Sonntag, 6. Januar 2013

Horrorskope: Waagen, Skorpione, Schützen

So, das Jahr ist vorbei, ich bin wieder da, also, was ergibt das? Richtig, die letzten 6 Horoskope müssen auch noch besprochen werden. Also, Aura aktiviert, Chi fokussiert und ab geht die Party:


Waage
Saturn, der große Bremser, wird schwächer, Uranus, verantwortlich für Veränderungen, sorgt dafür, dass sie sich kaum mehr wiedererkennen
Liebe: Sie scheuen kein Risiko und können bei einem Mann, den sie Ende Juni kennenlernen, alle BEdenken über Bord werfen - selbst wenn sie liiert sind. Der Freiheitsdrang überflügelt ihr Sicherheitsbedürfnis! Gleich zwei Männer sind im September hinter ihnen her, und sie können keinen davon abweisen. Unmoralisch? Nein, uranisch!
Glücksformel: Lass die anderen reden
Ausprobieren: Mit einem anderen flirten - Konkurrenz belebt das Geschäft
Do: Familienkontakte pflegen
Don't: Zu exzessiv feiern

Also...Ich verstehe das richtig? Man soll allespimpern, was sich bewegt und dann noch Familienkontakte pflegen...Ahja, genau. Mein schmutziges, schmutziges Hirn verbindet diese beiden Tätigkeiten. Aber naja, was solls. Also, liebe Waage-Damen: Ficken sie! Gerne auch, wenn sie schon eine Beziehung haben. Gibt ja keine Risiken, oder sowas.


Skorpion
Glücksplanet Jupiter parkt im Zwilling und plötzlich ist alles so luftig-einfach...
Liebe: Die Sterne haben beschlossen, dass sie eine Beziehung einfach mal ohne nervige Nebenwirkungen wie Eifersucht geniessen können. Gleich im Juli bekommensie den Beweis, dass ihr Schatz sie bedingungslos liebt - vielleicht sogar mit einem Antrag.
Glücksformel: Ihr siebter Sinn ist superscharf!
Ausprobieren: In ihrem Bett gibt es kein Nein!
Do: Spontan sein
Don't: Schmollen

"Im Bett gibt es kein Nein"? Ahja, klar, so ähnlich wie bei 50 Shades of Grey ("Liebespaare brauchen kein Safeword!") oder wie? Auch schön: Seien sie nicht eiersüchtig! Außer, ihr Partner ist eine Waage. Das könnte zu Problemen führen.


Schütze
Glücksbote Jupiter trifft sich mit Venus. Der Mann, den sie jetzt kennenlernen bleibt für immer!
Liebe: Eine Gefühlswelle überrollt sie wie ein Tsunami: Sie lernen einen Mann kennen, der ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht. Leider ist er schon vergeben
Glücksformel: Ausprobieren kann man alles - und jeden!
Ausprobieren: Schnell, spontan, heftig: Sex im Lift
Do: Alte Tagebücher lesen
Don't: Geheimnisse weitererzählen

Naja, das jemand vergeben ist, hat in der Welt dieser Zeitschrift ja noch niemanden aufgehalten. Und für Sex im Lift wird ja wohl ein bisschen Platz bleiben, oder?



Mittwoch, 26. Dezember 2012

Glücklich

Das hier ist mein Körper. Er gehört mir, und ich bestimme, was mit ihm passiert. Ich bestimme, wie ich ihn haben will, und ich bestimme, wann ich ihn wie verändere.
Ich bin nicht immer glücklich mit mir. Aber wer ist das schon?
Aber wenn ich in den Spiegel schaue und lächele, dann ist es mir vollkommen egal, was andere denken, wenn sie mich sehen.

Ich sehe andere Frauen, die wunderschön aussehen. Die glücklich sind. Und ich bin genauso glücklich.

Habt ihr das verstanden? Ich bin glücklich. Ja, ich bin glücklich, mit meinem Körper, meinem Charakter, mreinem Auftreten, meinen Erfolgen.

