob "wir sein Herz erobern oder lieber die Finger von dieser Spezies lassen" sollten, aber wirklich befriedigt mich das nicht. Meine grundsätzliche Frage, warum solche selbsternannten "Player" trotzdem so viele Mädchen anziehen, ist damit auch nicht beantwortet. Ehrlich, ich habe es schon als Teenie nicht verstanden, und verstehe es immernoch nicht: Was macht solche sonnenbankgeschädigten, offen frauenverachtenden, angeberischen Männer und Macker wie die "Party Bruder"-Besatzung so anziehend? So anziehend, dass sich Zeitschriften dem Thema widmen, wie man sie "zähmen" kann. Soll das irgendwelche Kümmerinstinkte in den Frauen ansprechen? "Oh, schaut mal, dieser tief im Inneren sicher verletzte Junge, den kann ich sicher reparieren und monogam und liebevoll machen!"? Ich verstehs nicht. Erklärt es mir.

Zurück zum Thema: Wie angelt sich die geneigte 14-Jährige Leserin denn nun so einen Traumtypen?
Steven (20) erklärt es uns: "Ein Mädchen, das ernsthafte Chancen hätte, muss wie mein Homie sein und viele Facetten haben. Sie soll den Player einfach zappeln lassen!" Und Schin (17) ergänzt: "Denn wenn sie ein braves Mädchen ist und keine One-Night-Stands mitmacht, hat sie eine Chance."

What the actual fuck? Mädels, die gerne Sex haben -> Scheisse. Männer, die gerne Sex haben -> "Player". Das gute alte Muster, verpackt in kuschelig pinke Seitengestaltung und nette Worte. Man möchte brechen.

Und zum Thema Treue gibts auch was zu sagen. Und zwar vom Checker (19). Ja, der heißt so. Ja, der Typ von DSDS. Erzählt uns was über Treue:
"Und Fremdgehen darfst du als Player auch nur dann, wenn es sich wirklich lohnt"

Na, da bin ich aber beruhigt.





Kommentare:

  1. "Meine grundsätzliche Frage, warum solche selbsternannten "Player" trotzdem so viele Mädchen anziehen, ist damit auch nicht beantwortet."

    Da gibt es ein paar Denkansätze:
    - Manche Frauen sind zu dumm oder faul um für sich selbst zu denken und ihr Leben in die hand zu nehmen, und suchen sich lieber einen der das für sie übernimmt.
    - Manche Frauen wollen einfach Drama in ihrem Leben. Und wenn das Beruf oder Freundeskreis nicht hergeben, dann muss das eben der Idiot sein, den man sich als Partner sucht. Nette Männer werden dann schnell mit Langweilern gleichgesetzt.
    - Manche Frauen sehen ihre Partner als Projekte an, die sie verändern müssen (gerade solche Frauen die keinerlei kreative Berufe oder Hobbys haben). Nicht wirklich verbessern, nur verändern. Oft mit dem Resultat "Du bist nicht mehr der Mann, in den ich mich damals verliebt hatte! Ich mach Schluss!"
    - "Player" gehen offen auf Frauen zu, und machen Komplimente. Egal wie albern und oberflächlich das ist, mit ein bisschen Schmiechelei kann man eine Menge bewegen, das gilt im Verkaufsgespräch wie in der Partnersuche. Andere Männer sind mit Komplimenten vielleicht etwas zurückhaltender, weil sie glauben dass es sonst plump oder schmierig rüberkommt... naja, beides funktioniert bei unterschiedlichen Arten von Frauen.
    - Die selbsternannten Player vereinen oft ein paar positive Merkmale (z.B. Selbstbewusstsein und gelegentlich auch gutes Aussehen), die bei Frauen gefragt sind. Was oft dazu führt, dass negative Merkmale übersehen werden.

