Zweieinhalb Jahre. Mein erstes Haustier. Sleep well, old lady!
Montag, 19. November 2012
Kind oder Karriere? Oder was?
Das die Medien nicht immer unbedingt die Wahrheit abbilden und auch mal zugespitzt arbeiten müssen, ist mir bewusst. Trotzdem ist mir gerade in der Betreuungsgelddebatte ein erschreckend starrer Dualismus aufgefallen:
Kind oder Karriere. Übermutter oder Vorstandsvorsitzende. Heimchen am Herd oder Europaabgeordnete.
Als gäbe es keine Grauzone.
Klar, Grauzonen in einer Diskussion sind unbequem. So lässt sich ein Konflikt schön auf zwei Pole zuspitzen, was journalistisch natürlich ein sehr schönes Bild ergibt. Aber was ist mit den anderen? Den Frauen, die nicht in den Vorstand drängen oder die Kinder einfach doof finden? Nehmen wir, aus naheliegenden Gründen, einfach mal mich.
Ich finde Kinder doof.
Ich habe nicht vor, jeden Tag 8-12 Stunden zu arbeiten.
Und jetzt? Welche Art von Lebenslauf soll ich denn nun wählen? Bei den Teilzeitarbeitsmodellen wird selten mitgedacht, dass es auch Frauen gibt, die ohne Kinder und umfangreichem Haushalt weniger arbeiten wollen, und ebenso, dass es auch Männer gibt, die, ob nun mit Kind oder ohne, diesen Weg gehen wollen. Mein Idealbild wäre: Beide Partner in einer Beziehung arbeiten Teilzeit. Allerdings ist das in einer Leistungsgesellschaft gar nicht so einfach:
In unserer Gesellschaft definiert man sich über Leistung. Sei das Arbeitsleistung in einer Form von Lohnarbeit, Erziehungsleistung (auch wenn diese weniger gut anerkannt wird) oder Leistung aus selbstständiger Tätigkeit. Intellektuelle Leistung oder persönliches Glück ist in der Regel kein wirklicher Maßstab, an dem eine Person gemessen wird.
Wenn ich jetzt also sage "Okay, ich mag keine Kinder", dann wird automatisch mitgedacht, dass ich mich vollkommen meiner "Karriere" widme. Haha, Karriere, als Soziologin. Dabei will ich doch einfach nur glücklich sein, Zeit mit meinem Partner geniessen, viel Lernen, und eine Menge Sex haben. Aber dafür gibts nunmal keine Leistungsgesellschaftspunkte.
Muss ich wohl mit leben. Oder?
Kind oder Karriere. Übermutter oder Vorstandsvorsitzende. Heimchen am Herd oder Europaabgeordnete.
Als gäbe es keine Grauzone.
Klar, Grauzonen in einer Diskussion sind unbequem. So lässt sich ein Konflikt schön auf zwei Pole zuspitzen, was journalistisch natürlich ein sehr schönes Bild ergibt. Aber was ist mit den anderen? Den Frauen, die nicht in den Vorstand drängen oder die Kinder einfach doof finden? Nehmen wir, aus naheliegenden Gründen, einfach mal mich.
Ich finde Kinder doof.
Ich habe nicht vor, jeden Tag 8-12 Stunden zu arbeiten.
Und jetzt? Welche Art von Lebenslauf soll ich denn nun wählen? Bei den Teilzeitarbeitsmodellen wird selten mitgedacht, dass es auch Frauen gibt, die ohne Kinder und umfangreichem Haushalt weniger arbeiten wollen, und ebenso, dass es auch Männer gibt, die, ob nun mit Kind oder ohne, diesen Weg gehen wollen. Mein Idealbild wäre: Beide Partner in einer Beziehung arbeiten Teilzeit. Allerdings ist das in einer Leistungsgesellschaft gar nicht so einfach:
In unserer Gesellschaft definiert man sich über Leistung. Sei das Arbeitsleistung in einer Form von Lohnarbeit, Erziehungsleistung (auch wenn diese weniger gut anerkannt wird) oder Leistung aus selbstständiger Tätigkeit. Intellektuelle Leistung oder persönliches Glück ist in der Regel kein wirklicher Maßstab, an dem eine Person gemessen wird.