Und das bleibt auch so.

Meine Eltern haben mir heute angeboten, mir eine Magenoperation zu bezahlen. Gesagt, dass ich dann doch endlich gut aussehen kann. Die Weihnachtstage waren gespickt mit verletzenden Kommentaren, Blicken, und Handlungen. Aber das war der Gipfel. Der absolute Gipfel.

Es ist nicht so, dass ich krank wäre. Ich komme mühelos zu Fuß in den 5. Stock, tanze und bewege mich gerne, esse kaum Fleisch, keine Krankheit, niedriger Blutdruck, Selbstzufriedenheit.
Es ist nicht so, dass ich mich unwohl fühle. Ich fühle mich gesünder und stärker als früher, als ich magersüchtig war. Da war ich krank. Jetzt bin ichs nicht.

Natürlich habe ich schlechte Tage. Natürlich ärgere ich mich über dumme Kommentare von Teenagern. Natürlich liegen mal meine Haare nicht richtig oder mein Hintern gefällt mir nicht.

Warum sollte ich mich also operieren lassen? Damit meine Eltert ein bisschen besser mit mir angeben können? Um keine dummen Sprüche mehr zu hören? Um auf der Straße nachgepfiffen zu bekommen?

Ich bin enttäuscht von euch, liebe Eltern. Und trotzdem nehme ich etwas mit:

Ich wiege 113 Kilo. Und ich bin glücklich.




Entschuldigung, das musste dringend raus. Ich will nicht den Eindruck erwecken, das mit dem Gewicht wäre mein einziges Lebensthema, wie in den Kommentaren schonmal angesprochen wurde. Aber es bestimmt mein Leben eben nunmal auf positive und negative Weise. Außerdem, was rechtfertige ich mich, ist schließlich mein Blog. Vielleicht lösch ich den Beitrag auch wieder, weil ich ihn zu doof finde. Aber wenn ich meine Gefühle schonmal aufschreibe, dann soll man sie auch lesen können.

 Wenn ihr sehnsüchtig auf die restlichen Horrorskope wartet: Nächstes Jahr. Ich bin nämlich bei lieben Menschen in Bremen und somit gänzlich unpässlich ;)

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Horrorskope 2012: Krebse, Löwen, Jungfrauen

Und weiter gehts! Gar nicht viele Worte verlieren, auf gehts zur Jahresrückschau der astrologischen Art:


Krebs
Sonne, Venus, Mars und Pluto nehmen sie unter ihre Fittiche und bilden einen Schutzschild, hinter dem sie sich verstecken können wenn Saturn es auf sie abgesehen hat!
Liebe: Mars tritt auf dem Plan, allerdings reicht es anfangs nur für ein oder zwei Affären. Ende des Sommers schickt der Himmel ihnen einen Mann mit Sinn für Romantik!
Glücksformel: Meine Voodoo-Kraft ist so strak wie nie!
Ausprobieren: Provokant sein
Do: Alle Nieten in ihrem Leben aussortieren!
Don't: Schlechte Laune

Schlechte Laune ist out? Echt jetzt? Aber nur für die Krebsgeborenen, oder? Und die armen Krebse sind auch noch mit 5 Planteten gesegnet! Diese Schweine! Und dann sind auch noch alle Krebse Voodoo-Meister....Oh Gott, jetzt bin ich neidisch.

Jetzt wird es interessant: Es geht nämlich gleich um mich:

Löwe
Jupiter, Venus, Mars und die Sonne kreisen um ihr Sternzeichen - und bringen ihr Leben gewaltig in Fahrt!
Liebe: Löwe-Frauen geben sich nur mit dem Besten zufrieden, und verzichten deswegen eher auf einen Partner. Aber nur bis Juni - dann taucht Jupiter auf! Aber sie finden ihren Mann nicht im Internet, nur Livekontakte zählen!
Glücksformel: Fest an sich selbst glauben
Ausprobieren: Golfen
Do: Hören sie auf ihren Instinkt
Don't: Immer das letzte Wort haben

Naja: Ich bin in einer festen Beziehung, und habe meinen Freund übers Internet kennengelernt...Naja...Fast? Und Alle anderen bekommen coole Sextipps, aber ich soll Golfen gehen? Wie fies!


