Sonntag, 4. März 2012

Aufrunden, bitte!

Hallo Leute!


Hier ist heute mal nicht die Skye sondern der Typ der eigentlich die ganze Zeit in ihrer Nähe rumlungert. Der Typ, der von Zuhause weggelaufen ist. Da die gute Skye gerade mit einem Känguruh und einem lila Drachen Rhinoxe in bayrischer Tracht verprügeln muss, (Preisfrage, derjenige der weiß, welches Spiel hier gemeint ist der bekommt von mir einen Gummipunkt!) schreibe ich euch heute mal was... im Auftrag von Skye.

Wie der Titel des Beitrages bereits vermuten lassen könnte soll es heute um die Aktion "Bitte aufrunden" gehen. Seit dem 1.März kann man ja an vielen Kassen (z.B. Netto, Kaufland, bei vielen Sachen) "aufrunden", also wird der Betrag, für den ihr eingekauft habt, auf den nächsten vollen 10-Cent-Betrag aufgerundet. Die paar Cent, die ihr dann aufrundet (sprich, maximal 10) werden an soziale Projekte gegen Kinderarmut in Deutschland gespendet. Ich merke derzeit, dass noch nicht so viele Leute mitmachen, und deswegen will ich hier mal darauf aufmerksam machen.

Um die gesamte Sache mal schmackhaft zu machen, folgt ein Rechenbeispiel!

Gehen wir mal davon aus, dass im Durchschnitt bei jeder Aufrundungsbezahlung 4 Cent gespendet werden (weil die Hemmschwelle bei weniger Cents auch weniger hoch liegt.). Desweiteren gehen wir von 40 Millionen Haushalten aus, die einmal pro Woche einen Einkauf erledigen. Wie groß der ist, ist ja scheissegal
Wenn jetzt auch nur jeder zweite Haushalt (!) einmal die Woche (!!) 4 Cent spendet, sind das pro Woche 800.000 Euro (!!!) Pro Monat also 3,2 Millionen Euronen. Das ist eine Menge Asche. Sprich, wenn jeder Haushalt im Monat gerade mal 8 Cent spendet (weil plötzlich jeder muss die Hälfte nurnoch halb so oft aufrunden!), dann haben wir pro Jahr einen Spendenausstoß von 38,4 Millionen.
Bevor jemand denkt "Nooooo wait there! Aber die Verwaltung der Spendenaktionen!" Ich kann beruhigen, denn die Umkosten der Spendenaktion werden von den Märkten an denen man aufrunden kann getragen, heißt soviel wie, die Spenden gehen zu 100% an die Projekte die sie brauchen.


Klingt gut? Jo, finde ich auch. Es ist zumindest mal eine relativ transparente Spendenaktion die sich durchaus zu lohnen scheint... oder auch nicht. In den Augen von den Mitgliedern WillsteQuatschens ist diese Aktion nämlich sehr, sehr böse und sollte nicht unterstützt werden! Man selber sollte auch nicht spenden, das können die anderen machen... denn man selbst ist ja so ein armes Hascherl.



Richtig, wieso sollte ich an der Kasse aufrunden um Geld für Elternbildung oder Anti-Mobbing Projekte zu spenden? Sowas sieht man doch eh nie in der eigenen Stadt und was nicht in der eigenen Stadt passiert, existiert nicht!



Verschwörung! Kauft nie wieder ein, die Konzerne machen damit Geld! ...Moment... war das nicht die Grundidee des Kapitalismus? Pah, quatsch, alles Gehirnwäsche um den Konsumdrang bei KiK zu erhöhen! Mal davon abgesehen: Es fördert die Spendenbereitschaft, wenn man eben solche kleinen Beträge spendet - dafür dann aber ein großer Teil der Bevölkerung. Klar, gibt es ein gutes Gefühl - aber ist das schlecht?




