Montag, 13. August 2012

Mhh, gibs mir du Strumpf! - Reloaded

Autor: Rechts im Bild


Nachdem ich (also nicht Skye, sondern der Typ, der bei ihr wohnt) im März bereits einen Blogpost über einen aufschlussreichen Artikel in der Jolie schrieb, musste ich zu meinem Leidwesen, in der neusten Ausgabe eine Fortsetzung finden...

Macht euch gefasst auf ziemlich perverse und (hoffentlich) gelogene Storys.
Vorneweg, das Erste was mir ins Auge fiel war der Satz
"In der April-Ausgabe lüfteten wir ja schon einige skurrile MÄNNERGEHEIMNISSE."
Das entspricht nicht den Tatsachen, da ich den Artikel darüber am 25. März geschrieben habe... die Jolie weiß selbst nicht wann sie ihre Artikel veröffentlicht...



Planwirtschaft

"Männer messen ihre Virilität nicht an der Häufigkeit der Fitnessclub-Besuche oder daran, wie lange sie die Luft anhalten können - bei uns zählt einzig die Wichsquote.
Eine WQ von 2/7 bedeutet zum Beispiel: zweimal täglich, jeden Tag die Woche (sehr gesund!).
1/2: einmal an zwei Tagen in der Woche (kränklich). Männer fragen einander also nicht: "Wie geht's [sic!]?" sondern "Wie steht's [sic!] und wie oft?"

Nein. Gott verdammt, nein. Also... vielleicht... ich hoffe nein.
Ich für meinen Teil habe es nie getan und werde es auch nie tun. Genauso wenig kenne ich andere Männer/Jungs die sowas jemals irgendjemanden gefragt haben. Dafür schämen sich die meisten sowieso viel zu viel.

Zusätzlich finde ich allerdings sehr interessant wie hier gleich konsequent festgelegt wird, dass der notorische Dauergeile, der es sich 2 mal am Tag, jeden Tag die Woche machen muss/will kerngesund und auch voll männlich ist. Wer sich aber nur zweimal die Woche befriedigt, ist krank und ein Schlappschwanz...Großartige Logik.



Das Maß der Dinge

"Ein Mann hat nicht nur zahlreiche Begriffe für seinen Penis, sondern auch für sein Sperma: Klött, Spucke, Ött, Rotz. Damit werden gleichzeitig Konsistenz und Menge bestimmt. Wenn man lange nicht mehr __________ (o.g. Bezeichnungen mit Partizip II kombinieren und einsetzen) hat, ist es puddingähnlich und eher wenig. Wenn man aber jeden Tag onaniert, vielleicht sogar mehrere Male, dann wird es mehr flüssig. Was ein Problem darstellt. Denn wir wissen oft nicht, wohin damit."

Bei ihm vermutlich in die Socke...

"Die ekeligen Entsorgungsmethoden möchte ich euch ersparen. Wie wär's [sic!] stattdessen mit etwas Kuriosem?"

Oh Gott ja, kurios ist... nett formuliert.

"Ich kenne Vertreter meiner Spezies, die versuchen, die Vorhaut über die Eichel zu ziehen, während sie kommen. Um so, wie bei einem Kondom, ein natürliches Reservoir zu bilden, das Sperma hält, bis es über einer Toilette/ leerem Latte-Macchiato-Becher/ saugfähigem Untergrund geleert werden kann. Genial oder?"

Nein, abartig und widerlich.

"Da sage noch einer, wir wären nicht reinlich."

Das ist nicht reinlich, davon bekommt man, und darauf verwette ich ganz viel Zeugs was wertvoll ist, eine perfekte Grundlage für reinstes Smegma.
Zudem bezweifel ich, dass das funktioniert... und ich sollte es wissen. Immerhin habe ich mehrere Jahre mit einer Vorhautverengung masturbiert. Also entweder man drückt sich die Vorhaut so fest zu, dass es weh tut oder... keine Ahnung was man da macht, ernsthaft.