Wenn ich jetzt also sage "Okay, ich mag keine Kinder", dann wird automatisch mitgedacht, dass ich mich vollkommen meiner "Karriere" widme. Haha, Karriere, als Soziologin. Dabei will ich doch einfach nur glücklich sein, Zeit mit meinem Partner geniessen, viel Lernen, und eine Menge Sex haben. Aber dafür gibts nunmal keine Leistungsgesellschaftspunkte.
Muss ich wohl mit leben. Oder?
Sonntag, 18. November 2012
Ihr seid ja immernoch da!
...und das, obwohl ich schon ewig nichts mehr geschrieben habe!
Einige mögen vielleicht mitbekommen haben, dass der Blog letzte Woche ein paar Tage lang offline war. Ich hatte Panik wegen der aktuellen Abmahnwelle, deswegen sind auch alle Bilder verschwunden. Tut mir Leid, aber wir alle wissen, wie teuer soetwas enden kann.
Aber, verzagt nicht, liebe Leser! Auch wenn es hier eher still ist (mit fallen, ganz ehrlich gesagt, keine Themen zum Schreiben ein, die nicht als Endaussage haben "Boah, sind Billigzeitschriften doof!"), gibt es noch einen zweiten Blog von mir. Einen, von dem ich lange überlegt habe, ob ich ihn überhaupt anfangen soll, von hier verlinken ganz abgesehen: Schliesslichen kennen mich auch einige meiner Leser persönlich, und meine Eltern lesen hier auch sporadisch mit.
Deswegen: liebe Eltern, und liebe Leute, die mein Sexualleben nicht interessiert: Bitte nicht anklicken. Ehrlich. Danke.
Alle anderen können hier von meinen Abenteuern lesen:
Grottenpool
Einige mögen vielleicht mitbekommen haben, dass der Blog letzte Woche ein paar Tage lang offline war. Ich hatte Panik wegen der aktuellen Abmahnwelle, deswegen sind auch alle Bilder verschwunden. Tut mir Leid, aber wir alle wissen, wie teuer soetwas enden kann.
Aber, verzagt nicht, liebe Leser! Auch wenn es hier eher still ist (mit fallen, ganz ehrlich gesagt, keine Themen zum Schreiben ein, die nicht als Endaussage haben "Boah, sind Billigzeitschriften doof!"), gibt es noch einen zweiten Blog von mir. Einen, von dem ich lange überlegt habe, ob ich ihn überhaupt anfangen soll, von hier verlinken ganz abgesehen: Schliesslichen kennen mich auch einige meiner Leser persönlich, und meine Eltern lesen hier auch sporadisch mit.
Deswegen: liebe Eltern, und liebe Leute, die mein Sexualleben nicht interessiert: Bitte nicht anklicken. Ehrlich. Danke.
Alle anderen können hier von meinen Abenteuern lesen:
Grottenpool
Freitag, 12. Oktober 2012
Must-Have diesen Herbst?: Bad Boys!
Ich muss mal ein Geständnis machen: So merkwürdig das auch klingen mag - Ich stehe nicht auf Bad Boys. Die Älteren werden sich vielleicht fragen: "Häh? Warum zur Hölle sollte man denn auch auf schlechte Jungs stehen?" Ist es denn nicht grade das Optimum, einen Partner zu finden, der, mh...NICHT schlecht ist? Aber für uns Unwissende hat das Pubertäts-Fachblatt "BravoGIRL!" den großen "Player und Bad Boy-Check" im Angebot. Na, ein Glück!
Also, welche Art von Supermännern macht den jungen Damen von heute denn ganz wuschig und die Tangas in Kindergrößen ganz feucht? Eine wirkliche Definition gibts nicht, aber interviewt wurden 4 wahre Super-Männer der Güteklasse eins als Beispiel für diesen Männertypen, wahre Frauen- und auch Männerträume, besser als alle meine Wünsche es je formulieren könnten...
...Oh, es sind die Typen von "Party Bruder".
