Donnerstag, 17. März 2011

Galaktisch betrachtet sind wir Madenkot



Ich schreibe eigentlich ungern über meine Gefühle. Allerdings denke ich in diesem Fall, dass ich einige Gedanken und Sorgen mit anderen Leuten teile und würde deswegen gerne auch eure Meinungen zu diesem Thema hören.

Es ist interessant wie die Menschheit konsequent ihre Bedeutungslosigkeit vor sich selbst verneint. Sind wir ehrlich, über all die Lebenshilfe-Bücher, esoterischen Sterndeuter und Selbstbewusstseinsexperten hinweg: Unser Planet kreist in irgendeinem Spiralarm einer mittelprächtig großen Galaxie um eine verhältnismäßig kleine Sonne, vermutlich in einer von zigmilliarden Dimensionen. Der Mensch ist dabei eine von vielen Spezies, die auf diesem Felsen eben grade die Vormachtstellung hat. Das Individuum ist austauschbar mit einem der anderen 6 Milliarden.

Universal betrachtet ist der Mensch eine Amöbe auf dem Fliegendreck der Windschutzscheibe des Universums. Und selbst dass ist noch ein zu großer Maßstab.




Ich weiß, gleich werden die Stimmen schallen: „Man muss seinem Leben selbst einen eigenen Sinn geben, da kann einem doch die Größe des Universums gepflegt am Arsch vorbei gehen!“ Das ist eigentlich wirklich der vernünftigste Weg. Man fühlt sich nicht vollkommen unbedeutend, das eigene Handeln hat doch einiges an Gewicht, und man hat nicht die Schwere des Gefühls, es ist doch eigentlich eh vollkommen sinnlos. Nur leider kann ich das nicht. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich sehr weit entfernt vom Vorstadt-Reihenhaus, 2,1 Kindern, Golden Retriever und Bürojob sehe.  Vielleicht mache ich mir einfach zu viele blöde, unnötige Gedanken, wie manche Online-Gesprächspartner meinten, die mir eigentlich nur ins Höschen steigen wollten.

Aber ich kann einfach nicht ausblenden, dass mein Handeln, egal wie gut oder schlecht es ist, so gänzlich gar keine Auswirkung hat. Natürlich schon, in einem begrenzten Rahmen – maximal Erdgröße einschließlich Mond -  aber nicht für das große Ganze.

Und ich weiß nicht, ob ich das beruhigend oder beängstigend finden soll.






Haben wir wieder was gelernt:
  • Das ist vermutlich das Gefühl, dass durch Religion beseitigt wird. Fühlen Gläubige auch diese Leere? Keine Ahnung, ich kann mir nicht mal vorstellen, an etwas Übernatürliches zu glauben und mein Schicksal in dessen Hände zu legen.
  • Wie ich auf solche Ideen komme? Andreas Eschbach – Quest. Sieht aus wie ein Sci-Fi-Entspannungsroman, ließt sich auch wie einer und ist wirklich hochphilosophisch. Zumindest für mich.
  • Wieder eine Frage, die sich den meisten Leuten gar nicht stellt – wie gesagt, ich wurde dafür schon wüst beschimpft, mir solche Gedanken zu machen und nicht zu arbeiten. Wortlaut.
  • Ist eigentlich sonst noch jemand am Sonntag in Leipzig auf der Buchmesse?
  • Heute mit Bonus! Ich war nämlich klug und avantgarde und in einer Kunstaustellung!
Gilt das schon als Outfitpost? Und yeah, Kunst.


Höchstphilosophisch, jawoll!

Yeah, xx





Kommentare:

  1. Schöner Post, ich mag deinen Blog wirklich sehr, weil deine Gedanken oft nahe den meinen sind oder dort, wo meine auch mal waren.
    Quest ist wirklich ein wertvolles Stück Literatur, steht auch in meinem Bücherregal ;)
    Über die Bedeutung des Menschen lässt sich auch fern von (modern vermurkster)Esoterik und Wissenschaft gut diskutieren :) Die alten Geheimlehren wie auch z. Bsp. die evolutionäre Spiritualität (merken: Spiritualität hat nichts mit Esoterik oder Religion zu tun ;)) sehen den Mensch als Bestandteil der evolutionären Entwicklung und Selbsterkenntnis des Universums an. Wir alle sind Bestandteil des Ganzen, tragen es in uns und nehmen somit daran teil / wirken darauf ein. Ein weiteres Bild, dass eher zu deinen Gedanken passt ist der vollkommene Nihilismus (vollkommen im Sinne von: ausgereift), der nicht mit dem pubertären Müllgelabere von "alles scheißegal" usw zu tun hat. Ich empfehle der Sartres "Das Sein und das Nichts", weiterhin "Der Mann ohne Eigenschaften" und als Krönung aber auch sehr sehr schwere Lektüre "Nichts" von Lüdtkehaus - es dürfte dir sehr gefallen und vielleicht auch helfen!

    Liebe Grüße

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  2. PS:

    Ansonsten ist zur Sinnsuchen im Sinnleeren doch immer Nietzsche zu empfehlen ;)

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  3. Ich mag deinen Blog auch sehr gerne, und lese deine Posts mit viel Interesse :) Als Atheistin habe ich mir diese Frage natürlich auch schon öfters gestellt - sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Und meiner Meinung nach gibt es keinen allgemeingültigen "Sinn" für irgendetwas. Wir sind absolut winzig - aber auch der größte Planet im Universum hat nicht mehr und nicht weniger Sinn als wir. Das gleiche bei einer Ameise. Ich denke, wir existieren weil das eben zufällig so passiert ist und entweder wir genießen unsere Existenz (die für einen Großteil des Universums total unnötig ist, für ein paar Menschen auf der Welt aber hoffentlich nicht) oder wir hassen unser Leben, wobei es uns ja frei steht, es zu beenden.

    Das sind jedenfalls meine Gedanken zu dem Thema :)

    LG Magdalena

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  4. @Aurora: Mein Freund möchte dich herzlich grüßen, der hat mir schon öfter Nietzsche ans Herz gelegt. Mit dem Nihilismus habe ich mich schon beschäftigt, aber trotzdem ergeben sich bei mir Nicht-Philosophin immer wieder Fragen. Außerdem hab ich zu wenig Ausdauer für die Klassiker :L

    Anonym: Wow, mein erster netter Anon-Kommentar ^^ Es geht mir nichtmal nach der Sinnsuche, der ist praktischerweise schon auf unserer Welt zu suchen...Aber der Gedanke an den ganzen Rest lässt mich dann schon denken, dass das irgendwie unbedeutend ist -ich hasse deswegen ja nicht das Leben, es demotiviert nur.

    Danke für die Kommis ^^

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  5. Ja so machen wir das, du wirst mich ja erkennen :D

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