Gemeinsamen

"Mit 15 hatten die meisten von uns noch keine Freundin, dafür aber viele Pornos. Die wurden natürlich zusammen angesehen."
Wait, what?

"Irgendwann saßen also vier oder fünf Jungs im elterlichen Wohnzimmer, alle mit einer riesigen Erektion."

Nein, hör auf zu schreiben... bitte (und so riesig kann die Erektion bei 15 Jährigen nun auch wieder nicht sein).

"Anfänglich verließ man die gute Stube, später onanierten wir unverholen nebeneinander. Wir nannten das praktisch, aber eigentlich war es unsere homoerotische Phase (offiziell zugeben würde das natürlich niemand, also bitte bloß nicht drauf ansprechen!)."

Weil als Mann zuzugeben, dass man Penisse eigentlich ziemlich geil findet, ist gar nicht okay. Man wäre dann ja schwul und schwul sein ist unter Männer ja sowieso voll das Stigma.


"Während dieses Masturbationsmarathons wurden auch absurde Spiele entwickelt"
"Wie oft pro Szene? Wer kommt am häufigsten auf den ganzen Film? Wann ist der erste Penis wund?"

...ich stelle mir gerade vier Jugendliche vor die sich auf einen Film mit Dolly Buster ganz heftig den Penis reiben... und zwar solange bis einer "Aua!" schreit weil sich die erste Hautschicht abschält...

"Was wir nie gespielt haben und nur in Benjamin Leberts Buch Crazy vorkommt: Kekswichsen. Warum auch? Wer will schon das Sperma seiner Freunde essen? Die erwachsene Version von Pimmelspielen ist im Übrigen die WQ (siehe Planwirtschaft).

Ich kenne das Buch nicht, aber bei Kekswichsen klingelt in meinem Kopf eine Assoziation.


Ersatzbefriedigung

"Die Welt ist ungerecht: Euch steht ein überragendes Sortiment zur Verfügung, um autonome Orgasmen zu bekommen. Wir haben eigentlich nur unsere Hand. Denn alles, was Männer in einem Sexshop kaufen können, ist erbärmlich. Luftmatratzen mit Mund und Anus oder einzelne Silikongenitalien sind einfach sowas von ungeil. Und irgendwie hat es auch immer etwas Absurdes, sich eine künstliche Vagina über den Penis zu stülpen. "

Nicht weniger absurd als das, was der gute Mann gleich vorschlagen wird...

"Deswegen suchen wir uns Alternativen, die nicht auffallen.
Der Klassiker, die Socke (die aber mehr Auffangbehältnis als Lustobjekt ist). Fortgeschrittene bumsen eine Klopapierrolle (okay, auch nicht besonders erotisch), Profis höhlen Gurken aus und legen sie kurz in den Ofen, um sie auf Körpertemperatur zu bekommen."

Aber klar, Gummipuppen sind absurd.

"Und wirklich perverse Profis füllen Thermoskannen mit handwarmen Hackfleisch, landläufig bekannt unter dem Namen "Fernfahrermuschi". Eklig, nicht?"

Fassen wir zusammen... Gummipuppen und andere Onanierhilfen für Männer sind ungeil und total absurd... aber wenn man eine ausgehölte Gurke oder mit Hackfleisch gefüllte Thermoskanne fickt ist das... eklig... aber geil und normal? Alter...

"Mittlerweile gibt es zum Glück eine kaufbare, künstliche, nicht perverse Alternative: die Travelpussy. So charmant wie ein Kondom, aus hautfreundlichem Material, wird sie mit warmem Wasser gefüllt und kann dann zum einmaligen Onanieren verwendet werden. Gibt es an jeder Tankstelle. Und das Beste ist: Sie funktioniert."

Und ist in keinster Weise so ungeil und absurd wie diese ganzen künstlichen Onanierhilfen die aus dem Sexshop kommen... moment... halt.
Ob da jemand für seine, vollkommen unabhängige und ähm... professionelle Meinung bezahlt wurde?