Es wird zwar mal kurz in die Runde gefragt, ob "wir sein Herz erobern oder lieber die Finger von dieser Spezies lassen" sollten, aber wirklich befriedigt mich das nicht. Meine grundsätzliche Frage, warum solche selbsternannten "Player" trotzdem so viele Mädchen anziehen, ist damit auch nicht beantwortet. Ehrlich, ich habe es schon als Teenie nicht verstanden, und verstehe es immernoch nicht: Was macht solche sonnenbankgeschädigten, offen frauenverachtenden, angeberischen Männer und Macker wie die "Party Bruder"-Besatzung so anziehend? So anziehend, dass sich Zeitschriften dem Thema widmen, wie man sie "zähmen" kann. Soll das irgendwelche Kümmerinstinkte in den Frauen ansprechen? "Oh, schaut mal, dieser tief im Inneren sicher verletzte Junge, den kann ich sicher reparieren und monogam und liebevoll machen!"? Ich verstehs nicht. Erklärt es mir.
Zurück zum Thema: Wie angelt sich die geneigte 14-Jährige Leserin denn nun so einen Traumtypen?
Steven (20) erklärt es uns: "Ein Mädchen, das ernsthafte Chancen hätte, muss wie mein Homie sein und viele Facetten haben. Sie soll den Player einfach zappeln lassen!" Und Schin (17) ergänzt: "Denn wenn sie ein braves Mädchen ist und keine One-Night-Stands mitmacht, hat sie eine Chance."
What the actual fuck? Mädels, die gerne Sex haben -> Scheisse. Männer, die gerne Sex haben -> "Player". Das gute alte Muster, verpackt in kuschelig pinke Seitengestaltung und nette Worte. Man möchte brechen.
Und zum Thema Treue gibts auch was zu sagen. Und zwar vom Checker (19). Ja, der heißt so. Ja, der Typ von DSDS. Erzählt uns was über Treue:
"Und Fremdgehen darfst du als Player auch nur dann, wenn es sich wirklich lohnt"
Na, da bin ich aber beruhigt.
Montag, 13. August 2012
Mhh, gibs mir du Strumpf! - Reloaded
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| Autor: Rechts im Bild |
Nachdem ich (also nicht Skye, sondern der Typ, der bei ihr wohnt) im März bereits einen Blogpost über einen aufschlussreichen Artikel in der Jolie schrieb, musste ich zu meinem Leidwesen, in der neusten Ausgabe eine Fortsetzung finden...
Macht euch gefasst auf ziemlich perverse und (hoffentlich) gelogene Storys.
Vorneweg, das Erste was mir ins Auge fiel war der Satz
"In der April-Ausgabe lüfteten wir ja schon einige skurrile MÄNNERGEHEIMNISSE."
Das entspricht nicht den Tatsachen, da ich den Artikel darüber am 25. März geschrieben habe... die Jolie weiß selbst nicht wann sie ihre Artikel veröffentlicht...
Planwirtschaft
"Männer messen ihre Virilität nicht an der Häufigkeit der Fitnessclub-Besuche oder daran, wie lange sie die Luft anhalten können - bei uns zählt einzig die Wichsquote.
Eine WQ von 2/7 bedeutet zum Beispiel: zweimal täglich, jeden Tag die Woche (sehr gesund!).
1/2: einmal an zwei Tagen in der Woche (kränklich). Männer fragen einander also nicht: "Wie geht's [sic!]?" sondern "Wie steht's [sic!] und wie oft?"
Nein. Gott verdammt, nein. Also... vielleicht... ich hoffe nein.
Ich für meinen Teil habe es nie getan und werde es auch nie tun. Genauso wenig kenne ich andere Männer/Jungs die sowas jemals irgendjemanden gefragt haben. Dafür schämen sich die meisten sowieso viel zu viel.
Zusätzlich finde ich allerdings sehr interessant wie hier gleich konsequent festgelegt wird, dass der notorische Dauergeile, der es sich 2 mal am Tag, jeden Tag die Woche machen muss/will kerngesund und auch voll männlich ist. Wer sich aber nur zweimal die Woche befriedigt, ist krank und ein Schlappschwanz...Großartige Logik.