Jungfrau
Sparen sie sich das Pläneschmieden - durch Neptun kommt doch eh alles anders!
Liebe: Affäre im Juni, Urlaubsflirt im Juli, Liebeserklärung im August und als Krönung vielleicht eine Verlobung im September!
Glücksformel: Ihr Wille kann Berge versetzen
Ausprobieren: Imagewechsel
Do: Den Geburtstag feiern
Don't: Besserwisser

Das ist jetzt aber mal wirklich eine genaue Voraussage. Müssten nach der Logik jetzt nicht alle Jungfrauen verlobt sein, mindestens? Sehr ungewöhnlich für ein Horoskop. Auch schön: Machen sie keine Pläne - das hat schon das Universum für sie erledigt.


Montag, 17. Dezember 2012

Horrorskope 2012: Widder, Stiere, Zwillinge

Das Jahr 2012 ist fast vorbei, die Welt auch. Das Ende ist nah, im Prinzip. Man wird sich seiner Sünden bewusst, alles ist kacke. Zeit, mal zu überprüfen, warum unser Leben jetzt so ist, wie es ist. Einen schuldigen habe ich auch schon ausgemacht: Uranus, das alte Arschloch!

Ja, es hat auch seine Vorteile, jeden Mist aufzuheben: Heute möchte ich rausfinden, ob die Horoskope vom Anfang des Jahres zutreffen. Die Jolie hatte in einer früheren Ausgabe das Versprechen gemacht, mit Hilfe der Sterne unser Jahr genau vorherzusagen. Ja, dann schauen wir doch mal, was passieren sollte:

Dieses Jahr stellt unser Leben auf den Kopf. Avantgardist Uranus, der im Zeichen Widder steht, gibt uns von Mitte Juni bis Mitte September die Energie, völlig neue Wege zu wagen.

Uranus! Im Widder! Ach du Scheisse!

Manche wollen sich jetzt plötzlich binden, andere können sich abrupt trennen!

Ach was, erzählt keinen Quatsch. Manche Leute kommen mit anderen zusammen, wieder andere nicht? Wow, das ist ja echt...ähm...revolutionär und eine total präzise Voraussage!

Venus und Mars sind die Zündfunken, die bestimmen, ob wir am Ende des Jahres wissen, zu wem wir gehören - oder auch nicht.

Für diese Erkenntnis brauch ich nicht den Mars. Ich vermute auch, dem Mars geht mein Liebesleben ziemlich an der rostigen Polkappe vorbei. 

Im Folgenden werde ich kurz auf jedes Sternzeichen eingehen. Ihr könnt mir ja in den Kommentaren berichten, ob ihr euch wiedererkennt:

Widder
Sie schwirren wie ein bunter Falter von einem zum Anderen - Bis Venus sie im Herbst verhext! Freuen sie sich auf ein Jahr, das alles wird - nur nicht ereignislos.
Liebe: Treue ist für sie eine Frage der Definition - man kann ja schliesslich auch mehreren Männern treu sein!
Glücksformel: Schneller und Besser sein als alle anderen
Ausprobieren: Männer parallel daten!
Do: Termine einhalten
Don't: Zu viel versprechen

Gut, das sagt ja jetzt nicht so viel aus - Außer, dass Widder anscheinend untreue Arschlöcher sind! Schämt euch, ab in die Ecke, und vergesst bloß nicht, Termine mit euren Lovern einzuhalten!