Und, liebe männliche Leser: Erkennt ihr euch in diesen gut gehüteten Männergeheimnissen wieder? Und liebe Leser allgemein: Werdet ihr je wieder ein Wesen mit Penis in eure Wohnung lassen?


Donnerstag, 9. August 2012

Der Mensch als großes, haariges Tier



Es gibt ja ganz besondere Spezialisten. Leute, die immer wieder unter irgendeinem Stein hervorkommen und ihre (oftmals verblüffend ähnlichen!) Gedanken in den Cyberspace pusten. Unter meinem letzten Beitrag entstand eine Diskussion mit genau diesen Teilnehmern.

Der Punkt, den ich mit meinem Post über die Diskriminierung von Dicken treffen wollte war, dass es riesige, müffelnde Biberkacke ist, Menschen nach ihrem Aussehen zu beurteilen und ihnen dementsprechend Nachteile aufzuerlegen. Anscheinend ist die Diskussion über Diskriminierung immer eine Sache, bei der man den Finger in die Wunde legt - anders kann ich mir manchen aggressiven Kommentar nicht erklären.

Der Ausgangspunkt, von dem die meisten anonymen Kommentatoren ausgehen ist ein biologischer Determinismus. Das bedeutet, dass der Mensch als großes, haariges Tier mehr oder weniger allein seinen Instinkten folgt, jegliches gesellschaftliches Verhalten also nur aus biologischem Trieb heraus erfolgt. Als Soziologin steigen mir da die Tränchen in die Augen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Schönheitsideale so ziemlich das unpassendste Thema sind, um mit schnödem Biologismus ums Eck zu kommen, ist das alles halb so wild.

Schönheitsideale sind eine Sache, die extrem kulturell bedingt ist. Die einzige Sache, die sich durch die Zeit hindurch als halbwegs konsistent erwiesen hat, ist eine Bevorzugung von Frauen mit breiten Hüften. Es überwiegten sogar die Zeiten, in denen eher üppige Formen  bevorzugt wurden. Jetzt gibt es natürlich Leute, die das mit einem Mangel, bzw. einem Überangebot an Nahrungsmitteln erklären wollen. Wenn es einen Mangel an Lebensmitteln gibt, bevorzuge mensch üppige Formen, und wenn es ein Überangebot gibt, sind eher schlankere Formen im Rennen. Das widerspricht zwar der "Logik" davon, dass wir alle komplett triebgesteuert sind, aber das wird schon keiner merken.

Tatsache ist aber, dass Schönheitsideale geformt werden. Kulturell und gesellschaftlich. Persönliche Attraktivität ist allerdings eine ganz andere Geschichte. Man könnte alles, was ist sagen wollte, eigentlich nicht besser zusammenfassen, als Kinch es schon mit diesem wunderbaren Kommentar getan hat:



Vielen Dank.

Mittwoch, 1. August 2012

Sollte man nicht zwischen "mollig" und "fett" unterscheiden?



Zu meinem Beitrag über meinen Weg zum Dickenaktivismus habe ich viele Kommentare erhalten (Danke dafür!), und einige davon haben sich mit der Frage beschäftigt, ob man nicht zwischen "ein bisschen mollig" und "richtig gesundheitsgefährdend fett" unterscheiden sollte. Meine Antwort: Warum? Ist es denn okay, jemanden geistig zu verurteilen, oder schlimmer noch, zu beleidigen und zu benachteiligen, weil er oder sie eine bestimmte Grenze überschreitet? Wer setzt diese Grenze? Und wohin wird sie gesetzt?

Im Endeffekt sind das alles Fragen, die man sich nicht stellen braucht. Denn beeinflusst es jemanden ganz persönlich, wie jemand anderes aussieht, oder welchen Lebensstil jemand wählt?