Das Maß der Dinge
"Ein Mann hat nicht nur zahlreiche Begriffe für seinen Penis, sondern auch für sein Sperma: Klött, Spucke, Ött, Rotz. Damit werden gleichzeitig Konsistenz und Menge bestimmt. Wenn man lange nicht mehr __________ (o.g. Bezeichnungen mit Partizip II kombinieren und einsetzen) hat, ist es puddingähnlich und eher wenig. Wenn man aber jeden Tag onaniert, vielleicht sogar mehrere Male, dann wird es mehr flüssig. Was ein Problem darstellt. Denn wir wissen oft nicht, wohin damit."
Bei ihm vermutlich in die Socke...
"Die ekeligen Entsorgungsmethoden möchte ich euch ersparen. Wie wär's [sic!] stattdessen mit etwas Kuriosem?"
Oh Gott ja, kurios ist... nett formuliert.
"Ich kenne Vertreter meiner Spezies, die versuchen, die Vorhaut über die Eichel zu ziehen, während sie kommen. Um so, wie bei einem Kondom, ein natürliches Reservoir zu bilden, das Sperma hält, bis es über einer Toilette/ leerem Latte-Macchiato-Becher/ saugfähigem Untergrund geleert werden kann. Genial oder?"
Nein, abartig und widerlich.
"Da sage noch einer, wir wären nicht reinlich."
Das ist nicht reinlich, davon bekommt man, und darauf verwette ich ganz viel Zeugs was wertvoll ist, eine perfekte Grundlage für reinstes Smegma.
Zudem bezweifel ich, dass das funktioniert... und ich sollte es wissen. Immerhin habe ich mehrere Jahre mit einer Vorhautverengung masturbiert. Also entweder man drückt sich die Vorhaut so fest zu, dass es weh tut oder... keine Ahnung was man da macht, ernsthaft.
Gemeinsamen
"Mit 15 hatten die meisten von uns noch keine Freundin, dafür aber viele Pornos. Die wurden natürlich zusammen angesehen."
Wait, what?
"Irgendwann saßen also vier oder fünf Jungs im elterlichen Wohnzimmer, alle mit einer riesigen Erektion."
Nein, hör auf zu schreiben... bitte (und so riesig kann die Erektion bei 15 Jährigen nun auch wieder nicht sein).
"Anfänglich verließ man die gute Stube, später onanierten wir unverholen nebeneinander. Wir nannten das praktisch, aber eigentlich war es unsere homoerotische Phase (offiziell zugeben würde das natürlich niemand, also bitte bloß nicht drauf ansprechen!)."
Weil als Mann zuzugeben, dass man Penisse eigentlich ziemlich geil findet, ist gar nicht okay. Man wäre dann ja schwul und schwul sein ist unter Männer ja sowieso voll das Stigma.
"Während dieses Masturbationsmarathons wurden auch absurde Spiele entwickelt"
"Wie oft pro Szene? Wer kommt am häufigsten auf den ganzen Film? Wann ist der erste Penis wund?"
...ich stelle mir gerade vier Jugendliche vor die sich auf einen Film mit Dolly Buster ganz heftig den Penis reiben... und zwar solange bis einer "Aua!" schreit weil sich die erste Hautschicht abschält...
"Was wir nie gespielt haben und nur in Benjamin Leberts Buch Crazy vorkommt: Kekswichsen. Warum auch? Wer will schon das Sperma seiner Freunde essen? Die erwachsene Version von Pimmelspielen ist im Übrigen die WQ (siehe Planwirtschaft).
Ich kenne das Buch nicht, aber bei Kekswichsen klingelt in meinem Kopf eine Assoziation.
Ersatzbefriedigung
"Die Welt ist ungerecht: Euch steht ein überragendes Sortiment zur Verfügung, um autonome Orgasmen zu bekommen. Wir haben eigentlich nur unsere Hand. Denn alles, was Männer in einem Sexshop kaufen können, ist erbärmlich. Luftmatratzen mit Mund und Anus oder einzelne Silikongenitalien sind einfach sowas von ungeil. Und irgendwie hat es auch immer etwas Absurdes, sich eine künstliche Vagina über den Penis zu stülpen. "
Nicht weniger absurd als das, was der gute Mann gleich vorschlagen wird...