Radikaaaaaaaaaal! Denn um die soziale Ungerechtigkeit zu lösen muss man sozial ungerecht werden! Denn selber was spenden ist doof, sollten lieber die anderen machen.




Der gleiche Typ, der die Umverteilung von Geld fordert... da steht wörtlich "Ich bin eigennützig... aber ich darf das weil!" oder? Erneut, selbst gutmütig sein wäre doof, also müssen es die anderen machen.



Spenden. Steuern... warum gibts nochmal zwei Begriffe für diese unterschiedlichen Dinge? Hier sehen wir einen Beitrag des "guten deutschen Arbeiters" der doch schon vom Staat ausgebeutet wird... so wie im übrigen jeder andere auch der Steuern zahlen muss.


Im allgemeinen bildete sich in dem WQ Forum folgender Konsens...

1. Die Aktion ist doof.

2. Selber spenden ist auch doof.

3. Die asozialen Hartz 4 Empfänger können es doch machen, denen wird das Geld doch sprichwörtlich in den Arsch geschoben

4. Die Reichen sollen es machen, die haben genug.

5. Die Konzerne auch, denn die machen ja Gewinn indem sie mir Lebensmittel oder sonstwas verkaufen.


Um es kurz zu sagen... man selber muss nicht spenden. Dafür sind die anderen da. Denn die haben es entweder zu Genüge, müssen dafür nicht arbeiten oder aber machen Gewinn indem sie Dinge verkaufen die überlebenswichtig sind.

Kleine noch wichtige Randnotiz bevor mir wer auf die Finger haut... Konzerne wie KiK will ich jetzt nicht wirklich in ein rechtes Licht rücken. Sie stehen zurecht in der Kritik ihre Mitarbeiter wie Dreck zu behandeln, sie tun es und fördern will ich das garantiert nicht. Doch sie zu boykottieren und damit zu zwingen die Mitarbeiter fair zu behandeln (was tatsächlich ein Vorschlag im WQ Forum war), ist ebenso bescheuert, da sich die Inhaber von KiK eher in die Insolvenz schieben um mit dem restlichen Geld abzuhauen.

So stehen erstens viele Leute auf der Straße ohne Job und die Hilfsprojekte hatten auch nichts davon.


Also, einfach an der Kasse "Aufrunden, bitte" sagen - Macht ihr mit oder findet ihr das doof?


Kommentare:

  1. Äh ... wie wird das aufgerundete geld von den normalen preisen getrennt? Da muss ja irgendne arme sau die ganzen centbeträge des tages zuammenrechnen un aus der kasse holen oO Oder man muss neue hard- und/oder software einführen, was recht viel schotter kostet. Oder so. Oder net?

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    1. Die Trennung erfolgt per simplen Knopfdruck. Das Kassensystem registriert das, führt einen neuen Punkt auf und der erscheint auch auf dem Kassenzettel.
      So summiert sich das ganze nach und nach im System und am Ende der Woche oder des Monats kann gesagt werden "So, wir haben jetzt 1000€ eingenommen durch die Spenden, die überweisen wir jetzt!"
      Da muss also niemand sitzen der 5 Millionen 1 Cent Stücke zusammenrechnet, da reichen im Grunde ein zwei Zeilen Programmcode im Kassensystem.

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    2. Dann holen sich die die ach so selbstlosen konzerne schöne spendenquittungen

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  2. Warum nicht? Ich kann mich grad echt nicht zu den Besserverdienenden zählen (nichtmal zu den Ganzokayverdienenden), aber... wir reden wir von Centbeträgen. Cents, die bei mir persönlich in 4 von 5 Fällen nur im Portemorenaie rumnerven und im 5. dann mühsam rausgesucht werden, um das Dreckspack wieder lozuwerden.

