Sonntag, 8. Juli 2012

"Erschrocken schrie ich, doch dann wurde ich unter Wasser gezogen..."



Okay, okay, ich bin unromantisch. Ich finde nicht viel an Kerzen (habe eh Angst vor Feuer), diese Ernsthaftigkeit geht mir auf den Nerv, und ich bin einfach zu ungeduldig für solche Sachen. Aber zumindest so ein bisschen Traumwelt, so ein bisschen Romantik, das verstehe sogar ich. Bei den Autoren der romantischen Liebesstorys von der Bravo sieht das da schon anders aus. Dass Romantik nicht gerade deren größte Stärke ist, wissen wir ja. Das hält mich aber nicht davon ab, auch über die Stories aus dem aktuellen Heft zu lästern!

"Ein salziger Kuss" (angeblich von Laura, 15)


Juhuuuuu, endlich für eine Woche allein in den Urlaub!
Wie? Was? Mit 15?

Lange hatten wir das schon geplant, ich und meine drei besten Freundinnen!
Nur der Esel nennt sich selbst zuerst! :O

Es ging nach Mallorca! Der Partyinsel überhaupt! Und das ganz ohne Eltern
Ich wiederhole es nochmal: 15! Darf man da überhaupt schon alleine fliegen, von Hotelzimmer mieten und Party machen mal ganz abgesehen?

Wir hatten uns vorgenommen, ordentlich zu feiern und viele süße Typen kennenzulernen.
Klar, was sonst. Klingt genau nach der Art vernünftigem Teenager, den ich als Elternteil beruhigt nach Mallorca schicken würde.

Als wir ankamen, wurden unsere Erwartungen bestätigt! Schnell lernten wir eine Gruppe Jungs kennen, ebenfalls aus Deutschland, und verstanden uns direkt super!
Go on.

Als ich zwei Tage später im Meer badete, kniff mich plötzlich jemand unter Wasser.
Und jetzt wirds gruselig.

Erschrocken schrie ich, wurde dann heruntergezogen und sanfte Lippen drückten mir einen salzigen Kuss auf die Lippen.
Ähm...ich will ja nichts sagen, aber das hat erschreckende Ähnlichkeit mit "surprise buttsex" und ist ganz und gar nicht romantisch, sondern ziemlich übergriffig. Und ekelig.

Als ich wieder auftauchte, erkannte ich Tobi, einen der Jungs.
"...und haute ihm volle Kanne eine runter." Sorry, Wunschdenken. Das ist übrigens die einzige Beschreibung, die wir von diesem göttergleichen Wesen je bekommen werden.

Ohne ein Wort zu sagen, küssten wir uns wieder.Es fühlte sich an,wie in einem Liebesfilm
Ähm...nein, es klingt wie zwei nasse Teenager im Meer, die noch nie ein Wort miteinander gesprochen haben.

Von diesem Moment an waren wir unzertrennlich! Am letzten Tag tauschten wir Nummern und telefonierten in Deutschland regelmäßig.. Seit einigen Monaten sind wir jetzt ein Paar. Was daraus wird, weiß ich nicht...aber ich bin schon sehr verliebt ihn....
Eieieieiei....


Freitag, 6. Juli 2012

"Die Minirock-Lüge" - Warum ich kurze Röcke trage

Eigentlich liegt es mir fern, aus Versehen irgendwelche Statements zu treffen. Genauer liegt es mir fern, mit meiner Kleidung ausdrückliche Zeichen zu setzen, wie "verfügbar ich bin". Ich trage, was mir gefällt, und worin ich mich wohlfühle. Alles Schwachsinn! Wenn Frauen sich bestimmte Sachen anziehen, dann nur und ausschliesslich für Männer! Ihr denkt, solche Geisteshaltungen existieren nicht mehr. Pah!




Der Quotenmann von Clack fragt sich, wie weit man schön zurecht gemachten Frauen vertrauen kann, wenn sie behaupten, sie wollten nur sich selber gefallen.


Diese Hinterlistigen Biester! Behaupten diese Weiber einfach, sich nicht für uns Männer anzuziehen, sondern sich selber wohl fühlen wollen! Kurz was zum Autor dieser Kolumne? Réda Phillipe El Arbi ist der "Quotenmann" bei einem schweizer Lifestylemagazin, zumindest seit letztem Monat. Dort schreibt er über den "großen unterschied in kleinen Geschlechterfragen. Sein Lebensmotto ist "Arrogant. Und das zurecht."