"Deswegen suchen wir uns Alternativen, die nicht auffallen.
Der Klassiker, die Socke (die aber mehr Auffangbehältnis als Lustobjekt ist). Fortgeschrittene bumsen eine Klopapierrolle (okay, auch nicht besonders erotisch), Profis höhlen Gurken aus und legen sie kurz in den Ofen, um sie auf Körpertemperatur zu bekommen."
Aber klar, Gummipuppen sind absurd.
"Und wirklich perverse Profis füllen Thermoskannen mit handwarmen Hackfleisch, landläufig bekannt unter dem Namen "Fernfahrermuschi". Eklig, nicht?"
Fassen wir zusammen... Gummipuppen und andere Onanierhilfen für Männer sind ungeil und total absurd... aber wenn man eine ausgehölte Gurke oder mit Hackfleisch gefüllte Thermoskanne fickt ist das... eklig... aber geil und normal? Alter...
"Mittlerweile gibt es zum Glück eine kaufbare, künstliche, nicht perverse Alternative: die Travelpussy. So charmant wie ein Kondom, aus hautfreundlichem Material, wird sie mit warmem Wasser gefüllt und kann dann zum einmaligen Onanieren verwendet werden. Gibt es an jeder Tankstelle. Und das Beste ist: Sie funktioniert."
Und ist in keinster Weise so ungeil und absurd wie diese ganzen künstlichen Onanierhilfen die aus dem Sexshop kommen... moment... halt.
Ob da jemand für seine, vollkommen unabhängige und ähm... professionelle Meinung bezahlt wurde?
Und, liebe männliche Leser: Erkennt ihr euch in diesen gut gehüteten Männergeheimnissen wieder? Und liebe Leser allgemein: Werdet ihr je wieder ein Wesen mit Penis in eure Wohnung lassen?
Donnerstag, 9. August 2012
Der Mensch als großes, haariges Tier
Es gibt ja ganz besondere Spezialisten. Leute, die immer wieder unter irgendeinem Stein hervorkommen und ihre (oftmals verblüffend ähnlichen!) Gedanken in den Cyberspace pusten. Unter meinem letzten Beitrag entstand eine Diskussion mit genau diesen Teilnehmern.
Der Punkt, den ich mit meinem Post über die Diskriminierung von Dicken treffen wollte war, dass es riesige, müffelnde Biberkacke ist, Menschen nach ihrem Aussehen zu beurteilen und ihnen dementsprechend Nachteile aufzuerlegen. Anscheinend ist die Diskussion über Diskriminierung immer eine Sache, bei der man den Finger in die Wunde legt - anders kann ich mir manchen aggressiven Kommentar nicht erklären.
Der Ausgangspunkt, von dem die meisten anonymen Kommentatoren ausgehen ist ein biologischer Determinismus. Das bedeutet, dass der Mensch als großes, haariges Tier mehr oder weniger allein seinen Instinkten folgt, jegliches gesellschaftliches Verhalten also nur aus biologischem Trieb heraus erfolgt. Als Soziologin steigen mir da die Tränchen in die Augen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Schönheitsideale so ziemlich das unpassendste Thema sind, um mit schnödem Biologismus ums Eck zu kommen, ist das alles halb so wild.
Schönheitsideale sind eine Sache, die extrem kulturell bedingt ist. Die einzige Sache, die sich durch die Zeit hindurch als halbwegs konsistent erwiesen hat, ist eine Bevorzugung von Frauen mit breiten Hüften. Es überwiegten sogar die Zeiten, in denen eher üppige Formen bevorzugt wurden. Jetzt gibt es natürlich Leute, die das mit einem Mangel, bzw. einem Überangebot an Nahrungsmitteln erklären wollen. Wenn es einen Mangel an Lebensmitteln gibt, bevorzuge mensch üppige Formen, und wenn es ein Überangebot gibt, sind eher schlankere Formen im Rennen. Das widerspricht zwar der "Logik" davon, dass wir alle komplett triebgesteuert sind, aber das wird schon keiner merken.