Oft liest man dann irgendwas in die Richtung: "Aber MEINE Krankenkassenbeiträge sind ja deswegen so hoch, weil andere Menschen sich vollfressen, Buhuhuhu". Das ist, klar ausgedrückt, riesiger Bullshit. Das hat mehrere Gründe, aber auf zwei will ich hier genauer eingehen. Zum einen: Solidarprinzip. Es besagt, dass sich der Leistungsanspruch nach der Bedürftigkeit und nicht nach dem individuellen Risiko der Versicherten richtet. Darauf baut unsere Krankenversicherung auf. Und darauf baut unsere Freiheit auf, zu tun, was man selbst für richtig hält.




Das ist eng verbunden mit dem zweiten Punkt, den ich dazu ansprechen will: Was geht es denn andere Leute an, ob man "gesundheitsschädlich" lebt oder nicht? Rauchen ist gesundheitsschädlich, Wandern auch, beim Autofahren kann man sterben, Hähnchenfleisch enthält Antibiotika, die dich killen können, Sex ist auch nicht gut, Kinder und Haustiere sollte man sich auch nicht anschaffen (Ansteckungsgefahr!) und ich hab gehört, Stadtluft soll auch schädlich sein. Wenn man damit anfängt, dicken Menschen z.B. höhere Beiträge aufzuzwingen - wann wird das bei allen anderen Menschen auch passieren? Das widerspricht dem Prinzip der Solidarität.

Natürlich kann ich mich jetzt nicht hinstellen und anderen Leuten ihre schön gezüchteten Vorurteile verbieten. Deswegen kann ich nur aktiv etwas gegen faktische Benachteiligung tun und dagegen sprechen. Ich kann hoffen, vielleicht ein paar Leute zum Nachdenken zu überreden, und vielleicht ändern dann ein paar Leute ihre Einstellung.

Sonntag, 29. Juli 2012

Flattr this!



Ihr habt ja bestimmt schon ganz oft die kleinen Flattr-Buttons auf Internetseiten gesehen. Hiermit will ich euch kurz darüber aufklären, was es damit auf sich hat, und warum ich auch dabei mitmache.

Flattr ist eine Möglichkeit, im Internet Texte oder Beiträge zu würdigen. Und zwar mit Geld. Klar, sicher, ich schreibe meinen Blog, weil ich gerne schreibe, aber genau genommen erbringe ich ja eine Dienstleistung. Jedes Kreative erbringt eine Dienstleistung. Deswegen finde ich die Idee des freiwilligen Bezahlens extrem cool, und fände es toll, wenn noch viel mehr Leute mitmachen. Der Dienst wurde von einem Mitbegründer von The Pirate Bay gegründet und hat mit der taz und Twitter zwei große Unterstützer.



Wenn man sich bei Flattr anmeldet, kann man beliebig viel Geld auf sein Konto dort laden, im Prinzip wie bei Paypal. Dann kann man sich entscheiden, wieviel Geld pro Monat man verteilen will. Das können 3 Euro, 5 Euro, 7 Euro oder mehr sein. Jedesmal, wenn man nun auf einen Flattr-Button klickt, wird dieser Betrag aufgeteilt. Angenommen, man hat 16 supermegageile Seiten angeschaut oder Texte gelesen und jeden geflattert. Dann werden deine 5 Euro durch 16 geteilt und jeder Autor bekommt 31 Cent.

Viel zu oft lese ich tolle Texte und kann nichts zurückgeben. Also, überlegt euch, wenn ihr kreativ im Internet unterwegs seid, ob Flattr etwas für euch ist. 


Freitag, 27. Juli 2012

Gerhard auf großer Fahrt

Nachdem Gerhard gestern Abend langsam anfing Luft zu verlieren, haben wir uns entschieden ihn als glückliches Einhorn in die Freiheit zu entlassen. Im Gepäck hatte er einen Zettel mit meiner Email-Adresse, auch wenn ich nicht so wirklich damit gerechnet habe, eine Antwort zu bekommen. Nicht schlecht habe ich allerdings gestaunt, als ich heute eine Email mit Bildanhang bekommen habe:




Gerhard wurde gefunden In Prag, im Gebüsch, hihi. Und Alter, thats one fast unicorn! Wir haben ihn gestern Abend erst in die Freiheit entlassen, und heute ist er schon auf dem Weg zu Koks und Nutten gefunden worden. Dankeschön, lieber Jiri, das ist echt extrem cool (Auch wenn ich nicht Gerhard heiße ;) )





Achja, und falls ihr euch wundert, warum ich immernoch hier was schreibe und nicht endlich in meinen Urlaub fahre: Ich muss auf meinen Zug warten.