Stier
Dass Pluto, Venus und Sonne sich verbünden, kommt äußerst selten vor - und macht sie zum Glückskind des Sommers
Liebe: Solange sie wissen, zu wem sie gehören, können Sie sich sogar das eine oder andere Abenteuer leisten - er wird es ihnen trotzdem verzeihen!
Glücksformel: Warten sie auf den richtigen Moment!
Ausprobieren: Den netten Nachbarn verführen!
Do: Mutig sein.
Don't: Eifersucht

Also...sind Stiere sind auch untreu? Oder sind das einfach mal wieder alle, zumindest im Geiste der Jolie? Auch schön die Aussage "Bescheissen sie doch einfach mal ihren Partner! Das passt schon." Und seit wann ist Pluto eigentlich wieder ein richtiger Planet?

Zwillinge
Ein Mann oder viele Verehrer, dazu ein gut gefülltes Bankkonto - dank Jupiter schwelgen sie im Glück!
Liebe: Vielleicht treffen sie ihren Traummann schon im Juni. Oder machen sie sich einen Spaß daraus, möglichst viele zu verführen.
Glücksformel: Neugierig bleiben!
Ausprobieren: Mit ihm unter freiem Himmel übernachten
Do: Zumba lernen
Don't: Keine gute Laune haben

Das ist ja tatsächlich erstaunlich...unspeziefisch. Entweder sie treffen einen Mann. Oder auch nicht. Man weiß es nicht so genau. Hier kann man sehr schön die Taktik der Astrologen sehen: Möglichst allgemeine Aussagen treffen. ODer auch das komplette Gegenteil der Vorraussage nochmal erwähnen. Für den Notfall. irgendwo zwischen "Viele" und "Keine" wird das Ergebnis schon liegen.

Bald gehts weiter mit den nächsten Sternzeichen. Stay tuned!

Freitag, 14. Dezember 2012

Warum Reclaimen? Warum ich die Worte "Fett" und "Dick" hasse

Reclaimen. Immer diese neumodischen englischen Fachbegriffe, die den Feminismus so unzugänglich machen. Reclaimen bedeutet: Zurückerobern. Es gibt allerdings auch ein deutsches Wort dafür, aber weil das keine Sau kennt und ziemlich doof klingt, nutzt das halt keiner. Moderne Zeiten. Geusenwort go home. In der Regel benutzen wir das Reclaiming, um uns Worte zurückzuerobern, die im Kontext als sehr negativ wahrgenommen werden und wurden und diese wieder positiv zu besetzen. Schillernstes Beispiel dafür ist das Wort "slut", welches mit Hilfe der Slutwalks zurückerobert werden sollte.

Das war ja jetzt eher so mittel erfolgreich. Viele Frauen hatten ein Problem mit dem Wort "Slut" und wollten es gar nicht reclaimen. Und wer könnte es ihnen verübeln? Slut, oder Schlampe, wurde jahrzehntelang mit Frauen in Verbindung gebracht, die ihre Sexualität genossen haben oder mehrere Partner hatten. Mittlerweile allerdings ist es ein Allzweck-Schimpfwort für Frauen, die man nicht leiden kann.

So ähnlich geht es mir mit den Worten "dick" und "fett". Sie sollen für die Körperakzeptanzbewegung (Himmel, wie blöd das auf deutsch klingt) reclaimt werden. Und für viele Frauen und andere Menschen scheint das super zu funktionieren: Es gibt einen Haufen Tumblr-Seiten, mit "fat" oder "thick" im Namen. Und das finde ich auch wirklich schön. Denn die meisten von uns besetzen furchtbare Erinnerungen mit diesen Wörtern. Ich auch. Aber ich kann nicht über meinen Schatten springen.