Lassen wir die Studien, die belegen, dass Frauen während ihres Eisprungs mehr Haut zeigen, mal beiseite und nehmen nur den gesellschaftspsychologischen Aspekt des «Wohlfühlens»: Wenns ums Wohlfühlen ginge, würden dann diese Damen nicht im Schlabberpulli und Trainerhosen in die Öffentlichkeit?

Weil...sie sich in der Öffentlichkeit mit Schlabberpulli nicht wohlfühlen würden, nur so als Idee? Und diese Studien, die er da anspricht sind ziemlicher Schwachsinn, was Reliabilität und Validität angeht, sie erklären in keinster Weise irgendeinen angeblichen Zusammenhang zwischen Zyklus und Kleidungsstil. Just say'in

«Aber ich fühl mich auch gerne für mich selbst attraktiv! Das muss nicht immer an Männer gerichtet sein», werden einige Frauen widersprechen.Mein Frage wäre dann: Wie oft sie sich abends im Minirock alleine vor dem TV einkuscheln, Mövenpick-Eis reinschaufeln, ein Kissen auf den Bauch drücken, während sie kitschige Filme schauen?

Meint dieser Typ ernsthaft, Frauen ziehen sich nur schick an, um Männern zu gefallen,weil sie im Umkehrschluss ja sonst auch zuhause im Minirock rumlaufen würden? Das ist nicht so - ich zum Beispiel wähle meine Kleidung anhand der Bequemlichkeit, meiner Laune und meinem Geschmack aus. Zuhause laufe ich meistens nackt rum, weil ich es angenehmer finde. Ich trage gerne Stoff-Miniröcke, obwohl ich das wegen meiner Figur laut diversen Frauenzeitschriften eigentlich gar nicht sollte. Es gefällt mir, es ist bequem, man kann sich gefahrlos hinsetzen, rumspringen und auch mal dem Bus nachrennen. Was ich damit NICHT will, ist blöd angemacht oder angegegafft werden.

Zudem scheinen die Minirockträgerinnen oft zuhause nicht einschätzen zu können, wie kurz das Teil wirklich ist: Sie zupfen alle paar Sekunden den Rocksaum nach unten. Sie setzen sich verkrampft hin, sie nerven sich über die männliche Aufmerksamkeit (ausser natürlich über die Aufmerksamkeit von charmanten, gutaussehenden Männern).

Schnuppelpups, es ist so: charmante Männer sind vielleicht einfach charmant, wenn sie einen anlächeln? Nicht aufdringlich, laut, beschämend, gaffend, ekelig? Ich fühle mich auch unwohl und zupfe an meinen Lieblingsröcken rum, wenn ich mich beobachtet fühle. Manche Leute nesteln an ihren Handys, schauen sich um oder hören Musik. Das heisst nicht, dass die bösen Frauen erst die Männerwelt anregen und sich dann unwohl fühlen,weil sie doof sind und ihren Traumprinzen suchen - sie wollen nur einfach nicht begafft werden.

Klar gibts Ausnahmen, Frauen, die sich in kurzen Röckchen durchaus wohlfühlen, die es auch geniessen, wenn ihnen Aufmerksamkeit zuteil wird. Die haben auch kein Problem mit den Männern.

Das sind zwei verschiedene Aspekte! Ich fühle mich in kurzen Röcken toll - aber ich stehe nicht ungeteilt auf jede Form von blöder Anmache. Ebenso trage ich keinen BH, weil ich mich ohne wohler fühle. Das Einzige, was mich nervt, ist die "Aufmerksamkeit", die meinen Nippeln geschenkt wird. Ich hab kein Problem mit Männern - mit Gaffern aber schon.




Donnerstag, 5. Juli 2012

IQ-Test über die WIRKLICH wichtigen Themen



Wie man "Intelligenz" misst, ist umstritten. Grade in den empirischen Wissenschaften geht man davon aus, dass sich komplexe Systeme nicht einfach so mit einem einfach Test prüfen kann. Das System "Intelligenz" besteht aus so vielen Teilen, mathematischem, sprachlichem, emotionalen Punkten...Aaaach, Fuck it. Das klingt doch viel zu sehr nach Schule, igittigittigitt. Da ist die BravoGirl mit ihrem "Großen IQ-Test" schon einen Schritt weiter.