Außerdem habe ich für meine Abwesenheit noch zwei Beiträge vorbereitet, an denen ihr euch erfreuen könnt!

Bis dahin:
Ciao!

Donnerstag, 26. Juli 2012

Sie sind unter uns!



Mein Sommerurlaubsversprechen hat ja lange gehalten :D Aber in der aktuellen MÄDCHEN ist ein SO abstruser Artikel, den kann ich euch nicht vorenthalten. Achja, für die Interessierten: Meine Prüfungen sind ziemlich gut gelaufen, jetzt steht nur noch eine Hausarbeit zum Thema "Geschlecht und Schulerfolg" an. Aber, zurück zum Thema:

Magie. Ich weiß nicht, ob ich von der Wissenschaftlichkeit korrumpiert wurde, aber ich finde Magie eine nette Fantasiespielerei. Ich glaube nicht an höhere Wesen, Engel, Magie, Zaubersprüche und Dämonen. Ich respektiere Religionen und deren Wertekanon, aber wenn ich AstroTV schaue oder spirituelle Seiten im Internet ansurfe, verliere ich schon so ein bisschen meinen Glauben in die Menschheit. Wenn jetzt noch schlechte Jugendzeitschriften in die Gleichung kommen, wirds dann langsam sehr merkwürdig.

Die aktuelle MÄDCHEN hat sich an journalistische Arbeit gewagt und ist dabei eher so...mittelerfolgreich. Worum geht es? Hexen und schwarze Magie, yay!

Ja, Hexen und schwarze Magie


Die Hexen sind unter uns



Wooooho, spooky! Als schlechte Reportage getarnt schreibt Caroline DeClair (Autorin dieses literarischen Meisterwerks) über ein Mädchen aus einer Familie von Hexen und ihrer Ausbildung zur weißen Meisterin. Dabei wird mit keinem Wort darauf eingegangen, dass "Magie" maximal etwas mit psychologischen Effekten zu tun hat. Keinerlei Kritik, mit keiner Silbe. Ich meine, hey, Esoterik und Spiritualität schön und gut, aber ist kritisches Denken nicht universell nützlicher als ein weiterer fraglos zahlender Kunde der Sternen-Industrie? Oh. Wait....



Im Folgenden zitiere ich wild aus dem zweiseitigen Artikel.


"Wir sind Hexen", verrät Leona der Astrologin und Journalistin Caroline DeClaire, die Leonie für die MÄDCHEN Zuhause besucht hat. In einem verschlafenem Örtchen in Norddeutschland, nicht weit vom Brocken im Harz entfernt...
Warte...der Brocken? Seit wann ist der denn in Norddeutschland? Und total magisch, wie Leona innerhalb von einem Satz den Namen wechselt. Großartig! (Nein, dass ist kein Tippfehler von mir. Da steht wirklich "Leona" und "Leonie"...)


Und die hübsche Junghexe warnt uns eindringlich, dass dies [Magie kann böse enden, Anmerkung von mir] auch für Schulnoten und alle anderen Vorteile gilt, die man durch Zaubersprüche und Rituale erzwingen kann.
Stimmt, weil Schulnoten oder andere messbare Sachen zeigen würden, dass der Schmu einfach mal gar nix bringt. Es wird übrigens insgesamt fünfmal im Artikel darauf hingewiesen, wie hübsch Leona/Leonie ist. Klasse. Sie besucht btw. keine Schule mehr und macht auch keine Ausbildung, sondern lernt von ihrer Mutter das "Hexenhandwerk". Ähm. Ja.