Ich zucke innerlich beim Klang von "Fett" immer zusammen. Bei "dick" genauso. Ich mag es nicht, mich als "Dickenaktivistin" zu bezeichnen. Aber irgendwie muss man das Kind ja beim Namen nennen. Was ich an mir selbst doof finde, ist mein blumiges "wie ich eben aussehe, du weisst schon", wenn's in Gesprächen um meine Körperform geht. Das verschleiert meine Körperform, und da gibts eigentlich nix zu verschleiern. Ich bin eben dick. Was auch doof ist: "Übergewichtig". Also im Sinne von "über dem heiligen Normalgewicht". Und Normalgewicht ist sowieso schon eine schwammige Angelegenheit. Ich bin doch normal und habe Gewicht, also habe ich Normalgewicht. Und bevor jetzt jemand den heiligen BMI auspackt: Der BMI sagt, wieviel ich im Vergleich zu meiner Körpergröße wiege. Nicht, wie gesund ich bin, oder wo sich mein Blutdruck befindet, oder wie es meinen Gelenken so geht. "Fett" ist für mich indiskutabel". Zuviel Schmerz, zuviel Beleidigung, zuviel Erinnerung an dieses Wort, welches jahrelang als Ausrede benutzt wurde, um mich zu verletzen ("Aber die ist doch fett, ist doch klar, dass wir die ärgern!").

Bleibt irgendwie nur noch dick übrig. Und damit mag ich mich auch nicht so recht anfreunden.


Samstag, 8. Dezember 2012

Täter und Opfer

Triggerwarnung: Gewalt, und ein Arschloch.




Definitiv nicht Lieber Täter,

Gestern war ich im Krankenhaus.
Ich wurde ins Gesicht geschlagen, gegen ein Auto geschubst und ins Knie getreten. Du hast es damit begründet, dass ich fett und hässlich bin.

Klar, man könnte jetzt sagen, du warst betrunken, sauer, weil du aus der Tanzbar geflogen bist. Das sind aber keine Argumente. Du bist eine erbärmliche, feige Sau, die weggerannt ist, als ich um Hilfe gerufen habe. Die den ganzen Abend versucht hat, meinen Freund zu provozieren, immer wieder zu ihm hingegangen ist und ihm ins Ohr geflüstert hast, wie scheisse hässlich ich bin. Wie fett. Und ob es „Spaß macht, im Bett dieses Fettie zum Quiecken zu bringen“. Der uns auf dem Heimweg aufgelauert hat, meinen Freund verprügelt und zu Boden geschlagen hat.

Als ich dazwischen gehen wollte, hast du dich zu mir umgedreht, ausgeholt und mich mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann hast du mich gegen ein parkendes Auto geschubst, und mir dann ans Knie getreten. Mein Freund hat einige Schrammen und einen kaputten Finger, ich einen Meniskusriss im linken Knie, und blaue Flecken im Gesicht, an den Armen und am Po.

Was sich nicht in Worte fassen lässt, ist meine Angst. Ich bin seit 6 Jahren kein Gewaltopfer mehr gewesen, habe langsam angefangen, mich wieder unter Leute zu trauen und nicht immer nur das Böse in Menschen zu sehen. Ich saß gestern in der Notaufnahme und habe mich nicht getraut, sie zu verlassen. So wie früher, als ich mich auf dem Schulklo versteckt habe, um nicht geschlagen, getreten und gedemütigt zu werden. So wie früher, als ein paar Idioten mir komplett die Freiheit und die Leichtigkeit genommen haben, für Jahre, so habe ich jetzt Angst, dass meine Panikattacken wieder anfangen. Dass ich das Haus nicht mehr verlassen werde. So wie früher.

Ich kann es nicht verstehen. Ist Alkohol die einzige Erklärung? Warum schlägt man einer Person, die man nicht kennt, ins Gesicht und tritt dann noch nach? Weil ich fett bin? Weil ich grade da war?
Hast du eine kleine Vorstellung, was du mir angetan hast? Mein Knie wird wieder heile, die blauen Flecken verschwinden, aber die Angst, mein ständiger Begleiter seit 10 Jahren – sie ist wieder da. Ich werde nicht mehr tanzen gehen. Ich werde mich nicht mehr alleine nach draußen trauen. Alles nur, weil du deine Aggressionen an mir und meine Freund auslassen musstest.

Wir haben dich angezeigt. Aber die Polizei macht uns keine Hoffnungen, dass du gefunden wirst.