Tatsache ist aber, dass Schönheitsideale geformt werden. Kulturell und gesellschaftlich. Persönliche Attraktivität ist allerdings eine ganz andere Geschichte. Man könnte alles, was ist sagen wollte, eigentlich nicht besser zusammenfassen, als Kinch es schon mit diesem wunderbaren Kommentar getan hat:
Vielen Dank.
Mittwoch, 1. August 2012
Sollte man nicht zwischen "mollig" und "fett" unterscheiden?
Zu meinem Beitrag über meinen Weg zum Dickenaktivismus habe ich viele Kommentare erhalten (Danke dafür!), und einige davon haben sich mit der Frage beschäftigt, ob man nicht zwischen "ein bisschen mollig" und "richtig gesundheitsgefährdend fett" unterscheiden sollte. Meine Antwort: Warum? Ist es denn okay, jemanden geistig zu verurteilen, oder schlimmer noch, zu beleidigen und zu benachteiligen, weil er oder sie eine bestimmte Grenze überschreitet? Wer setzt diese Grenze? Und wohin wird sie gesetzt?
Im Endeffekt sind das alles Fragen, die man sich nicht stellen braucht. Denn beeinflusst es jemanden ganz persönlich, wie jemand anderes aussieht, oder welchen Lebensstil jemand wählt?
Oft liest man dann irgendwas in die Richtung: "Aber MEINE Krankenkassenbeiträge sind ja deswegen so hoch, weil andere Menschen sich vollfressen, Buhuhuhu". Das ist, klar ausgedrückt, riesiger Bullshit. Das hat mehrere Gründe, aber auf zwei will ich hier genauer eingehen. Zum einen: Solidarprinzip. Es besagt, dass sich der Leistungsanspruch nach der Bedürftigkeit und nicht nach dem individuellen Risiko der Versicherten richtet. Darauf baut unsere Krankenversicherung auf. Und darauf baut unsere Freiheit auf, zu tun, was man selbst für richtig hält.
Das ist eng verbunden mit dem zweiten Punkt, den ich dazu ansprechen will: Was geht es denn andere Leute an, ob man "gesundheitsschädlich" lebt oder nicht? Rauchen ist gesundheitsschädlich, Wandern auch, beim Autofahren kann man sterben, Hähnchenfleisch enthält Antibiotika, die dich killen können, Sex ist auch nicht gut, Kinder und Haustiere sollte man sich auch nicht anschaffen (Ansteckungsgefahr!) und ich hab gehört, Stadtluft soll auch schädlich sein. Wenn man damit anfängt, dicken Menschen z.B. höhere Beiträge aufzuzwingen - wann wird das bei allen anderen Menschen auch passieren? Das widerspricht dem Prinzip der Solidarität.
Natürlich kann ich mich jetzt nicht hinstellen und anderen Leuten ihre schön gezüchteten Vorurteile verbieten. Deswegen kann ich nur aktiv etwas gegen faktische Benachteiligung tun und dagegen sprechen. Ich kann hoffen, vielleicht ein paar Leute zum Nachdenken zu überreden, und vielleicht ändern dann ein paar Leute ihre Einstellung.
Sonntag, 29. Juli 2012
Flattr this!
Ihr habt ja bestimmt schon ganz oft die kleinen Flattr-Buttons auf Internetseiten gesehen. Hiermit will ich euch kurz darüber aufklären, was es damit auf sich hat, und warum ich auch dabei mitmache.
Flattr ist eine Möglichkeit, im Internet Texte oder Beiträge zu würdigen. Und zwar mit Geld. Klar, sicher, ich schreibe meinen Blog, weil ich gerne schreibe, aber genau genommen erbringe ich ja eine Dienstleistung. Jedes Kreative erbringt eine Dienstleistung. Deswegen finde ich die Idee des freiwilligen Bezahlens extrem cool, und fände es toll, wenn noch viel mehr Leute mitmachen. Der Dienst wurde von einem Mitbegründer von The Pirate Bay gegründet und hat mit der taz und Twitter zwei große Unterstützer.