Wir verstehen nur Bahnhof und haken nach wie das gemeint ist. Daraufhin weiht uns Leonas Mutter mit einem Beispiel aus ihrem langjährigen Berufsleben als Hexe ein:
Ihr Berufsleben als Hexe? Warum studiere ich eigentlich nochmal genau?

"Um einer jungen Frau zu helfen, die massive familiäre Probleme hatte, schickte ich eine Freundin zu ihr nach Hause. Der Weg mit dem Auto führte durch einen dunklen Wald und weil sie sich ängstigte, begleitete ich sie mental von Zuhause aus, in dem ich Kerzenmagie anwendete. So wurde sie auf der ganzen Fahrt über von einem weißen Lichtstrahl begleitet, der ihr den Weg wies." Eine Story, die uns beeindruckt und uns nicht mehr stutzig macht.
Ähm? Was? Warum macht uns das nicht mehr stutzig? Weil eine Frau, die Geld damit verdient, Leute zu verarschen, euch eine Geschichte erzählt hat? Ich meine...ernsthaft? Mentale Unterstützung via Kerzenmagie und weiße Lichtstrahlen? Und ihr glaubt das? Klar. Klingt plausibel.

Ist schwarze Magie denn wirklich gefährlich? Eindeutig ja! In dem Moment, in dem eine Person - ob Hexe, Magier oder einfach Spinner - jemandem schaden möchte, entsteht durch die Macht der Gedanken eine negative Energie. Das äußert sich durch Depressionen, bis hin zu Psychosen mit Wahnvorstellungen.
Achso, ich dachte immer, Depressionen wären eine Krankheit. Muss mich wohl mal jemand verhext haben. War ich wohl irgendwann mal böse. Ich meine, was soll der Scheiss? Klar, negative Gedanken sind blöd und scheisse, aber die haben doch mit schwarzer Magie, wohooohoooo, nichts zu tun? 


Was kannst du gegen schwarze Magie unternehmen? Hole dir zunächst Rat und Unterstützung bei einer Vertrauensperson. Zum Beispiel bei Eltern, Lehrern, Geistlichen, oder weißen Hexen, zur Not auch bei einer qualifizierten Jugendpsychologin. (Ja, da steht wirklich und ernsthaft "zur Not")
Ich finde keine Worte dafür, das da steht. Ich meine, hey, ich bin froh, dass man sich an seine Eltern wenden soll, wenn man sich schlecht fühlt, aber der Rest? Ehrlich? Bullshit! Riesiger, gewaltiger, stinkender Bullshit.

Esoterik und Spiritualität, auch Glauben können wunderbare Sachen sein. Sie können einem im Leben helfen oder Trost spenden. Aber sie sind keine Handlungsanweisung und erst recht keine Methode.

Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Was haltet ihr davon? Sollten 14-jährige MÄDCHEN lernen, sich ihres Verstandes zu bedienen? Ist diese Art von redaktioneller Kompetenz nicht erstaunlich? Warum mach ich mir Gedanken, ob ich je einen Job finden werde? Sollte ich endlich in den Urlaub? Was sagt ihr?

(So und ich bin jetzt wirklich weg! :D)


Dienstag, 24. Juli 2012

Sagt Hallo zu Gerhard!



...und tschüss zu mir. Also, für die nächsten ein, zwei Wochen zumindest. Ich bin grade dabei viele böse Prüfungen zu schreiben, und außerdem fahre ich nächste Woche nach Bremen und allgemein ist jetzt Urlaub.

Deswegen habe ich hier Gerhard für euch. Gerhard Glitzerstern ist ein Heliumballon aus dem Zoo und wohnt jetzt hier. Momentan chillt er in der Küche ab:



Mit diesem wunderschönen Bild verabschiede ich mich. Bis später :D

(Auf Twitter könnt ihr mir übrigens trotzdem weiterhin folgen. Unter @SkyesBride bin ich auch im Sommer erreichbar!)