"Vergiss alle anderen IQ-Berechnungen - jetzt machst du hier den ultimativen Test! Hier dreht sich alles um die ECHT wichtigen Themen: Wie fit bist du in den Themen Internet, Beauty, Jungs, Mode und Fitness?"


Klar. Die trauen in ihrem Heft keine 40 Seiten vorher jungen Mädchen zu, sich problemlos die aktuellen Trends 2012 zu merken und im Schlaf 14 verschiedene Handtaschenformen Bildern zuordnen zu können, aber Mathematik und Logik sind Teufelswerk. Und noch schlimmer: Langweilig.

Ich habe mich diesem Test gestellt. Macht doch mal mit und testet euren "Jungs-IQ".

Was ist Jungs bei Mädchen wichtig?
A) Attraktives Aussehen
B) Tolle Persönlichkeit
This is a hard one! Vermutlich ist Antwort B die erwartete Antwort zum Sieg. Allerdings kann man sich da auch streiten...Schliesslich spielt das Aussehen immer auch eine gewisse Rolle. Stellt sich nur noch die Frage, wie man "attraktiv" interpretiert. Und, anderer Punkt: Wenn eine "tolle Persönlichkeit" so wichtig ist - warum gibt die Zeitung dann immer nur Tipps für ein tolles Aussehen?

Wie wollen Boys am liebsten angeflirtet werden?
A) Mit einer Einladung ins Kino
B) Indem man sie immer wieder anlächelt.
Gute Frage. Sieht vermutlich jeder "Boy" anders. Übrigens ist auch hier Antwort B wichtig. Weil das Mädchen muss sich ja auch immer brav passiv verhalten.


Was macht Jungs besonders eifersüchtig?
A) Wenn das Mädchen einen anderen küsst
B) Wenn das Mädchen auf Facebook mit einem anderen Jungen flirtet
Öhm...ich schätze ja mal...Beides?

Was wollen viele Jungs gerne an sich verändern?
A) Größere Nase
B) Mehr Muskeln
Ist "größere Nase" ein Euphemismus für einen anderen Körperteil? Dann könnte man sich streiten :D

Mit welchem von diesen Sets kann man sich Smokey Eyes schminken?
Es sind vier Lidschatten abgebildet. Auf einem steht "essence Smokey Eyes Kit". Halten die ihre Leser für bescheuert?

Hast du in deiner Facebook-Freundes-Liste mehr als 50 Jungs?
Das wirkt sich...inwiefern auf meinen IQ aus?

Wofür steht der Begriff "Wingman"?
A) Einen Kumpel, der beim Flirten hilft
B) Einen Comic-Superhelden
Muss ein 14-Jähriger das wissen? HIMYM ist keine Handlungsanweisung.


Achja: Da sind ja noch die "Technik- und Internetfragen!:

Wofür steht die Abkürzung "WWW"?
A) Willi wills wissen
B) Wunderwelt Wissen
C) World Wide Web

Welcher Laden hat keinen Onlineshop?
A) Primark
B) H&M
C)Deichmann
Mein IQ! Er schiesst durch die Decke!


Und, wie schlau seid ihr? Haut euch dieser empirische IQ-Test der neuen Generation nicht auch vollkommen von den Socken?

Montag, 18. Juni 2012

Die Sache mit der Freiwilligkeit

Der Artikel von Mariam Lau auf Zeit.de hat schon genug Wellen geschlagen. Hier könnt ihr die Antworten von den fuckermothers und von der Mädchenmannschaft dazu lesen.

Auf den ganzen Quatsch, der da drin steht, will ich gar nicht so dringend eingehen. Die Frage, mit der ich mich beschäftigen will, ist folgende:


“Der Feminismus hat, wie die Studentenbewegung, aus der er hervorging, ein Problem mit der Freiwilligkeit der angeblich Unterdrückten. [...] Im Fall der Frauen heißt es nun: Sie kennen eben immer noch nicht ihre wahren Wünsche [...] Frauen haben ein großes Stück der Macht erobert. Was wollen sie nun damit machen? Warum schrecken sie so oft davor zurück, durch Türen, die sie selber aufgestoßen haben, hindurchzugehen?”


Ja, das kann man schon fragen - warum fügen sich Frauen immer noch in die traditionelle Mutterrolle, rasieren sich die Beine, kaufen pinke Lockenstäbe und werden Kindergärtnerin statt Ingenieurin? Muss der Feminismus nicht endlich sein Versagen eingestehen?

Nö.