    Insgesamt also nicht gerade schmeichelhaft für das allgemeine Bild von Frauen. Andererseits... dafür haben wir Männer in unseren Reihen Leute die sich selbst "Player" nennen. Ich denke, damit sind wir in diesem Fall quitt, was die Selbstherabsetzung angeht ;)

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    1. Es gibt aber auch einen unterschied zwischen einem "Classy Macho" der alten Schule, der irgendwie ein Badboy ist, und den lächerlichen Solarium+Ficken+Saufen Kiddies. Bei ersterem könnte ich noch Gründe nennen, was Frauen daran Spaß macht, aber bei den PARTY BRUDAZZZZ gibt es keine andere logische erklärung als Hirnmangel.

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    2. >>Insgesamt also nicht gerade schmeichelhaft für das allgemeine Bild von Frauen. Andererseits... dafür haben wir Männer in unseren Reihen Leute die sich selbst "Player" nennen.<<
      Und Männer, die selbstsüchtige Narzistinnen und Narzisten daten und in die selbe Falle tappen wie Frauen, aus den selben Gründen, nämlich dass sie gut aussehen, beliebt sind und auf einen zugehen. Also auch nicht gerade schmeichelhaft für das Bild des Mannes. Genauso wie es diese oberflächlich attraktiven und selbstbewussten, aber insgesamt toxischen "Player" auch in der weiblichen Version gibt.

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    3. @ Asu ROCKS:
      Man könnte jetzt mutmaßen, dass die Damen die auf die heutigen Machos stehen, einfach nur einen Partner möchten, dem sie sich geistig überlegen fühlen wollen. Manche Damen müssen da SEHR lange nach so jemandem suchen ;)
      Ein andere Möglichkeit wäre ganz einfach: Spaß. Sex, saufen, Idioten-TV... auch Frauen stehen auf sowas. Und suchen sich Männer, mit denen sie diese Art von Spaß haben können. Ist vielleicht sehr kurzfristig gedacht, hat aber auch seine Berechtigung. Wenn eine Frau eben auf Solariumbräune, dicke Muskeln und oberflächlichen Spaß steht, dann wird sie sich langweilen wenn ihr Typ ihr dauernd erzählt, sie solle doch mal ihren Hauptschulabschluss nachholen.
      Hirnmangel würde ich also nicht gleich kollektiv unterstellen, auch wenn das bei Vielen wohl der Fall ist. Eher Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit.


      @ LilaLexi:
      Sicher. In puncto "Dummheiten bei der Partnerwahl" herrscht absolute Geschlechtergleichheit.

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Dieser Mythos, dass Frauen einen Mann einfach "gesundlieben" können, oder eben "zähmen", ist für mich eines dieser Lügenmärchen um schlechte Beziehungen zu rechtfertigen, wobei einfach nur das Opfer zum Täter umgewandelt wird. Dein Mann schlägt dich? Dann liebst du ihn einfach nicht genug um seine weiche Seite hervorzubringen! Während Beziehungen in denen Männer misshandelt werden eher über die Körperkraftschiene lächerlich gemacht werden ("Hohoho, was, dein kleines Frauchen tut dir weh? Du musst ja eine Memme sein!") werden Frauen in Beziehungen, in denen sie schlecht behandelt werden, als diejenigen dargestellt, die alles falsch machen. Männer sind dann angeblich nunmal so, und eine gutherzige, freundliche Frau wird mit ihrer unermüdlichen Aufopferung und Liebe das Beste aus ihrem Mann herausholen.

    Beide Vertuschungen, dass Misshandlungen (auch psychische) in Beziehungen und Ehen passieren können, sind leider ein hässlicher Bestandteil unserer Kultur und vermutlich noch ein Überbleibsel aus der Zeit, als Ehen nicht einfach geschieden werden konnten. Noch heute wird auf Scheidungen ja eher herabgesehen, als wären Irrtümer in der Liebe simpel ausgeschlossen, weil es im Kino auch nur die true luv gibt.