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ich gehe unter die Schminktussiblogger

...nicht, dass ihr je meine Befähigung dazu in Frage gestellt hättet, aber jahaaa, auch ich wage mich in die ultramegacoole Welt der Schminkblogs vor! Ich hab zwar weder Talent, noch Bock mein Gesicht jeden Tag die Kamera zu halten und mein mittelmäßig unspektakuläres Make-up (Im Fachjargon auch AMU, bei mir einmal mit dem Finger in den Lidschatten gepatscht und übers Lid geschmiert) zu zeigen. Deswegen war ich geradezu entgeistert, als ich die neue BravoGirl in den Händen hielt...denn als großes Mega-Super-Sommer-Extra gibts diesesmal Lidschatten \o/



Ich war gierig und hab das Päckchen schon vorm Fotografieren aufgerissen

Meine beiden großen Leidenschaften, schlechte Mädchenzeitschriften und Schminktussikram, zusammen, verbunden, in Liebe vereint. \o/

Okay, man sollte sich das Zeug wohl besser nicht auf die Augen schmieren:

Wenn man es nicht erkennt, bitte vergrößern!
Ein Warnhinweis, dass man den Lidschatten besser nicht in der Nähe der Augen benutzen sollte. Classic. Dazu gibt es auch noch einen Applikator von geradezu monströsen Ausmaßen:

Und nein, ich trage nichtmal Nagellack. Ich wäre eine echt schlechte "Beautybloggerin"



Nach diesen Grundangaben, jetzt gehts zur Sache! Swatches! Das Auftragegefühl ist in etwa so, als würde man mit trockenen Fingern in einen Wasserfarbkasten greifen. So ähnlich ist auch das Ergebnis:



Das war, nachdem ich zweimal kräftig in die Farbe gedrückt habe. Das Grau kann man wenigstens noch erkennen, das Lila hat sich gar nicht erst blicken lassen, und vor dem orangenem Lipgloss habe ich ernsthaft Angst.

Und? Habe ich euch "angefixt". Rennt ihr gleich in den nächsten Zeitschriftenladen, für einen "Haul"? Und bin ich nicht offensichtlich eine richtig schlechte Schminktussibloggerin?

Dienstag, 10. Juli 2012

Riots not Diets




Meine Geschichte steht exemplarisch für viele junge Frauen, die unter dem Druck der strukturellen Verachtung von dicken Menschen stehen und leiden. Dick zu sein ist heute nicht einfach nur ein Zustand, es ist ein Urteil. Über unsere Gesundheit, unsere Moral und unseren Trieb.

Ich war vor meiner Magersucht übergewichtig und jetzt bin ich es wieder. Man kann sagen, mein Leben war bisher von meinem Gewicht geprägt. In der Schulzeit als Mobbingopfer aufgrund meines Gewichts, danach als magersüchtige Studentin und jetzt als Dickenaktivistin. Ich will mich dafür einsetzen, dass "Du bist ja fett" nicht mehr zu den schlimmsten Beleidigungen zählt, die man zu hören bekommt.

Dickenaktivismus, der vor allem von Blogs und Internetinitiativen ausgeht (wie z.B. der ARGE Dicke Weiber), ist eine großartige Sache. Es geht darum, Menschen ein positives Selbstbild zu vermitteln, anstatt sie zu verurteilen. Dass man nicht mehr als abnormal und krank abgestempelt wird und man sich nicht mehr traut, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Um es klar zu machen: Dicke Menschen sind einer Vielzahl von Abgriffen ausgesetzt, die in keinster Weise begründet sind. Nachteile im Berufsleben, Gesundheitsvorschriften, "Schönheits"-Operationen,  Schönheitsidealpropaganda, Scham und Hemmungen. Viele Vorurteile über dicke Menschen basieren auf falschen Tatsachen und dem unbändigen Willen der Menschheit, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie man zu leben hat.



Ich habe es als Teenager nicht ausgehalten, dass ich aufgrund meines Aussehens beschimpft wurde, und auch heute, um ein vielfaches stärker, traue ich mich kaum, in der Öffentlichkeit zu essen. Ich traue mich kaum, zum Arzt zu gehen, weil selbst bei einem Schnupfen der wohlgemeinte Ratschlag kommt, ich könne doch ein bisschen abnehmen.

