Dienstag, 1. Februar 2011

Ich bin nicht bei Facebook






Nein, damit will ich nicht irgendwie angeben, denn offenbar liegt es ja voll im Trend, sich beim Fratzenbuch abzumelden oder dem Mainstream zu entrinnen und seinen Account „stillzulegen“. Was auch immer das heißt. Jedenfalls wage ich trotzdem jetzt einfach mal festzustellen: Wer etwas auf sich hält, „netzwerkt“ in einem sozialen Netzwerk, meist und nützlichsterweise Facebook.

Ich bin ja momentan von der Welt abgeschnitten -  sprich: Ich sitze in der westsächsischen Provinz und freue mich über den bombastischen Besucherzuwachs dank Asu’s freundlicher Erwähnung in ihrem AskMe. Damit kann aber auch ich mich nicht über mehrere Stunden hinreichend beschäftigen. Deswegen habe ich mir mal wieder eine NEON gekauft.

Mit der ist es ja fast so eine Sache wie mit Facebook oder dem Dschungelcamp: Offiziell liest ja keiner die NEON, den Stern oder die BILD. Ebenso wie die meisten ja nur aus Karrieregründen oder wegen „alter Freunde“ bei Facebook sind und das Dschungelcamp nur anschauen, weil die Moderatoren so (zugegeben) lustig sind.

Jedenfalls, nach 6 Seiten und 2 Artikeln war die Zeitung schon 3x gegen die heimische Wand geflogen. Der momentane Zeitgeist und ich werden wahrscheinlich keine Freunde mehr, aber diese furchtbare Anti-Anti-Gutmenschen-Haltung macht mich wuschig. Diese Anbiederung an den vermeintlichen Zeitgeist, die Individualität um jeden Preis und die offenbar trendige Haltung der Opposition gegen die Opposition um intellektuell zu wirken nerven mich. Natürlich, im jungen Erwachsenenalter will man sich immer noch von den „Älteren“ abgrenzen, was in unserer Kohorte (=die momentan 20-30Jährigen) im Wesentlichen daraus besteht, gegen den Freiheits- und Demokratiedrang der Eltern zu wettern, wertkonservativ CDU zu wählen und lässig am Astra nippend die Tanzfläche zu Pseudo-20er-Musik zu blockieren.



Die „modernen Performer“ verdrängen die „Postmaterialistische Jugendgeneration“ von früher. Der Wertewandel der 60er und 70er hatte offenbar doch nicht einen so durchgehenden und anhaltenden „Erfolg“ wie die Soziologen dachten, es erfolgt derzeit eine Rückentwicklung zu Medienhörigkeit, Arbeitsamkeit und schlechtem Musik- und Biergeschmack. Die NEON und Facebook sind nur das Flaggschiff einer Generation, die kein gesteigertes Problem mit der Freigabe ihrer Daten und deren Nutzung durch den Staat hat. Das Internet ist eine Pseudo-Demokratie. Was nützt es denn schon, wenn ich nicht bei Facebook bin, während der Rest meiner Kohorte dort fröhlich netzwerkt?

Am Ende bin ich doch nur die postmaterialistische Träumerin deren Werbung eben nicht personalisiert wird. Und die trotzdem gerne NEON liest.


Haben wir wieder was gelernt:

  • Zur Erklärung von "modernen Performern" und "Postmaterialisten": Das sind Sinus-Millieus. Kurz gesagt: Soziologen kategorisieren das Volk recht gerne. Und die sind am Besten. Moderne Performer: NEON-Leser und Bionade-Trinker, Postmaterialisten: Neu-68er und Medienkritiker.
  • Wah, Gott, verdammt, warum bin ich eine Frau, Aaaaaah! (Unterleibskrämpfe dank Hormonentzug. Pille/Hormonring absetzen macht Spaß. Und nein, ich will keine Kinder, ich will nur wieder Lust auf Sex. Den hat mir dieser verdammte Ring nämlich geklaut)
  • Hiermit möchte ich mich sehr stark bei ASU bedanken, ihr einen Altar bauen und sie auf ewig verehren. (Seitenaufrufe 19.12.2010-30.1.2011: ~500 - Seitenaufrufe insgesamt aktuell: ~1000) DANKE!
  • Ohje, schlimmere Steoreotypen lassen sich im Assi-TV langsam nicht mehr finden, oder? ODER?
  • Morgen geht's wieder nach Dresden!


