Donnerstag, 23. Dezember 2010

Druckfrisch - Lest, es lohnt sich.



„ich les nix“ „hehe, blöd oder was“ „Lesen, was iss'n das?“

Drei kopierte Zitate.

„NUR Twilight!“ „Edward und Bella <3!“ „Fantasy-Romane mit Drachen und so!“

Wenn man nicht das obere im geneigten Online-Profil findet, dann meist eines dieser drei Varianten. Besser, aber immer noch nicht gut.

Ich könnte das jetzt abkürzen und sagen, nicht zu lesen ist etwa so cool wie nicht zu duschen, damit würde ich es mir aber ziemlich einfach machen. Es muss ja Gründe dafür geben,  warum es so aus der Mode ist, Bücher oder Zeitungen zu lesen.

Ich meine, gut, es ist nicht jedermanns Sache, ich bin ja auch kein leidenschaftlicher Auto-Tuner oder spiele gerne Volleyball in meiner Freizeit. Aber es grenzt in einem gewissen Alter schon an gesellschaftliche Ausgrenzung, wenn man zugibt, gerne mal zu lesen. Selbst bei den Studenten, mit denen ich meine Zeit verbringen darf bekommt man zu hören, dass sie selber privat nichts lesen, im Studium nerven sie die vielen Texte.

Hand in Hand kommt dann auch oftmals die Aussage, dass „intelligente“ Leute voll dumm seien. Keine Lebenswirklichkeit hätten. Die wissen nicht, wie das Leben läuft. Und Bücher gehören nicht mehr zum Leben dazu.
Vermutlich bin ich zu idealistisch, aber warum nicht? Es macht weniger Arbeit als Xbox zu spielen, Kinder zu zeugen und man hat was davon, und sei es auch nur halbwegs vernünftiger Ausdruck.
Aber es gibt ein großes Paradoxon, man könnte fast meinen, dieses teilt Deutschland in zwei Teile: Die Leser und die Nicht-Leser.  Das #1-Hobby in Lebensläufen ist immer noch: Lesen! Laut Allensbach kommen jedes Jahr mehr Bücher auf den Markt, die Absatzzahlen steigen.



Mmh? Irgendwas stimmt da nicht!

1: Mehr Bücher heißt nicht unbedingt mehr Qualität und mehr Leser. Es könnten auch mehr Twilights, Secrets und Rosamunde-Pilcher Verschnitte sein. Oder aber die Leute, die mehr lesen kaufen sich nur mehr Bücher als vorher – das steigert nicht sie Anzahl der absolut Lesenden.

2: Okay, okay, es ist immer noch besser „Twilight“ oder „The Secret“ zu lesen als gar nicht, zumindest stilistisch.

3. StudiVZ ist nicht die absolute Wahrheit, weil da nicht jeder junge Erwachsene vertreten ist – zählt das als repräsentativ, was sich da rumtreibt? Nein, weil eben bestimmt Gruppen von jungen Menschen dort gar nicht oder zumindest nicht maßstabsgetreu  vertreten sind.

Ist Lesen denn überhaupt ein legitimes Hobby?  Besser als Kochen und Backen, besser als Fahrrad fahren oder Freunde treffen?

Ja, ist es, weil man beim Lesen (AUCH bei „The Secret“ – Leider) immer auch geistig etwas für sich tut, man lernt etwas, es macht Spaß, es vertreibt die Zeit. Wesentlich besser als Fernsehen.

Was wahrscheinlich ehrlicherweise die WIRKLICHE #1 der Hobbies wäre.

Haben wir wieder was gelernt:

  • Lesen ist toll und bildet einen weiter, aber man sollte über den Edward und Bella-Tellerrand hinausblicken (Faustregel: Wenn man das Buch 100%ig ohne (geistige, keine inhaltlichen!) Verluste als Film abbilden kann, sollte man was anderes suchen.
  • „Kluge“ Leute halten sich meistens nur dafür
  • Die meisten Personalchefs WISSEN, dass ihr nie ein Buch in die Hand nehmt, auch wenn ihr das in die Bewerbung schreibt
  • Es ist nicht aus der Mode zu lesen, es war nie IN Mode – es wirkte nur immer so. Weil es als Hobby so gut klingt.
  • StudiVZ und dessen Bewohner machen mir Angst. Wirklich 



Kisses, xx


Kommentare:

  1. Oh, schöner Eintrag, aber ich mag deinen Stil eh sehr gerne, schreib weiter so! :)
    Ich selber lese ziemlich viel, aber ich lese auch von Kleinauf schon sehr gerne. (das fängt bei der Cornflakesverpackung an und hört bei 3000-Seiten-Wälzern auf *g*) Jetzt sollte ich wohl noch etwas Geistreiches schreiben, aber mitten im Kontext verlor ich den Faden. XD Doh! Also... weiter so! *_*

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  2. Pfff, geistreich kann ich sonst auch nicht so gut :) Ich lese auch immer die Shampoo-Verpackungen und die Cornflakespackungen und und und...

    Dankeschön für das Kompliment!

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  3. Mau hat recht, du schreibst wirklich gut (informativ + sehr unterhaltsam) Die Menschen in meinem Umkreis lesen eher wenig (vllt auch nur verglichen mit mir^^) Aber oft kann ich wenigstens paar Freunde dazu überreden sich manche Bücher anzusehen, die mich begeisert haben. Hast du Twilight eigentlich mal gelesen?^^ Ich schon und es ist gar nicht schlecht, auch wenn es nicht das literarische Meisterwerk ist, wofür es viele Teenies halten, die die Bücher, die sie bisher gelesen haben an einer Hand abzählen können^^ Meiner Meinung nach ist das Lesen im Kommen, es lesen wesentlich mehr Leute als noch vor 3-4 Jahren :) (vllt ist das aber auch nur Wunschdenken xD)

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  4. Ich bin eine absolut lesefanatisch, bzw. die letzten 3 Monate nicht mehr so sehr x_X und es ist wirklich, wirklich schade, dass so wenige Jugendliche heutzutage keinen Draht zum Lesen finden. Es gibt sogar auf meiner Schule welche, die noch NIE ein Buch zu Ende gelesen haben. Ist das möglich?

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