Klar könnte ich jetzt damit kommen, dass die Frauen immer noch von den Medien einer Gehirnwäsche unterzogen werden - und ich hätte damit zu einem gewissen Teil auch Recht.Wie man am Beispiel meines letzten Artikels sieht, sind vor allem junge Frauen einem Medienbombardement mit Botschaften ausgesetzt, wie sie aussehen, sich verhalten und kleiden sollen. Das färbt auch auf das öffentlich wahrgenommene Bild ab. Es entsteht eine Spirale aus individuellem Verhalten und öffentlicher Wahrnehmung. Ist es dann noch wirklich freiwillig, ob eine junge Frau sich die Unterschenkel rasiert? Oder wird sie von Aussen dazu gedrängt, wie subtil auch immer? Man kann niemandem daran aktiv die Schuld geben. Aber das ist nicht der Punkt.




Niemand behauptet, Frauen dürften keine Kindergärtnerin werden, sich die Beine nicht rasieren oder ihr Glück nicht als Hausfrau und Mutter finden. Nichtmal der Feminismus. Die Frage ist nur:

Sind wirklich alle Entscheidungen, die von Frauen getroffen werden, absolut freiwillig?

Werden manche Frauen nicht vielleicht deswegen Erzieherin, weil sie sich nicht zutrauen zu studieren oder eine eventuelle mathematische Begabung vorliegt, die nie gefördert wurde?
Werden manche Frauen nicht deswegen Hausfrauen,  weil sie denken, ihr Mann will das so oder sie Sanktionen ála "Rabenmutter" aus ihrem Umfeld befürchten?
Rasieren sich manche Mädchen die Beine, nicht weil sie es mögen, sondern weil sie sonst gemobbt werden?

DAS ist die entscheidende Frage. Der Feminismus ist für alle da - und will Wahlfreiheit schaffen. Niemand behauptet, es würde nicht auch Frauen geben, die einfach Kinderlieb sind, oder die ihr Leben komplett der Kindererziehung widmen wollen. Oder das manche Frauen Haare nicht einfach blöd finden. Manche. Aber nicht alle. Wir müssen daran arbeiten, dass alle so leben können, wie sie wollen.

Der Feminismus versagt nicht. Die mediale Berichterstattung manchmal schon.




(Und dieser Zeit-Artikel ist wirklich FURCHTBAR zu lesen.)

Freitag, 15. Juni 2012

Haare sind das Schlimmste auf der Welt

Es gab eine Zeit, in der hatten Frauen Haare. Nein, nicht nur auf der Kopfhaut, sondern auch an Armen, Beinen, und, man mag es kaum glauben, sogar unter den Armen.

Es soll jetzt nicht um das Für und Wider der modernen Haarentfernung gehen, sondern darum, welches Bild inzwischen an Heranwachsende vermittelt wird. Denn die BravoGirl hat ihr allsommerliches Haarentfernungs-Special in die neueste Ausgabe gepackt. Die Frage dort ist gar nicht erst das OB - sondern einfach nur noch das WIE.

Natürlich!
Dabei spielt die Intention der Redakteure für mich gar keine Rolle. Klar, die Peergroup spielt unter Heranwachsenden eine sehr wichtige Rolle, gerade bei solchen Entscheidungen. Da wird gelästert, beleidigt und sozial ausgeschlossen, wer den Haarentfernungstrend nicht mitmacht. Dass sich viele junge Mädchen deswegen entschließen, sich ihre zart sprießenden Häarchen zu entfernen, ist kein großes Geheimnis. Allerdings sollte ein Jugendmedium meiner Ansicht nach auch zeigen, dass es nicht so sein MUSS. Dass man sich nicht rasieren MUSS.




So sehen Pressebilder von Veet aus. 
Aber da der 6-seitige Bericht von Veet gesponsert wird...was mache ich mir da Hoffnungen? Nicht, dass da irgendwo was von Werbung stehen würde...Das sind doch alles nur Produktempfehlungen. Natürlich.

Bei der Lektüre einer bebilderten, 5-teiligen Anleitung fürs Schamhaarwaxing bei 15-Jährigen kam in mir dann doch die Frage auf: Warum? Und, Polemik: Wächst da eine Generation von Jugendlichen heran, die nicht wissen, dass menschliche Behaarung keine abscheuliche Monstrosität ist? Es ist eine Mode. Ja, es ist derzeit soziale Norm, aber es ist keine verdammte PFLICHT. Es gibt Menschen, die mögen glatte Haut. Es gibt Menschen, die finden den Aufwand zu mühselig oder Behaarung einfach schöner. Das ist keine Charakterschwäche. Klar, die Zeitschrift wird vermutlich eine Menge Geld bekommen haben, die ganzen schönen bunten Haarentfernungsmittelchen bewerben zu dürfen - aber die Redaktion hat auch eine Verantwortung.