Dieser Vorschlag kommt nicht nur von Ärzten, sondern gerne auch von Leuten, die sich einfach nur "Sorgen um meine Gesundheit machen". Ich meine...was? Nur indem man mich anschaut, kann man keine Rückschlüsse auf meine Gesundheit ziehen! Solchen Menschen geht es natürlich nicht um die Gesundheit. Einer wildfremden Person ist meine Gesundheit vermutlich relativ egal. Solche Personen wollen sich selbst besser fühlen. Und wer ist dazu besser geeignet als ein vermeintlich disziplinloser, haltloser, ungesunder dicker Mensch?

Allgemein leben wir einer Kultur der Schnelligkeit und der Kontrolle. Wir müssen immer perfekter werden, immer kontrollierter, immer fitter, immer gesünder. Immer produktiver. Max Weber war der Ansicht, die Kultur des Protestantismus, die Zügellosigkeit bestraft und Sparsamkeit, Fleiss und  Selbstkontrolle fördert, hat den Kapitalismus erst möglich gemacht. Nur durch diese Wertevorstellungen - und Menschen, die sich daran gehalten haben - war es möglich, dass der Kapitalimus einen Boden hatte, auf dem er gedeihen konnte. Denn die Maschinen wären wohl kaum gelaufen, wenn nicht jeden Tag um 4 Uhr fleissige, sparsame und produktive Menschen die Arbeit vollrichtet hätten. Heute ist es immernoch ganz genauso. Der dicke Mensch als vermeintliches Zeichen von Genuss und Ruhe ist der natürliche Feind. Unproduktiv. Faul.


Ich bin Dick. Und das ist gut so.


Google-Suchergebnisse. Oh Humanity.



Was gibt es Besseres als Suchergebnisse? Suchergebnisse sind so ein bisschen das Frauentausch oder Bauer sucht Frau der Bloggerwelt - sich mal so richtig über andere lustig machen! Aber ernsthaft, Leute suchen solche Sachen über GOOGLE? Ernsthaft?
Die ganze ProAna-Scheisse (Das gibts noch?), Suchanfragen für Sex mit Minderjährigen (Shame on you!) und Fäkelsprache lass ich mal weg. Bin ja nett.

auf kacken einige tage verzichten
Uhhhh, keine gute Idee? Warum eigentlich? Campingausflug?

nazis find ich persönlich ja doch eher uncool
Sehr gut!

ich spritz dir in die fresse
Was auch immer die Person gesucht hat...sie hat es auf meiner Seite gefunden. Das macht mir Angst.

wann es ok ist scheisse zu sagen
Wenn etwas scheisse ist?

rollatoren treffen
Treffen sich zwei Rollatoren. Sagt der eine:..

bulimie yoga
Naja, wenn man sich so verbiegt, dass der Magen rebelliert....

beziehung hat keiner die hosen an
DAS ist der Idealzustand :D



bravo girl so sieht deine zukunft aus
Du wirst hübsch zurechtgemacht neben deinem Ehemann sitzen und verwundete Hundebabys pflegen.

was muss man machen um kacken zu können
...Okaaaaaay...

aus versehen jemanden beleidigt
Passiert mir auch immer wieder.

beleidigung auf sexueller grundlage socken
...Was? Wie?

dinge die wie hitler aussehen
Katzen, Wolken, Charlie Chaplin, Hitler...

haie beim kacken
Oh Neiiiin ;_____;

hoden und penis braten
oO

tief unter der erde in niederösterreich
Ja, Östereicher sind schon komisch, aber doch keine Maulwürfe oO

welche nagellackfarben soll eine 11 jährige benutzen damit es nicht zu tussig wirkt
Welche, die ihr gefallen?


Ich freue mich übrigens immer total, wenn Leute irgendeinen Artikel von mir mit Zitat oder meinem Namen suchen. Das ist voll toll, wenn jemand explizit mein Geschreibsel sucht :)


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