    Das war jetzt ein weiter Bogenschlag, aber zu der Verharmlosung von miesen Beziehungen gehört eben, dass Leute, wenn sie schon so einen tollen und geilen "Player" oder auch das weibliche Gegenstück haben, diesen auch halten sollen, oder dass es völlig okay ist, in einer beschissenen Beziehung mit einem hirnlosen egoistischen Toastbrot zu sein. Das eigene Ego ist dabei völlig egal, die eigenen Gefühle auch, Hauptsache, man hat einen potenten Partner aufgerissen, der einen Marktwert hat. Und das ist ja auch das, was die Mädchen- und Frauenzeitschriften so gerne in das Hirn von Frauen reinstopfen: "Du bist nur so gut wie dein Partner/dein Sex/deine Klamotten. Hast du das nicht, bist du nichts wert. Und wenn du es hast, dann ist doch völlig egal, wie sehr du dafür leiden musst. Also schnapp dir den geilen Checker der nach außen gut aussieht, selbst wenn er dich wie Dreck behandelt! Bums das Kamasutra durch, selbst wenn du dich danach leer und traurig fühlst! Kauf dir diese Handtasche, selbst wenn du dich dafür in Schulden stürzt! Psychisches Wohlbefinden? Pfff, quatsch. Du bist nur was wert, wenn du nach außen was darstellst. Wenn dich alle um den Kerl und die Handtasche und den Sex beneiden."

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    1. Ich denke, der äußere Anschein ist nur eine Seite des Problems. Bei manchen Leuten ist der Wunsch nicht allein zu sein so sehr ausgeprägt, dass sie lieber einen fehlerbehafteten Partner haben wollen, als gar keinen. Lieber zusammen mit jemandem den man nicht wirklich mag, als allein zu sein. Und gerade bei Leuten, die nicht das Aussehen, Selbstvertrauen und sonstige Handwerkszeuge haben um besonders viele Optionen bei der Partnerwahl zu haben, ist das verbreitet.

      Insofern: Vielen geht es nicht darum, eine Beziehung zu haben um damit angeben zu können. Vielen geht es darum, überhaupt eine Beziehung zu haben.

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    2. Ja, die Frage ist allerdings hier meiner Meinung nach die nach dem Huhn und dem Ei. Gehen so viele Leute lieber schlechte als gar keine Beziehungen ein, weil man ohne Beziehung als "Looser" dasteht? Oder haben so viele Leute so große Sehnsucht nach einem Partner, dass es ihnen egal ist, wie schlecht die Beziehung ist? Also, wird den Leuten nur suggeriert, dass sie unbedingt einen Partner brauchen, oder ist das Bedürfnis der Leute nach einem Partner wirklich derartig groß, dass es sich so wiederspiegelt und Frauen versuchen sollen Typen rumzukriegen, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass man sie "zähmen" muss?
      Obwohl das persönliche Empfinden, ob man einen Partner braucht, sehr individuell ist, ist meiner Meinung nach der gesellschaftliche Druck, einen festen Partner zu haben, zu heiraten und 3 Kinder, einen Hund und ein weißes Häuschen mit Lattenzaun zu haben, immer noch sehr hoch. Diesem gesellschaftlichen Druck zu entsprechen ist meiner Meinung nach oft die Triebfeder dafür dass viele Leute, die sonst alleine glücklich oder zumindest nicht völlig unglücklich wären, in eine Ecke gedrängt werden und eine Partnerschaft eingehen, einfach nur, um eine zu haben. Die ganze Thematik ist ja auch in Film und Fernsehen ständig präsent: Wenn du keinen Mann/keine Frau findest, bist du unglücklich, basta, bis dein Traummann/deine Traumfrau in dein Leben marschiert.

      Tl:dr: Einerseits ja, sicherlich, andererseits, imo auch ein von der Gesellschaft gemachtes Problem.

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  3. :'D Haaaaaaaa.... schön.
    Danke Bravo.
    Leider kann ich von der weiblichen Seite nichts gutes äußern. Mein Nachbar war ein Player, ich nannte ihn Prollo. Etwas moppelig und eine Niete in der Kiste. Aber 5 Mädels die Woche waren ja noch wenig - wohn ja unten drunter.
    Er macht die halt einfach klar, geht hin und labert die an und wenn Blondchen1 nicht anbeisst, dann Blondchen2. Den einen Korb kompensiert er mit 3 anderen F*cks.