Die Verantwortung, zu vermitteln, dass man sich wohlfühlen sollte. Im eigenen Körper, mit Haaren, ohne Haare, als Jungfrau, vielleicht auch als Homosexuelle. Teenagerprobleme begrenzen sich nicht nur auf BOYS, Romantik,Schminken und Schamhaarentfernung. Sie sollten Mädchen, die sich nicht rasieren könnten, wollen oder dürfen, nicht noch ein schlechtes Gewissen einreden und mit dem symbolischen "Iiiehhh, ekelig"-Finger auf sie zeigen.


Und da in dem Bericht empfohlen wird, seine Arm- und Gesichtbehaarung chemisch zu bleichen, hat sie Redaktion auch eine gesundheitliche Verantwortung.





Und mal davon abgesehen, dass in dem Bericht auch mit keinem Wort erwähnt wird, dass Wachsen und Epilieren ziemlich weh tut, kann das auch sehr unschön enden, wie eine Frage aus der Cosmopolitan 6/12 sehr schön illustriert:

Nach dem Waxing bildet sich bei mir eine Kruste auf der Haut. Wie kann ich das verhindern?

Sie reißt sich sprichwörtlich die Haut vom Körper - und statt mit dem Quatsch aufzuhören, wird ihr empfohlen, AloeVera draufzuklatschen.

Weil Haare das Schlimmste auf der Welt sind.


(Fast genauso schlimm,wie eine Bloggerin die drei Wochen nichts geschrieben hat - Shame on me!)

Mittwoch, 23. Mai 2012

Feminismus 101 - Privilegientheorie



Ja, heute wirds theoretisch, deswegen schnell einen strengen Dutt gemacht und die Brille zurechtgerückt, und los gehts.

Dass ich die Privilegientheorie anschneide, werde ich vermutlich noch bereuen. Warum? Es ist ein sehr emotionales Thema, wenn man sich die Diskussionen anschaut. Wenn man gezwungen ist, über seine eigenen Privilegien nachzudenken, kann das schmerzhaft und erkenntnisreich sein.

Eigentlich ist die Erkenntnis ja keine Große: Wir hier in Deutschland sind priviligiert gegenüber Menschen in Afrika, Weiße sind in unserer Gesellschaft priviligiert gegenüber People of Colour (Selbstbezeichnung, hat sich bei mir so eingebürgert, und ich finde den Begriff gut.), und ja: So, wie es momentan aussieht, sind Männern zu großem Teil Frauen gegenüber priviligiert.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass alle (weißen) Männer in Deutschland in einer fröhlichen pinken Zuckerwattewolke rumschweben und nie Probleme haben. Männer können genau so in furchtbare Situationen kommen wie Frauen und werden in bestimmten Gebieten auch benachteiligt, z.B. Unterhaltsrecht oder Familienzeit. Ebenso unterliegen auch Männer einem gewissen Zwang, was das Verhalten angeht, und werden sozial bestraft, wenn sie aus der männlichen Rolle fallen.



Worum es bei der Privilegientheorie geht, ist das Problem der Diskriminierung. Und nein, Gruppen, die mehr "Macht" oder mehr Privilegien in einer Gesellschaft haben, können nicht strukturell diskriminiert werden. Punkt. Sie können bestimmte Nachteile haben, aber en gros liegt eben keine Diskriminierung vor. Und da kommen Feminismus und Privilegientheorie zusammen.

Der Feminismus (oder, besser ausgedrückt, mein Feminismus) geht davon aus, dass Frauen in Deutschland strukturell benachteiligt sind. Wir unterliegen einer viel stärkeren Kontrolle unseres Aussehens. Das heißt nicht, dass das bei Männern nicht auch so ist. Männer unterliegen z.B. einer viel stärkeren Beschränkung, was Kleidung angeht. Allerdings wird bei Frauen viel stärker auf ihr Äußeres geachtet, und es wird viel schneller Rückschlüsse auf den Charakter geschlossen. Ebenso wird uns Frauen einfach global unterstellt, dass wir nur Shoppen, Schuhe und Diäten halbwegs spannend finden.