Wenn man sich bei Flattr anmeldet, kann man beliebig viel Geld auf sein Konto dort laden, im Prinzip wie bei Paypal. Dann kann man sich entscheiden, wieviel Geld pro Monat man verteilen will. Das können 3 Euro, 5 Euro, 7 Euro oder mehr sein. Jedesmal, wenn man nun auf einen Flattr-Button klickt, wird dieser Betrag aufgeteilt. Angenommen, man hat 16 supermegageile Seiten angeschaut oder Texte gelesen und jeden geflattert. Dann werden deine 5 Euro durch 16 geteilt und jeder Autor bekommt 31 Cent.
Viel zu oft lese ich tolle Texte und kann nichts zurückgeben. Also, überlegt euch, wenn ihr kreativ im Internet unterwegs seid, ob Flattr etwas für euch ist.
Freitag, 27. Juli 2012
Gerhard auf großer Fahrt
Nachdem Gerhard gestern Abend langsam anfing Luft zu verlieren, haben wir uns entschieden ihn als glückliches Einhorn in die Freiheit zu entlassen. Im Gepäck hatte er einen Zettel mit meiner Email-Adresse, auch wenn ich nicht so wirklich damit gerechnet habe, eine Antwort zu bekommen. Nicht schlecht habe ich allerdings gestaunt, als ich heute eine Email mit Bildanhang bekommen habe:
Gerhard wurde gefunden
In Prag, im Gebüsch, hihi. Und Alter, thats one fast unicorn! Wir haben ihn gestern Abend erst in die Freiheit entlassen, und heute ist er schon auf dem Weg zu Koks und Nutten gefunden worden. Dankeschön, lieber Jiri, das ist echt extrem cool (Auch wenn ich nicht Gerhard heiße ;) )
Gerhard wurde gefunden
Achja, und falls ihr euch wundert, warum ich immernoch hier was schreibe und nicht endlich in meinen Urlaub fahre: Ich muss auf meinen Zug warten.
Außerdem habe ich für meine Abwesenheit noch zwei Beiträge vorbereitet, an denen ihr euch erfreuen könnt!
Bis dahin:
Ciao!
Donnerstag, 26. Juli 2012
Sie sind unter uns!
Mein Sommerurlaubsversprechen hat ja lange gehalten :D Aber in der aktuellen MÄDCHEN ist ein SO abstruser Artikel, den kann ich euch nicht vorenthalten. Achja, für die Interessierten: Meine Prüfungen sind ziemlich gut gelaufen, jetzt steht nur noch eine Hausarbeit zum Thema "Geschlecht und Schulerfolg" an. Aber, zurück zum Thema:
Magie. Ich weiß nicht, ob ich von der Wissenschaftlichkeit korrumpiert wurde, aber ich finde Magie eine nette Fantasiespielerei. Ich glaube nicht an höhere Wesen, Engel, Magie, Zaubersprüche und Dämonen. Ich respektiere Religionen und deren Wertekanon, aber wenn ich AstroTV schaue oder spirituelle Seiten im Internet ansurfe, verliere ich schon so ein bisschen meinen Glauben in die Menschheit. Wenn jetzt noch schlechte Jugendzeitschriften in die Gleichung kommen, wirds dann langsam sehr merkwürdig.
Die aktuelle MÄDCHEN hat sich an journalistische Arbeit gewagt und ist dabei eher so...mittelerfolgreich. Worum geht es? Hexen und schwarze Magie, yay!
Ja, Hexen und schwarze Magie
Die Hexen sind unter uns
Wooooho, spooky! Als schlechte Reportage getarnt schreibt Caroline DeClair (Autorin dieses literarischen Meisterwerks) über ein Mädchen aus einer Familie von Hexen und ihrer Ausbildung zur weißen Meisterin. Dabei wird mit keinem Wort darauf eingegangen, dass "Magie" maximal etwas mit psychologischen Effekten zu tun hat. Keinerlei Kritik, mit keiner Silbe. Ich meine, hey, Esoterik und Spiritualität schön und gut, aber ist kritisches Denken nicht universell nützlicher als ein weiterer fraglos zahlender Kunde der Sternen-Industrie? Oh. Wait....