    Ich wette aber "das Görl" welches dem Player dann genehm ist, sollte zwar nicht für ONS offen sein, aber für Gangbang mit seinen anderen Homies und Homieretten o_O

    Bad Boys sind für mich tattoowierte geile Metaller :D Whoop Whoop xD

    Ende und out
    xx**DaPlayaChica**xx
    xD

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  4. Ich versteh auch grundsätzlich nicht, wie die meisten Mädchen an diese "Arschlöcher" rankommen. Meistens beschweren sie sich da drüber. Manchmal merken sie erst wenn die Beziehung zu Ende gegangen ist, dass der Kerl ein Arsch war.
    Menschenkenntnis? Nääh.

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    1. Gibt halt einen Unterschied zwischen "sehen" und "sehen wollen".

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  5. Also mir ist die Bezeichnung Bad Boy echt irgendwie unheimlich. Ich steh nicht auf Arschlöcher, sondern auf MÄNNER (nicht Boys -_-), die nur ein bisschen "böse" Aussehen (gut, ich habe ein Faible für Tattoos und so, ich gebs ja zu)aber im Inneren echt liebe Kerls sind =) Und die erwähnten Party-Brüder sind für mich einfach nur Idioten, wenn ich mich fünf Minuten live mit denen beschäftigen müsste, würde ich wohl anfangen im Kopf nachzurechnen nach wie vielen Jahren ich bei guter Führung wieder rauskommen, wenn ich angemessen reagiere...

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  6. Ich bin zwar kein Freund von Polemik, aber wo sie passt, passt sie.
    Meine Theorie ist nicht sonderlich, wahrscheinlich sogar zu haltbar, um reine Spekulation zu sein: "Bad Boys" gehen auf Frauen zu. Schürzenjäger sein ist Teil ihrer Attitüde und wer mehr Zeit drauf verwendet, auf Pirsch zu gehen, wird in der absoluten Anzahl mehr Erfolge verbuchen. Ob die Frauen wirklich alle auf böse Jungs stehen oder ihre Offensivität einfach mit Unabhängigkeit verwechseln (dasselbe Phänomen ist bei diversen Märtyrern zu beobachten, die eine Allerweltsweisheit ausposaunen - es gibt immer welche, die sie dafür bewundern), möchte ich nicht beurteilen. Viele werden sich hinterher wohl auch fragen, mit wem sie da angebandelt haben.
    Ich sehe gerade, ArmedWombat hat denselben Denksantz in seiner Liste.

    Was die Motivation der Blättchen angeht: Ein perfides Spiel mit den Romantikvorstellungen der Leser. Es verkauft sich viel besser das Leben als überzeichneten Hollywood-Film zu verklären, statt an den Menschen zu appelieren, dass er sich seiner selbst bewusst werden sollte, um ein gesundes Bewusstsein für andere zu entwickeln.
    Ich stelle es mir nur schwierig vor, thematisch die Grenze zu ziehen. Als kleiner Junge war ich immer ganz begeistert von Comicheften mit Gimmicks - Yps, Micky Maus. Die haben effektiv meine Vorstellungskraft beflügelt, ich könnte doch Geheimagent sein, Dinosaurier ausbrüten oder zum Mittelpunkt der Erde reisen. Schön wäre es, man würde Träume schüren, die rein unschuldig sind. Bei allem anderen sollten Jugendmagazine realistisch sein.

    Ich bin scheinbar zu blöd für die Kommentarfunktion. Sry. >_>

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  7. Ich wollte in etwa sowas schreiben wie AsuRocks.
    Bei dem Ausdruck "Bad Boy" denke ich spontan an einen Mann in Richtung James Dean, Rock'n'Roll-Rebell oder einen coolen, mysteriösen Eigenbrötler. Die strahlen in Gegensatz zu diesen Prolls eine gewisse Klasse und...ich weiß nicht, sowas wie "echte Coolness" aus (solche Partyproleten sind in meinen Augen eher hitzig als kühl ;)).

    Anziehend wirken die Protzer meinen Beobachtungen nach auf Mädels, die deren weibliches Pendant sind: aufgemotzt, blöd, eher schlechtes Benehmen. Das passt dann schon. :)

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