Und wer bestreitet, dass dem so ist, dem empfehle ich, als Frau Informatik zu studieren. Das sitzt du in einem Raum mit 80 Männern und wirst als Putzfrau angesehen. Weil Frauen "sich doch für so was schweres nicht interessieren". Ebenso wird bei einem Fehler nicht gleich aufs ganze Geschlecht geschlossen - "Frauen und Technik" eben.



Niemand sagt, dass die gemeine Feministin vorhat, Männer vom Gender-Siegertreppchen zu schubsen, und sich selber an die Spitze zu stellen. Wir wollen das Siegertreppchen anrempeln und anzünden, damit sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen können.

Und dazu ist es wichtig, dass man sich seiner Privilegien bewusst wird. Und auch, dass man sich seines eigenen, unbewussten Sexismus bewusst wird und sich selbst beobachtet. Und das hat nix mit "Tittenbonus" oder "Penenbonus" zu tun, sondern, dass man von der beliebten Auffassung abkommt, Frauen und Männer haben eben gewisse bestimmte Macken. Alle. Immer.

Yeah, xx


Samstag, 12. Mai 2012

Feminismus 101 - Von Haaren, Selbst- und Fremdbestimmung



Radikale Selbstliebe scheint für viele Frauen ein schwieriges Konzept zu sein. Ich meine, hey, auch ich hatte so ziemlich mein gesamtes Leben >12 ein echtes Problem mit mir selber. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das geht sehr vielen Frauen so. Frauenzeitungen und Nachmittagsfernsehen befeuern diese Selbstzweifel noch.  Unsere Körper sind zu einer medialen Ware geworden, die normiert, abgemessen und abgepackt wurde.

Das betrifft nicht nur unser Äußeres, auch unser Verhalten. Frauen haben ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen, sonst werden Rückschlüsse auf unser Sexualverhalten, unsere Vorlieben oder auf unseren Charakter gezogen. Gerne auch von Außenstehenden.
Und ja, dieses Problem betrifft auch Männer oder Trans*. Hell, das betrifft so gut wie alle menschlichen Untergruppen. Ich schreibe hier aber nur über Frauen, weil ich davon einfach am meisten Ahnung habe ;)

Eins der Merkmale, bei dem mir das stärksten auffällt, betrifft die Körperbehaarung. An und für sich hat das ja keinen zu interessieren, wie und ob man sich enthaart. Trotzdem ist es mehr oder weniger ein Zwang, dem frau untersteht. Ja, es ist tatsächlich ein Zwang. Ich habe es getestet, in einer Mischung aus Neugier, wie ich mich damit fühle, und Trotz. Okay, und keiner Lust auf Rasierer und Co. Also: Ich habe mir 4 Wochen nicht die Beine rasiert. Big Gasp!



Ich enthaare mich im Wesentlichen, seit ich 13 bin. Ich wurde beim Umziehen zum Sport immer gehänselt, weil ich Haare an den Beinen hatte. Meine Mama hatte mir aber verboten, mit dem Rasierer zu hantieren. Heute bin ich ihr dankbar dafür, aber damals - die Hölle. Also, 8 Jahre intensives Enthaaren. Im Sommer öfter, im Winter seltener. Irgendwann habe ich mir dann gedacht: Warum eigentlich? Warum tue ich mir das jeden zweiten Abend an, nur um dann keine 8 Stunden später wieder rumzustoppeln? Von Wachs und Epilierer mal ganz abgesehen! Ich habe einfach mal drüber nachgedacht, was ich da tue. Und Warum.

Objektiv gesehen gibt es keinen Grund dafür. Biologisch schon gleich zweimal nicht. Also bleibt: Soziale Gründe. Und ich als Expertin für das Zusammenrotten von Menschen in Gruppen sagte vorher: Meine Beinstoppeln gehen keinen was an. Selbst meinen Freund geht das nur in Teilen was an. Nachher sage ich: Menschen sind doof.

Denn ich habe mich persönlich richtig heftig unwohl gefühlt. Selbst mit bedeckten Beinen. Das ist ähnlich wie mit Unterwäsche: Wenn man schöne Unterwäsche trägt, fühlt man sich selbstbewusster. In meinem Kopf ist der Enthaarungszwang inzwischen so verankert, dass ich mich richtig unwohl gefühlt habe. Der Gipfel des Unwohlseins trat dann auf, als ein kleines Mädchen ( 7? 8?) im Schwimmbad ihre Mutti gefragt hat, was ich da an meinen Beinen habe, warum ich da Haare habe.