Ich liege jetzt hier, und weiß nicht, was ich schreiben soll. Deswegen beende ich diesen Post mit einem deftigen FICK DICH.

Grüße,
Carolin,
dein Opfer.

Montag, 19. November 2012

Du warst ein guter Hamster

Zweieinhalb Jahre. Mein erstes Haustier. Sleep well, old lady!


Kind oder Karriere? Oder was?

Das die Medien nicht immer unbedingt die Wahrheit abbilden und auch mal zugespitzt arbeiten müssen, ist mir bewusst. Trotzdem ist mir gerade in der Betreuungsgelddebatte ein erschreckend starrer Dualismus aufgefallen:

Kind oder Karriere. Übermutter oder Vorstandsvorsitzende. Heimchen am Herd oder Europaabgeordnete.

Als gäbe es keine Grauzone.

Klar, Grauzonen in einer Diskussion sind unbequem. So lässt sich ein Konflikt schön auf zwei Pole zuspitzen, was journalistisch natürlich ein sehr schönes Bild ergibt. Aber was ist mit den anderen? Den Frauen, die nicht in den Vorstand drängen oder die Kinder einfach doof finden? Nehmen wir, aus naheliegenden Gründen, einfach mal mich.

Ich finde Kinder doof.
Ich habe nicht vor, jeden Tag 8-12 Stunden zu arbeiten.

Und jetzt? Welche Art von Lebenslauf soll ich denn nun wählen? Bei den Teilzeitarbeitsmodellen wird selten mitgedacht, dass es auch Frauen gibt, die ohne Kinder und umfangreichem Haushalt weniger arbeiten wollen, und ebenso, dass es auch Männer gibt, die, ob nun mit Kind oder ohne, diesen Weg gehen wollen. Mein Idealbild wäre: Beide Partner in einer Beziehung arbeiten Teilzeit. Allerdings ist das in einer Leistungsgesellschaft gar nicht so einfach:

In unserer Gesellschaft definiert man sich über Leistung. Sei das Arbeitsleistung in einer Form von Lohnarbeit, Erziehungsleistung (auch wenn diese weniger gut anerkannt wird) oder Leistung aus selbstständiger Tätigkeit. Intellektuelle Leistung oder persönliches Glück ist in der Regel kein wirklicher Maßstab, an dem eine Person gemessen wird.

Wenn ich jetzt also sage "Okay, ich mag keine Kinder", dann wird automatisch mitgedacht, dass ich mich vollkommen meiner "Karriere" widme. Haha, Karriere, als Soziologin. Dabei will ich doch einfach nur glücklich sein, Zeit mit meinem Partner geniessen, viel Lernen, und eine Menge Sex haben. Aber dafür gibts nunmal keine Leistungsgesellschaftspunkte.

Muss ich wohl mit leben. Oder?




Sonntag, 18. November 2012

Ihr seid ja immernoch da!

...und das, obwohl ich schon ewig nichts mehr geschrieben habe!

Einige mögen vielleicht mitbekommen haben, dass der Blog letzte Woche ein paar Tage lang offline war. Ich hatte Panik wegen der aktuellen Abmahnwelle, deswegen sind auch alle Bilder verschwunden. Tut mir Leid, aber wir alle wissen, wie teuer soetwas enden kann.


Aber, verzagt nicht, liebe Leser! Auch wenn es hier eher still ist (mit fallen, ganz ehrlich gesagt, keine Themen zum Schreiben ein, die nicht als Endaussage haben "Boah, sind Billigzeitschriften doof!"), gibt es noch einen zweiten Blog von mir. Einen, von dem ich lange überlegt habe, ob ich ihn überhaupt anfangen soll, von hier verlinken ganz abgesehen: Schliesslichen kennen mich auch einige meiner Leser persönlich, und meine Eltern lesen hier auch sporadisch mit.

