Mittwoch, 1. Juni 2011

The Feminism strikes back



Also eigentlich habe ich mich immer als weitestgehend sexuell normal eingestuft. Hetero, Halbwegs promiskuitiv, tendenziell an Frauen interessiert. Keine perversen Lesbensex-Ansprüche (wie die gute Dame aus dem berühmten NEON-Artikel), mit Fetischen hab ichs auch nicht so, und ich ziehe meine Socken beim Sex aus.

(Okay, ich gebs zu, der Absatz grade war rein für Google geschrieben. Ich steh auf meine Suchbegriffe).

Naja, um zum Thema zu kommen: Ich beschäftige mich ja ganz gerne mit Gender Studies und allgemein Geschlechterforschung in der Soziologie (Außerdem ist das Feminismus-Regal in der Unibibliothek ungefähr 20x so groß wie das meines zweiten Steckenpferdes, der Bildungssoziologie). Deswegen surfe ich auch seit einiger Zeit auf feministischen Blogs und Webseiten umher. Darunter selbstverständlich „Mädchenmannschaft“, einem Gemeinschaftsprojekt mehrerer Bloggerinnen.

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich dem Feminismus gegenüber relativ kritisch eingestellt. Bin ich bei allen Sachen, die halbwegs ins fundamentalistische abdriften. 
Gleichberechtigung – Yeah! 
Kritische Berichterstattung über Unterdrückung und allgemein himmelschreiende Ungerechtigkeiten – Yeah!
Bieten einer Plattform für unterdrückte Kleingruppen aller Art, Farbe, Geschlecht, Orientierung und sonstiger Merkmale – Yeah!
Aber – ich habe den Eindruck, der Feminismus, den einige Menschen dort zum Ausdruck bringen ist mehr zu einem Selbstzweck geworden als der Kampf um endgültige Gleichberechtigung. Es geht nicht mehr um Frauen- Homosexuellen- oder Männerrechte – sondern ums Prinzip.
  

Was ich an den Diskussionen unter einigen Artikeln (und auch in den Artikeln selbst) merke, ist, dass sich die Autor_innen per se unangreifbar fühlen, als Kämpfer_innen für eine gute Sache.
Bah, Fuck it, diese Binnen-Leerzeichen gehen mir auf den Sack.

Was ich an den Diskussionen unter einigen Artikeln (und auch in den Artikeln selbst) merke, ist, dass sich die Autorinnen per se unangreifbar fühlen, als Kämpferinnen für eine gute Sache. Zum Beispiel dieser Artikel und die Diskussion darunter. Die Userin Julia – ob sie nun Recht hat oder auch nicht – hat eine Wand gegen sich, die auf ihre Argumente gar nicht mehr groß achtet.

Dasselbe Problem bei den Gender Gaps oder Binnen-Leerzeichen. Diese „Nachfolger“ des Binnen-I als Ersatz für das generische Maskulin der deutschen Sprache (also statt Lehrer eher LehrerInnen oder Lehrer_Innen, um auch Menschen mit einzuschließen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen können oder wollen) werden im Feminismus als wichtiger Weg gesehen, die männliche Unterdrückung schon von der Sprache an auszumerzen.


Ist das nicht eher eine Sache, die von vielen Leuten nur pro Forma gemacht wird, um niemandem zu verärgern? Kann man das eigentlich richtig machen? Ich meine, ich habe mich schon versucht soweit wie möglich neutral und freundlich zu halten (Generischen Maskulin gilt eben nunmal für alle. Deal with it), trotzdem werden sich sicher auch hier genüsslich Fehler finden lassen (und, wenn ich mir die Antworten auf kritische Stimmen bei Mädchenmannschaft so anschaue, ist das dann ja nicht genüsslich oder korinthenkackerisch, sondern nur gut gemeint und bis ins letzte Mark berechtigt. Auf Heterosexuellen rumhacken, mit „Fuck you“und sonstigen Ausdrücken ist aber okay?).