Argh!

Was will ich jetzt nun damit bezwecken? Dass sich keiner mehr rasiert? Ich weiß selber, dass werde ich wohl nicht hinbekommen. Bekomme ich ja nicht mal bei mir selbst hin. Aber ich will, dass ihr darüber reflektiert: Warum rasiert ihr euch? Warum findet ihr Haare unterhalb der Augenbrauen ekelig? Was denkt ihr, würdet ihr einen Monat ohne Rasierer aushalten? Und wenn nicht warum? Ich will einfach, dass man nicht unbedacht dieser Norm entspricht.

Yeah, xx

Freitag, 11. Mai 2012

Tumblr-Time!

Für die Leute, die meine heißen Titten-Bilder toll finden: Ich bin auch auf Tumblr zu finden! Mit awesomtastischen Haaren, hübschen Frauen, viele Haie und Pony-Content! Schaut mal vorbei:



http://feminismandsharks.tumblr.com/

Yeah, xx

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gesetze sind jetzt auch eher so Auslegungssache - "Rache ist süß"-Tipps



Rache ist so eine Sache. Es ist definitiv eine Emotion die ich nachempfinden kann. Trotzdem sollte man sich wohl überlegen, wenn man tatsächlich....Ach was, Fuck it. Die BravoGirl-Redaktion hat zwar erheblich mehr Verantwortung als ich, macht sich aber weniger Gedanken drum. In einer Ausgabe gibt es deswegen "Saulustige Rache bei Eltern, Zicken oder Exfreund-Alarm". Solche kleineren Dinge wie Gesetze oder Regeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens sind in der Welt der Redaktion eher so ein kleines Hindernis, wenn man mal richtig fies sein will. Kihihihi!

Also, welche Tipps werden da denn so gegeben?

Verfasse einen Aufsatz und spicke ihn mit lauter fiesen Hinweisen auf die blöde Zicke! Dann melde dich und lies deinen Aufsatz laut vor! Die Klasse wird sich kaputtmachen.
Ja. Über dich. In welcher Welt lebt der Autor eigentlich,  in der man in der Schule einfach so irgendeinen selbstgeschrieben Mist aufsagen darf?

Wenn du Zugang zu ihrem Handy hast, tausche doch einfach mal ein paar Nummern aus, zum Beispiel die von ihrem Freund gegen die von ihrer Oma! Die wird sich über die komischen SMSen wundern und du hast deinen Spaß. Sooooooo lustig!
Wie sollst du das denn bitte merken und deinen "Spaß" daran haben? Und um an das Handy einer anderen Person zu kommen, muss man es doch...klauen, oder? Rufen die hier zum Diebstahl auf? oO

Aber auch die eigenen Erzeuger dürfen nicht zu kurz kommen!

Verstecke MINDESTENS 3 Wecker im Schlafzimmer deiner Eltern und stelle sie auf unterschiedliche Weckzeiten ein! Am besten am Wochenende!
Und das führt...wozu? Lebe ich in einer Realität, wo solche Tipps tatsächlich in Zeitungen gedruckt werden?

Klebe eine Tür, die nach innen aufgeht. von außen mit Zeitungspapier zu! Wenn Mama oder Papa sie öffnen, stehe sie vor einer Zeitungswand. Durchkommen unmöglich!
Klar. Total unmöglich. Und immernoch, welchen Effekt soll das haben? Dass die Eltern den Paragraphen verfluchen, dass man Kinder nicht verhauen darf? Ernsthaft. Ich finde das nicht wirklich befriedigend.

Schicke deinen Eltern doch mal liebe Grüße übers Auto! Schreibe einfach mit einem knallroten Lippenstift auf Scheiben und Türen!
Dazu fällt mir echt nix mehr ein. Ernsthaft.

Aber auch der bösi-böse Exfreund darf nicht ungeschoren davonkommen:

Manipuliere seine Neue! Das wird ihn wahnsinnig machen. Erzähl seiner neuen, dass er in der Nase popelt. Ekel-Alarm!
Wow. Das ist echt großartiges soziales Verhalten, was den jungen Damen da beigebracht wird.