    Und diese Deppen regen sich darüber auf? Wenn man mal bedenkt, wie viele Cents der Motor verbrennt den man eine Minute unnötig laufen lässt, wieviel der Käse der einem vergammelt weil man ihn nicht rechtzeitig aufbrauchen kann, oder was man sonst noch so aus Dummheit, Neugier oder Bequemlichkeit vergeudet. Das geht, aber wegen eines geraden Betrags an der Kasse kramt man jetzt Verschwörungstheorien hervor oder macht einen auf vollinformiertes soziales Gewissen? Du meine Fresse. Ich geh im Normalfall einmal die Woche einkaufen. Bei zwei Geschäften sind das so im Schnitt 8 Cent die Woche. 32 Cent im Monat! Das ist... das ist... ernsthaft, kann mir Jemand was nennen, was man dafür kaufen kann? Mir fällt so spontan nix ein.

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    1. Zwei Lollis?
      Ja, ich hab mir auch so das ein oder andere Mal... naja, ich hab mir ziemlich häufig die Handkante an die Stirn gehauen, die tut mittlerweile richtig weh ^_^.
      Doch wenn man dort mit der Logik "Ja aber 8 Cent im Monat... die bringen einen nicht um und sich einen einfachen Satz aus den geschundenen Arbeiterlungen zu quetschen erst recht nicht" kommt... dann ist man böse. Sehr böse. Und man verschließt die Augen vor der Realität, das muss sich Skye ziemlich häufig anhören... und manipuliert ist sie auch. Von den Medien... die sie studiert... moment... da stimmt was nicht o,o.

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  3. Also wenn die Medien selbst die beherrschen die sie studieren... wer kontrolliert sie denn dann noch? Oh nein... Niemand! NIEMAND kontrolliert die Medien! Aaah! Wir müssen sie töten! Schnappt euch ne Fackel oder ne Mistgabel und kommt mit! :D

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  4. muhahaha ja bei dieser mehr als stumpfsinnigen diskussion war ich anfangs auch noch dabei, ein zwei versuche diese ekelhaften geizkragen zu bekehren hab ich mir auch noch gegönnt, aber dann war ich auch shcon wieder raus aus dem thread, schade für skye sie hat da ne echt geile sache ins gespräch gebracht (die ich seither schon 3 mal gemacht habe hihi ganze 19 cent habe ich schon gespendet^^) aber bei wq darf man das nicht , bei wq sind alle ganz besonders schlau und belesen und wissen überhaupt alle bestens über sämtliche weltuntergangsmachenschaften der ganz großen bösen bescheid usw usf lach is manchma echt köstlich dort^^

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  5. Nur mal so zur Info:
    Die Kosten für die Initiative, die ähnlichen Beispielen aus den USA und England folgt, tragen die Firmen, die ihre Kunden zum Aufrunden animieren. Sie zahlen einen Mitgliedsbeitrag, der je nach Umsatz im vier- oder fünfstelligen Bereich liegt. Zudem müssen sie die Kassen umrüsten, damit die Cent-Differenz aus den aufgerundeten Beträgen auch auf dem Extra-Konto landen, sie müssen das Personal schulen. Zudem zahlen Medien-Konzerne einen Millionenbetrag für Werbemaßnahmen.
    So viel zum Thema "die bösen Unternehmen zahlen nix". Falsch gedacht. Und die Aktion ist gut, denn sie bewegt was. Immer auf dem Arsch sitzen und krähen, wie böse die "Reichen" sind - das hilft keinem weiter.

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  6. Die dummen bei der ganzen Aktion sind die Firmen, die sich dran beteiligen, denn die dürfen alles bezahlen und zwar ein vielfaches von dem, was mit den paar Cent-Beträgen eingenommen wird. Für Deutschland rundet auf sind die Spendenbeträge nebensächlich, denn denen geht es nur darum, sich die eigenen Taschen zu füllen. Allein die Kosten für die Fernsehwerbung übersteigen die Spendeneinnahmen. Wenn man nur dran denkt, wirds einem schlecht.

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