Im Folgenden zitiere ich wild aus dem zweiseitigen Artikel.
"Wir sind Hexen", verrät Leona der Astrologin und Journalistin Caroline DeClaire, die Leonie für die MÄDCHEN Zuhause besucht hat. In einem verschlafenem Örtchen in Norddeutschland, nicht weit vom Brocken im Harz entfernt...Warte...der Brocken? Seit wann ist der denn in Norddeutschland? Und total magisch, wie Leona innerhalb von einem Satz den Namen wechselt. Großartig! (Nein, dass ist kein Tippfehler von mir. Da steht wirklich "Leona" und "Leonie"...)
Und die hübsche Junghexe warnt uns eindringlich, dass dies [Magie kann böse enden, Anmerkung von mir] auch für Schulnoten und alle anderen Vorteile gilt, die man durch Zaubersprüche und Rituale erzwingen kann.Stimmt, weil Schulnoten oder andere messbare Sachen zeigen würden, dass der Schmu einfach mal gar nix bringt. Es wird übrigens insgesamt fünfmal im Artikel darauf hingewiesen, wie hübsch Leona/Leonie ist. Klasse. Sie besucht btw. keine Schule mehr und macht auch keine Ausbildung, sondern lernt von ihrer Mutter das "Hexenhandwerk". Ähm. Ja.
Wir verstehen nur Bahnhof und haken nach wie das gemeint ist. Daraufhin weiht uns Leonas Mutter mit einem Beispiel aus ihrem langjährigen Berufsleben als Hexe ein:Ihr Berufsleben als Hexe? Warum studiere ich eigentlich nochmal genau?
"Um einer jungen Frau zu helfen, die massive familiäre Probleme hatte, schickte ich eine Freundin zu ihr nach Hause. Der Weg mit dem Auto führte durch einen dunklen Wald und weil sie sich ängstigte, begleitete ich sie mental von Zuhause aus, in dem ich Kerzenmagie anwendete. So wurde sie auf der ganzen Fahrt über von einem weißen Lichtstrahl begleitet, der ihr den Weg wies." Eine Story, die uns beeindruckt und uns nicht mehr stutzig macht.Ähm? Was? Warum macht uns das nicht mehr stutzig? Weil eine Frau, die Geld damit verdient, Leute zu verarschen, euch eine Geschichte erzählt hat? Ich meine...ernsthaft? Mentale Unterstützung via Kerzenmagie und weiße Lichtstrahlen? Und ihr glaubt das? Klar. Klingt plausibel.
Ist schwarze Magie denn wirklich gefährlich? Eindeutig ja! In dem Moment, in dem eine Person - ob Hexe, Magier oder einfach Spinner - jemandem schaden möchte, entsteht durch die Macht der Gedanken eine negative Energie. Das äußert sich durch Depressionen, bis hin zu Psychosen mit Wahnvorstellungen.Achso, ich dachte immer, Depressionen wären eine Krankheit. Muss mich wohl mal jemand verhext haben. War ich wohl irgendwann mal böse. Ich meine, was soll der Scheiss? Klar, negative Gedanken sind blöd und scheisse, aber die haben doch mit schwarzer Magie, wohooohoooo, nichts zu tun?
Was kannst du gegen schwarze Magie unternehmen? Hole dir zunächst Rat und Unterstützung bei einer Vertrauensperson. Zum Beispiel bei Eltern, Lehrern, Geistlichen, oder weißen Hexen, zur Not auch bei einer qualifizierten Jugendpsychologin. (Ja, da steht wirklich und ernsthaft "zur Not")Ich finde keine Worte dafür, das da steht. Ich meine, hey, ich bin froh, dass man sich an seine Eltern wenden soll, wenn man sich schlecht fühlt, aber der Rest? Ehrlich? Bullshit! Riesiger, gewaltiger, stinkender Bullshit.
Esoterik und Spiritualität, auch Glauben können wunderbare Sachen sein. Sie können einem im Leben helfen oder Trost spenden. Aber sie sind keine Handlungsanweisung und erst recht keine Methode.
(So und ich bin jetzt wirklich weg! :D)
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