Aber naja, Gesetze oder soziale Regeln scheinen der Bravo-Redaktion eh verhältnismäßig wurscht zu sein. So zum Beispiel auch bei dieser Leser-Frage aus der aktuellen Ausgabe:

Wo können wir Sex haben?
Mein Freund und ich haben schon miteinander geschlafen. Doch wir sind so gut wie nie ungestört, das nervt total! (Marielle, 16)

Den Luxus einer sturmfreien Bude haben die wenigsten Paare in eurem Alter. Nutzt jede Gelegenheit! Wenn ihr abends ausgeht. Oder sucht nach Ausweichmöglichkeiten wie die Scheune beim Bauern (o.O), der Schrebergarten von der Oma (O.o) oder bietet an, die Blumen von Bekannten zu gießen und habt dann dort Sex! (O.O)

Alter...Ernsthaft? Ernsthaft.

Yeah, xx

Donnerstag, 3. Mai 2012

Feminismus 101 - Was mir unsagbar auf den Sack geht



Es ist faktisch nicht möglich, am feministischen Thema zu diskutieren. Zumindest nicht, wenn man tatsächlich irgendetwas erreichen will und keine Lust hat, dass sich an jedem Wort hochgezogen wird. Für mich sieht es immer so aus: "Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns." Und zwar von allen Seiten.  Beispiel? Gerne.

Elitemedium hat sich den Text von Anarchie und Lihbe vorgenommen. Es geht, kurz zusammengefasst, darum, dass Männer sich gefälligst scheiße zu fühlen haben: 

“Wenn du ein Mann* bist, muss es sich scheiße anfühlen, wenn dir die nichtmännlichen Leute um dich rum erklären, welche Privilegien du besitzt. Wenn du breitbeinig dasitzt und mit deiner Stimme einen Raum beherrschst, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere dir schildern, wie ohnmächtig und verloren sie deine Dominanz machen kann.”

Das ist eine ziemlich extreme Meinung und meiner Ansicht nach auch nicht so wahnsinnig zielführend:










Aber dieser Kommentar hat eine kleine Entrüstungswelle durch die Kommentarspalte geschickt:










Elitemedium hat vollkommen Recht: Bestimmte Gruppen können bestimmte Art von Diskriminierung nicht nachvollziehen. Das ist ein Teil des vielzitierten "männlichen Privilegs", dass ja schon bei der bloßen Erwähnung körperliche Schmerzen bei manchen Leuten auszulösen scheint. 

  • Nein, Männer können nicht nachfühlen, wie es sich anfühlt, als Frau nachts Angst zu haben eine dunkle Straße langzugehen.
  • Nein, Männer können nicht nachfühlen, wenn man als Frau im Vorstellungsgespräch abgelehnt wird, weil man ja Kinder bekommen könnte.
  • Nein, viele schlanke Menschen (und viele Männer) können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man sich nicht traut, in der Öffentlichkeit zu essen, weil man sonst ausgelacht wird.
  • Nein, Heterosexuelle können nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man als Homosexueller seinen Lebenspartner verstecken muss.
  • Nein, Cismenschen können nicht nachempfinden, wie es ist, wenn man in seinem Körper nicht zuhause ist.
(Cismenschen: Gegenteil von Transmenschen, also Menschen, bei denen biologisches und empfundenes Geschlecht zusammenpasst, aka. "Die Meisten")
  • Nein, weiße können nicht verstehen, wie Andersfarbige mit Vorurteilen überhäuft werden.

Was soll jetzt also diese pseudogrammatische Auslegung meines Textes? Einfach absichtliches Falschverstehen? "Mimimimimi, da fehlt ein Adjektiv!" Ein Einzelfall ist es zumindest nicht, das hat Methode. Es nervt. Und ganz ehrlich: Ihr nervt. Ernsthaft, ihr habt es geschafft. Eine Feministin, die halbwegs daran interessiert war, in Diskurs zu treten, die mit euch "Männerrechtlern" reden wollte, hat keinen Bock mehr.

Ich verstehe mittlerweile, warum viele feministische Blogs keine Böcke haben, in Diskurs zu treten und in ihrer eigenen Sphäre schweben.

Da ich das aber auch reichlich bescheuert finde, allerdings aber auch ziemlich abgepisst bin, muss ich mich wohl zusammenreissen. Muss ich das? Will ich das? Ich meine, hey, ich könnte auch bis zum Ende meiner Blogger-Tage Bravos lesen und harmlose Texte schreiben. Aber damit wird man nicht gehört. Man wird nur gehört, wenn man trollt. 

Kann mir da jemand Nachhilfe geben?

Yeah, xx

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