Deswegen: liebe Eltern, und liebe Leute, die mein Sexualleben nicht interessiert: Bitte nicht anklicken. Ehrlich. Danke.

Alle anderen können hier von meinen Abenteuern lesen:

Grottenpool



Freitag, 12. Oktober 2012

Must-Have diesen Herbst?: Bad Boys!


Ich muss mal ein Geständnis machen: So merkwürdig das auch klingen mag - Ich stehe nicht auf Bad Boys. Die Älteren werden sich vielleicht fragen: "Häh? Warum zur Hölle sollte man denn auch auf schlechte Jungs stehen?" Ist es denn nicht grade das Optimum, einen Partner zu finden, der, mh...NICHT schlecht ist? Aber für uns Unwissende hat das Pubertäts-Fachblatt "BravoGIRL!" den großen "Player und Bad Boy-Check" im Angebot. Na, ein Glück!

Also, welche Art von Supermännern macht den jungen Damen von heute denn ganz wuschig und die Tangas in Kindergrößen ganz feucht? Eine wirkliche Definition gibts nicht, aber interviewt wurden 4 wahre Super-Männer der Güteklasse eins als Beispiel für diesen Männertypen, wahre Frauen- und auch Männerträume, besser als alle meine Wünsche es je formulieren könnten...


...Oh, es sind die Typen von "Party Bruder".

Party Bruder. Ihr wisst schon, 5 Ruhrpöttler, die sich beim Saufen filmen lassen und mit Frauen so umgehen wie mit Vieh. Im Prinzip wie Jersey Shore auf Deutsch, nur mit noch mehr Sexismus. Okay, vielleicht bin ich alt, aber sollte eine Teeniezeitschrift nicht vielleicht eher davor warnen, sich mit solchen Typen einzulassen, statt so ein Verhalten noch zu glorifizieren und Ratschläge zu erteilen, wie man "das softe Herz der harten Machos" erobert? Und ja, genau das passiert in diesem...ähm...Bericht.



Es wird zwar mal kurz in die Runde gefragt, ob "wir sein Herz erobern oder lieber die Finger von dieser Spezies lassen" sollten, aber wirklich befriedigt mich das nicht. Meine grundsätzliche Frage, warum solche selbsternannten "Player" trotzdem so viele Mädchen anziehen, ist damit auch nicht beantwortet. Ehrlich, ich habe es schon als Teenie nicht verstanden, und verstehe es immernoch nicht: Was macht solche sonnenbankgeschädigten, offen frauenverachtenden, angeberischen Männer und Macker wie die "Party Bruder"-Besatzung so anziehend? So anziehend, dass sich Zeitschriften dem Thema widmen, wie man sie "zähmen" kann. Soll das irgendwelche Kümmerinstinkte in den Frauen ansprechen? "Oh, schaut mal, dieser tief im Inneren sicher verletzte Junge, den kann ich sicher reparieren und monogam und liebevoll machen!"? Ich verstehs nicht. Erklärt es mir.

Zurück zum Thema: Wie angelt sich die geneigte 14-Jährige Leserin denn nun so einen Traumtypen?
Steven (20) erklärt es uns: "Ein Mädchen, das ernsthafte Chancen hätte, muss wie mein Homie sein und viele Facetten haben. Sie soll den Player einfach zappeln lassen!" Und Schin (17) ergänzt: "Denn wenn sie ein braves Mädchen ist und keine One-Night-Stands mitmacht, hat sie eine Chance."

What the actual fuck? Mädels, die gerne Sex haben -> Scheisse. Männer, die gerne Sex haben -> "Player". Das gute alte Muster, verpackt in kuschelig pinke Seitengestaltung und nette Worte. Man möchte brechen.

Und zum Thema Treue gibts auch was zu sagen. Und zwar vom Checker (19). Ja, der heißt so. Ja, der Typ von DSDS. Erzählt uns was über Treue:
"Und Fremdgehen darfst du als Player auch nur dann, wenn es sich wirklich lohnt"

Na, da bin ich aber beruhigt.





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