Also, was sagt ihr zum Feminismus in seiner heutigen Ausprägung?
(Dieser Satz steht hier, um die Frage nicht ganz so schlimm nach Klausur aussehen zu lassen)


Haben wir wieder was gelernt:
  • Ich bin ernsthaft gespannt auf eure Antworten. Und vor allem, ob sich das wieder zu einem Drama alá Bymmsebienen entwickelt. Obwohl, gegen 1700 Besucher am Tag hätte ich nix :D
  • Yay, ich blicke jetzt 5 Tagen Crimmitschau entgegen. Mit "Jugendkultur und Politisierung - eine multimethodologische Studie rablubb...". Mein Leben überschlägt sich vor Aufregung. 
  • [Beautybloggergewäsch] Ich habe eine Sleek-Palette, yay! [/Beautybloggergewäsch]
  • Ansonsten ist der Artikle eh schon viel zu lang, also, sagt was, ich tus nicht mehr.  
  
 Yeah, xx

Kommentare:

  1. [Beautybloggergewäsch] Welche denn?[/Beautybloggergewäsch]

    Ich seh's ähnlich wie du: Frauenrechte bzw. Rechte für alle sind gut und wichtig und das nicht nur hier, sondern überall ... aber man kann sich auch anstellen. Wenn ich jetzt überall noch ein (_)Innen dranhängen wollte/sollte/müsste, käm ich ja zu nichts anderem mehr ... wenn jemand von "Linguisten" spricht, fühl ich mich einfach mal mit einbezogen - und nicht ausgeschlossen.
    Wenn schon alle auf ihre Rechte pochen, möchte ich auch dieses Recht für mich beanspruchen ;)

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  2. Vieles finde ich einfach nervig und unfair. ZUletzt zB bei dieser [Namen dieser Beauftragten/Ministerin vergessen: verantwortlich für Gleichberechtigungsfragen], die entlassen wurde aufgrund dessen, dass sie sich nicht verstärkt für Frauen-, sondern für allgemeine Gleichberechtigung inkl. Männer ausgesprochen hat. Eine Gleichberechtigung kann allerdings nicht erreicht werden, wenn der Blick auf die Männer gänzlich verloren geht. Diese sind, zB. in Sachen " erfahrene häusliche Gewalt) deutlich benachteiligt.

    Meine langjährigste Freundin ist lesbisch, ich habe sie damals in der 7. Klasse bei ihrem Comicg Out begleitet und ich kann fast schon mit Stolz behaupten, dass sie es geschafft hat, ihren Weg ohne Vorurteile und unnötige "Hasstiraden" gegenüber Heteros zu bestreiten. Ehrlich, sowas geht mir auf den nicht vorhandenen Sack.
    Mir persönlich ist es wurscht, ob jemand schwul, lesbisch, bisexuell oder gurkensuppenohil ist.

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  3. omg, der artikel mit der "interessanten" diskussion drunter, den du verlinkt hast.... omg. also die diskussion jetzt. man vergisst manchmal zu leicht, was für dämliche, kleinkarierte menschen es da draußen gibt, denen es einfach richtig spaß zu machen scheint, zutiefst beleidigt und (weil mir das deutsche wort nicht einfällt) butthurt zu sein...sehr gruselig. danke für den reminder :)

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  4. @Caro²: Die Original. Ich hab schon die Storm, und liebe sie sehr, sehr doll. Und ich fühle mich auch angesprochen, wenn es um "Soziologen" geht. Ich bösartiges Ding.

    @Zeitzeugin: Gurkensuppophil ist doch aber in letzter Zeit sicher ungesund :L

    @Nikita: Ich dachte schon, ich wäre die einzige, die sich manchmal nicht an deutsche Begriffe erinnern kann xD

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  5. Macht ja nichts. Solange du gewissen Leuten nicht sagst, dass du dich angesprochen fühlst, musst du bestimmt nicht mit Beleidigungen rechnen, die dir vorwerfen, dass du die ganze Arbeit von Frauen der letzten 100 Jahre damit kaputtmachst ;)

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  6. Feminismus ist eine Sache, ich ich ganz klar den goldenen 20ern und den 70ern zuschreibe. Ich denke, dass damals das absolute Maximun gefordert wurde um möglichst Gleichberechtigt zu werden/sein. Man muss ja meist mehr Fordern als man will um an das zu kommen was man eigentlich möchte. An der Stelle ist Feminismus eine gute Sache, zu sagen "HALT!" - jetzt sind die Weiber auch mal dran. Feminimus ist in seiner radikalen Form eine Utopie. Aber als Kampfmittel zur endlichen Gleichberechtigung (die ja im Sinne der z.B. Jobvergabe in hohen Ämtern noch lange nicht erreicht ist) find ichs gut. Aber Feminismus als Ziel ist bescheuert!
    Ahoi!

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