Yeah, xx





Kommentare:

  1. Ich bin bei Facebook, seit einigen Wochen und mag es. Ich nerve andere mit doofen Kommentaren, auf die meine Freunde noch doofere schreiben. Diese Freunde sitzen dann aber auch abends in meinem Wohnzimmer und da wird auch real gedooft. ;)
    Den Stern habe ich abonniert, ebenso die Koneko, die total reißerisch ist. Manchmal kaufe ich die Brigitte Balance und lese sie auf dem Klo. Manchmal auch die Shape, obwohl ich niemals eine Übung daraus machen werde, obwohl ich es mir immer vornehme.
    Jaja, der Zeitgeist. Ich denke, solange man den mit Humor nimmt und sich nicht unter Druck setzen lässt (ich MUSS auf Facebook gucken, weil ich sonst nicht up to date bin; oder ähnliches) ist das ok, es zu nutzen. Mensch aus Glas sind wir eh schon. ;)

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  2. Gesichtsbuch ist so ne Sache..eigentlich mag ich ja soziale Netzwerke, aber gegen Gesichtsbuch habe ich eine wunderbare Abneigung. Mich stört es, dass man ohne FB sozusagen kein Teil der Gesellschaft sein kann. (doof formuliert) "Was du hast kein Gesichtsbuch?? Ich kenne niemanden, der das nicht hat." Dass heutzutage sogar Kaufhäuser oder Socken einen eigenen Account haben ist doch lächerlich.

    Und die Neon ist bei mir an der Schule ziemlich angesagt. Die BILD nicht. Neon Leser sind Leute, die Club Mate trinken, rauchen und Jutebeutel tragen.

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  3. Irgendwo zwischen Herrn Zuckerbergs Geldspeicher, sackartigen Wollmützen mit eingebauter Leerbrille und dem rätselhaften Tod von Horst Günter Ludolf geht das Abendland unter.

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  4. @Mau - Ich lese den Stern und die NEON eigentlich auch ziemlich gerne, und auf unserem Klo liegt immer die Bravo GIRL (weil ich die total mag, und ich mich so gerne aufrege xD). Bei FB nervt es mich eben, dass man wirklich komisch angeschaut wird, wenn man dort nicht ist. Ist zumindest mein Gefühl.

    @T Ich habe in meinem Leben genau eine halbe Flasche Club Mate getrunken, in meiner ersten Woche an der Uni, damals noch als Informatikerin...Aber ja, von diesen Pseudo-Coolen Leuten rede ich, die scheinen sich ja selber als Elite zu verstehen. Aber das mit der Socke ist gut gesagt, ist auch mein Eindruck ("Mitten im Leben" auf Facebook! Yeah, DAS ist notwendig)

    @Herr Elftausend - Ich sollte glatt einen Eintrag über den Umgang mit dem Thema Tod in der Bildzeitung schreiben, aber das macht der BildBlog auch ganz gut :L


    Danke für die Kommentare ^^

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  5. Ich bin auch bei Facebook und ich finds gar nicht so schlimm, weil ich total viel ausblenden kann xD Mich nerven diese ganzen Spielnachrichten oder Tests (auch wenn ich die früher aus reiner Langeweile mitgemacht habe^^) aber ich finde es super praktisch um mit meiner alten Klasse in Kontakt zu bleiben und auch mit meiner Neuen sinnloses Zeugs auszutauschen. Ich gehöre aber nicht zu denen, die ständig on sein müssen, ich bin vllt 10 Minuten täglich on, wenns hoch kommt ;D (PS: Um dem Mainstream zu entkommen bin ich wohl als Einzigste in meiner Umgebung nicht in einem hirnlosen Chat angemeldet, wo man entweder süchtig nach Minuten ist, um einen höheren Status zu erlangen, oder blöd angemacht wird^^)

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