So klassische Zweikind-Familie, das wärs. Klassisch, bekannt aus Funk und Fernsehen, idyllisch in Berlin-Hellersdorf oder Chemnitz-Mitte. Oder – war da nicht was? Deutschland gehen die Kinder aus, Bevölkerungsrückgang, wie werden die nur unsere Renten bezahlen? Und wer denkt denn eigentlich endlich mal an die Kinder?
Kurzum: Drama allerorten.
Aber was ist denn nun dran – gibt es weniger Kinder oder können „die Deutschen“ doch noch überleben?
Erstmal gilt: Es gibt nicht unbedingt weniger Kinder. Nur eben nicht „die Richtigen“. Was heißt hier denn „richtige“ Kinder? Naja, was man so in den Nachrichten und Kommentarspalten (ein guter Ort zum Aufregen, nach wie vor: Good ol‘ SpOn) liest: Der allgemeine nachmittägliche Hartz-Assi schmeißt alle 9 Monate ein Kind aus seiner Bauchhöhle, und die distinguierten Philosophie/MaschinenbauabsolventInnen betreiben Stellungskrieg um ihre Gebärmutter.
Kluge Kinder und, noch besser, kluge Eltern braucht das Land.
Aber woran liegt denn diese „Fehlverteilung“ der Geburtenzahlen?
Unsere Gesellschaft ist geprägt von sogenannten „neuen Familienformen“. Alleinerziehende, Patchwork, Stiefkinder, soziale Problemfälle. Je früher und je stärker Kinder davon geprägt wurden, desto mehr und eher flüchten sie sich in ihre eigene, kleine, heile Familienwelt. Die Undurchlässigkeit unseres Bildungssystems kommt noch dazu: Einmal in eine arme (auch sozial arme) Familie geboren, führt der Weg meist direkt auf eine Hauptschule und dann im besten Fall zu einer gering qualifizierten Ausbildung. Da ist die Flucht in die vermeintlich schöne, heimelig-kuschelige Familienwelt naheliegend. Wenns nicht klappt, kommt eben der nächste Partner/Vater. Probleme werden nicht gelöst, sondern einfach weggetrennt. Somit kommen wir in eine Spirale, aus der wiederum Kinder hervorgehen, die emotional instabil sind.
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Auf der anderen Seite stehen die jungen Akademikerinnen und die, die es werden wollen. Allein schon unsere Ausbildung dauert im besten Fall an, bis wir 25 sind. Dann noch ein paar Jahre arbeiten, damit man sich nicht irgendwann in die Mutterzeit verabschiedet, um nie wieder aufzutauchen („Mir wird das ja nieee passieren!“). Wir sind hauptberufliche Lebensoptimiererinnen. Erst muss der perfekte Zeitpunkt gefunden werden, es muss der perfekte Job dafür da sein, mit Wiedereinstiegsoption, der perfekte Samenspender muss gefunden sein, und man muss sich selbst klar sein, welches Frauenbild man verkörpert. Hausmuttchen? Business-Tigerin? Irgendwas dazwischen?
Dieser spezielle Zeitpunkt wird übrigens nie eintreten. Man bekommt nur mehr Falten.
Yeah, xx